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Atomwaffen-Training in Belarus: Selenskyj warnt vor neuer Gefahr

Weißrussland kündigte den Beginn der Ausbildung für den Kampfeinsatz von Atomwaffen an
Weißrussland kündigte den Beginn der Ausbildung für den Kampfeinsatz von Atomwaffen an Copyright  AP Photo
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Von Alexei Doval
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Belarus spricht von Routine, Kyjiw von wachsender Gefahr: Die angekündigte Atomwaffen-Ausbildung sorgt für neue Unruhe in der Region.

Das belarussische Verteidigungsministerium hat den Beginn einer Ausbildung von Militäreinheiten für den möglichen Kampfeinsatz von Kernwaffen angekündigt. Die Übung werde nach Angaben des Ministeriums "im Interesse der Erhöhung der Bereitschaft der Streitkräfte zum Einsatz moderner Kampfmittel, einschließlich spezieller Munition" durchgeführt.

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Die belarussische Armee plant demnach, "Fragen der Lieferung von Nuklearmunition und der Vorbereitung auf ihren Einsatz in Zusammenarbeit mit der russischen Seite" zu erarbeiten. Im Mittelpunkt stünden dabei Geheimhaltung, die Überwindung großer Entfernungen sowie Berechnungen zum Einsatz von Kräften und Mitteln. Nach Angaben des Ministeriums sind Einheiten der Raketentruppen und der Luftstreitkräfte an der Übung beteiligt.

Das Verteidigungsministerium erklärte, es handle sich um eine geplante Maßnahme im Rahmen des Unionsstaates mit Russland. Die Übung richte sich nicht gegen Drittländer und stelle keine Bedrohung für die Sicherheit in der Region dar.

Minsk sagt, das Training bedroht nicht die Sicherheit in der Region
Minsk sagt, das Training bedrohe nicht die Sicherheit in der Region Russian Defense Ministry Press Service via AP

Sorge vor Bedrohung für die Ukraine

Die Ankündigung der Atomwaffen-Ausbildung in Belarus erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden Konfrontation zwischen Moskau und Minsk auf der einen und dem Westen auf der anderen Seite sowie des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Im Februar 2022 hatte Russland belarussisches Territorium als Ausgangspunkt für seine Offensive gegen Kyjiw genutzt.

Im vergangenen Jahr stationierte Moskau seine neueste Hyperschallrakete Oreshnik in Belarus. Die Rakete kann nuklear bestückt werden und verschärfte die Spannungen mit dem westlichen Bündnis weiter.

In der vergangenen Woche ordnete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Verstärkung der Nordgrenze zu Belarus an. Russland unternehme neue Anstrengungen, um Minsk stärker in die Kämpfe auf Moskaus Seite hineinzuziehen, erklärte er.

Selenskyj zufolge registrieren die ukrainischen Sicherheitsdienste zusätzliche Kontakte zwischen Russland und dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Ziel sei es demnach, Minsk zu neuen aggressiven Operationen zu bewegen.

"Insbesondere erwägt Russland Pläne für Operationen in südlicher und nördlicher Richtung vom Territorium Belarus aus – entweder gegen die Richtung Tschernihiw-Kyjiw in der Ukraine oder gegen eines der NATO-Länder", sagte Selenskyj nach einem Treffen mit den Leitern des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte, des Militärgeheimdienstes, des Auslandsgeheimdienstes und des Sicherheitsdienstes SBU. Er betonte, Kyjiw verfüge über Details zu den Gesprächen.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies Selenskyjs Äußerungen am Montag zurück und bezeichnete sie als "Versuch, den Krieg weiter anzuheizen und die Spannungen zu verschärfen".

Russlands nukleare Rhetorik

Angesichts einer Reihe von Rückschlägen in der mehr als vier Jahre dauernden Invasion und der zunehmenden militärischen Unterstützung des Westens für die Ukraine hat der russische Präsident Wladimir Putin wiederholt auf nukleare Rhetorik zurückgegriffen.

In der vergangenen Woche testete Moskau seine Interkontinentalrakete Sarmat, die Atomwaffen tragen kann. Der Test erfolgte wenige Monate nach dem Auslaufen des letzten Vertrags zur Begrenzung der Atomwaffenarsenale Russlands und der Vereinigten Staaten.

Weitere Quellen • AFP

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