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Afrikanische Staaten Niger, Burkina Faso und Mali stoppen französische TV-Sender

General Abdourahamane Tchiani, Präsident der Republik Niger, beim zweiten Gipfel der Allianz der Sahelstaaten (AES) zu Sicherheit und Entwicklung, 23.12.2025
Nigers Übergangspräsident General Abdourahamane Tchiani beim zweiten Gipfel der Allianz der Sahelstaaten (AES) zu Sicherheit und Entwicklung, 23.12.2025 Copyright  AP/CIGMA (Mali Government Information Center)
Copyright AP/CIGMA (Mali Government Information Center)
Von Kirsten Ripper & Serge Duchêne mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die NGO "Reporter ohne Grenzen" in Frankreich hat die Regierung von Niger dazu aufgefordert, die neun gestoppten Medien wieder zuzulassen.

Die westlichen Ländern feindlich gesinnte Junta in Niger hat die Ausstrahlung von neun französischen Medien gestoppt. In einer im Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung hieß es, die suspendierten Sender hätten wiederholt Inhalte verbreitet, "die die öffentliche Ordnung, die nationale Einheit, den sozialen Zusammenhalt und die Stabilität der Institutionen" in Niger ernsthaft gefährden könnten.

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Es handelt sich um France 24, Radio France International, France Afrique Média, LSI Africa, AFP (Agence France Presse), TV5 Monde, TF1 Info, Jeune Afrique und Mediapart.

Die Aussetzung erfolge "sofort" und betreffe "Satellitenpakete, Kabelnetze, digitale Plattformen, Webseiten und mobile Apps".

RFI und France 24 waren bereits einige Tage nach dem Staatsstreich im Juli 2023, durch den die Militärs in Niger an die Macht kam, suspendiert worden.

Im Dezember 2024 hatte die Junta auch die britische BBC abgeschaltet.

Verbote französischer Medien auch in Burkina Faso und Mali

Kurz zuvor hatte Burkina Faso die Ausstrahlung des Senders TV5 Monde gestoppt. Das Land ist ein Verbündeter von Niger und Mali in der Allianz der Sahel-Staaten (AES), die alle von Militärs regiert werden.

Die anti-westlichen Militärs beschuldigen den französischen Fernsehsender TV5 Monde der "Desinformation" und der "Verherrlichung des Terrorismus" bei der Berichterstattung über dschihadistische Gewalt in den westafrikanischen Staaten Burkina Faso und Mali. Die NGO "Reporter ohne Grenzen" ("Reporter sans frontières" - RSF) verurteilte "ein Verbot, das auf undurchsichtigen Elementen beruht". RSF forderte auch Niger dazu auf, die Suspendierung der französischen Sender aufzuheben.

Mali, das von beispiellosen Dschihadisten- und Rebellenangriffen erschüttert wird, hatte ebenfalls die französischen Medien verboten.

Die Entscheidung Nigers erfolgte wenige Tage vor einem Gipfeltreffen von Frankreich und afrikanischen Ländern in Nairobi in Kenia. Keines der drei von Militärs regierten Länder der Sahelzone nimmt daran teil.

Unter dem Titel "Africa Forward" findet der von Präsident Emmanuel Macron ko-organisierte Gipfel zum ersten Mal in einem englischsprachigen Land in Afrika statt. Kenias Präsident William Ruto lobte die Beziehungen zu Frankreich und betonte die Notwendigkeit einer Partnerschaft "auf Augenhöhe". Ruto, der seine Handelspartnerschaften ausbauen will, erklärte: "Wir sollten nicht mehr in Kategorien wie Hilfen und Krediten denken, sondern vielmehr in Kategorien wie Investitionen und dem, was Afrika zu bieten hat. Wir haben echte Stärken. Wir haben eine junge Bevölkerung, natürliche Ressourcen, Energieressourcen. Diese Ressourcen haben einen echten Wert.“

In mehreren ehemaligen afrikanischen Kolonien herrscht eine starke antifranzösische Stimmung. Einige sehen auf dem Kontinent ein diplomatisches Schlachtfeld, das durch den wachsenden Einfluss Russlands und Chinas geprägt ist.

Pressefreiheit in Niger im freien Fall

Mehrere westliche Medien wurden bereits suspendiert, seit die neue Macht in Niger im Juli 2023 durch einen Staatsstreich an die Macht kam. Das Land in der Sahelzone hat eine Distanzierung von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich eingeleitet und insbesondere den Abzug der französischen Truppen erwirkt, die im Kampf gegen den Dschihadismus in mehreren afrikanischen Staaten mit Regierungsarmeen zusammenarbeiteten.

Die Machthaber in Niamey wandten sich anderen Partnern zu, darunter Russland, und kritisierten den "Imperialismus" sowie forderten ihre "Souveränität" ein.

Auch nigrische Journalisten, die für ausländische oder lokale Medien arbeiten, werden von der Junta ins Visier genommen.

Anfang Mai 2026 wurden zwei nigrische Journalisten, Gazali Abdou, Korrespondent der Deutschen Welle, und Hassane Zada, Chefredakteur einer Regionalzeitung, nach monatelanger Inhaftierung freigelassen.

Im Jahr 2025 wurden laut den Vereinten Nationen 13 Journalisten in Niger inhaftiert.

Lokalen Medienberichten zufolge waren in Niger immer noch sechs Journalisten in Haft, unter anderem wegen Gefährdung der Landesverteidigung und Verschwörung gegen den Staat.

Im Jahr 2026 fiel Niger in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen um 37 Plätze auf den 120. Platz von 180 Ländern.

Reporter ohne Grenzen und Amnesty International haben wiederholt ihre tiefe Besorgnis über die Angriffe auf die Pressefreiheit in Niger zum Ausdruck gebracht.

Im Jahr 2024 erließ Niger ein Gesetz, das die Online-Verbreitung von "Daten, die die öffentliche Ordnung stören könnten" unter Strafe stellt.

Das Land suspendierte 2025 außerdem fast 3.000 einheimische und ausländische NGOs, denen es mangelnde Transparenz und die Unterstützung von "Terroristen" oder bewaffneten Gruppen vorwarf.

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