Viele Länder in der EU haben ihre natürlichen Ressourcen für dieses Jahr bereits augeschöpft. Der Umweltverband ZERO hat einige praktische Empfehlungen ausgearbeitet, die den Menschen helfen sollen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Am heutigen Donnerstag, dem 7. Mai, wird Portugal seine natürlichen Ressourcen für das Jahr 2026 ausgeschöpft haben. Das heißt, wenn jeder Mensch auf der Erde so leben würde wie der durchschnittliche portugiesische Bürger, würde die Menschheit 2,9 Planeten benötigen, um ihren Ressourcenbedarf zu decken.
Die Daten wurden von ZERO - Sustainable Earth System Association in Zusammenarbeit mit dem Global Footprint Network veröffentlicht, das daran erinnert, dass die Ressourcen des Landes in der Vergangenheit am 5. Mai erschöpft waren. Portugal hat seinen ökologischen Fußabdruck im Vergleich zu 2025 also leicht verbessert.
Überlastungstag für Deutschland: 10. Mai
Auch Deutschland lebt ökologisch weiterhin deutlich über seine Verhältnisse: Am 10. Mai 2026 ist der sogenannte Country Overshoot Day erreicht. Ab diesem Zeitpunkt verbraucht die Bundesrepublik rechnerisch mehr natürliche Ressourcen, als ihr innerhalb eines Jahres nachhaltig zur Verfügung stehen. Der Earth Overshoot Day markiert damit den Moment, an dem das imaginäre Umweltkonto eines Landes ins Minus rutscht.
Vor allem Industrienationen weisen einen besonders hohen ökologischen Fußabdruck auf. Innerhalb der G20-Staaten lagen 2026 nur Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA, Australien, Südkorea und Russland noch vor Deutschland und erreichten ihren nationalen Overshoot Day bereits früher im Jahr.
Im Durchschnitt der EU fiel der Überlastungstag in diesem Jahr auf den 3. Mai. Die Umweltorganisation ZERO weist darauf hin, dass Luxemburg innerhalb Europas erneut Spitzenreiter beim Ressourcenverbrauch war: Dort fiel der Overshoot Day bereits auf den 17. Februar. Am spätesten erreicht ihn voraussichtlich Ungarn – erst am 24. Juni. Weltweit lag Katar mit dem 4. Februar an der Spitze der Länder mit dem höchsten Ressourcenverbrauch, während Honduras seine natürlichen Ressourcen rechnerisch erst am 27. November ausgeschöpft haben dürfte.
Wie man den ökologischen Fußabdruck verkleinern kann
Zu den wichtigsten Maßnahmen, die ZERO zur Verringerung der Umweltverschuldung anführt, gehören Investitionen in eine nachhaltigere Landwirtschaft, die qualitativ hochwertige Lebensmittel produziert, weniger Wasser verbraucht und die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln erhöht. Außerdem empfiehlt der Verein die Verringerung des Pendelns und Reisens durch Telearbeit und die Durchführung von mehr Veranstaltungen im Internet, Investitionen in nachhaltigere Verkehrsmittel wie das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr sowie die Schaffung von Vorschriften, damit Produkte länger halten und wiederverwendet und recycelt werden können.
Einfach ausgedrückt: Jeder Bürger kann aktiv dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, indem er einfache Veränderungen vornimmt, z. B. weniger tierisches Eiweiß in der Nahrung verwendet, sich nachhaltig fortbewegt und mehr in Kreisläufen konsumiert (Produkte wiederverwendet, anstatt sie wegzuwerfen).
Earth Overshoot Day: Ab wann lebt die Menschheit auf Pump?
Der Earth Overshoot Day soll verdeutlichen, wie stark die Menschheit die natürlichen Ressourcen der Erde beansprucht. Grundlage der Berechnung ist ein Vergleich zwischen der sogenannten Biokapazität des Planeten – also der Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erneuern und CO₂ aufzunehmen – und dem weltweiten Ressourcenverbrauch der Menschen. Bereits seit den frühen 1970er-Jahren übersteigt dieser Verbrauch die Regenerationsfähigkeit der Erde.
Für die Berechnung nutzt das Global Footprint Network die Maßeinheit „globaler Hektar“ (gha). Sie beschreibt, wie viel biologisch produktive Fläche nötig wäre, um den Ressourcenverbrauch eines Menschen oder eines Landes dauerhaft zu decken. Dabei wird berücksichtigt, dass Böden unterschiedlich ertragreich sind: Ein Hektar Wüste besitzt eine deutlich geringere biologische Leistungsfähigkeit als ein Hektar Regenwald.
Nach aktuellen Berechnungen verbraucht die Menschheit derzeit so viele Ressourcen, als stünden ihr rund 1,7 Erden zur Verfügung. Der Earth Overshoot Day markiert somit den Zeitpunkt im Jahr, ab dem die Welt ökologisch gesehen „auf Kredit“ lebt.