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Gastgeber im Glück: Mexiko bucht Achtelfinalticket, Kanada feiert Torparty

Mexikanische Fans feiern am Engel der Unabhängigkeit in Mexiko-Stadt, nachdem Mexiko in der WM-Gruppe A Südkorea geschlagen hat, Donnerstag, 18. Juni 2026.
Mexikanische Fans feiern am Engel der Unabhängigkeit in Mexiko-Stadt den Sieg über Südkorea in der WM-Gruppe A am Donnerstag, 18. Juni 2026. Copyright  AP Photo/Marco Ugarte
Copyright AP Photo/Marco Ugarte
Von Malek Fouda
Zuerst veröffentlicht am
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Während Mexiko als erstes Team den Sprung in die K.o.-Runde schafft, feiert Kanada einen historischen WM-Sieg. Für Katar wird der Abend dagegen zum Debakel.

Die zweite Woche der in Nordamerika ausgetragenen Fußball-WM 2026 läuft, der zweite Spieltag der Gruppenphase hat begonnen. Schon in der ersten Turnierwoche bekamen Fans weltweit einen Eindruck davon, in welcher Form sich die Teams präsentieren – und diskutieren seitdem eifrig darüber, wer am Ende den Titel holen könnte.

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In den ersten sieben Tagen waren alle 48 qualifizierten Nationen des erweiterten Turniers bereits im Einsatz. Die Auftritte reichten von erwartbar bis spektakulär, von überzeugend bis enttäuschend – je nachdem, welchem Team man die Daumen drückt.

Am späten Donnerstagabend und in den frühen Stunden des Freitags griffen die acht Mannschaften der Gruppen A und B erneut ins Geschehen ein. Der Kampf um wichtige Punkte und das Weiterkommen nimmt damit weiter Fahrt auf.

Im neuen, auf 48 Teams erweiterten WM-Format ziehen die jeweils zwei besten Mannschaften aus den zwölf Gruppen direkt in die K.-o.-Runde ein. Hinzu kommen die acht besten Gruppendritten, sortiert nach Punkten.

Tag acht bot reichlich Unterhaltung – hier der Überblick.

Tschechien gegen Südafrika

Beide Teams wollten ihre ersten Punkte bei dieser WM holen. In ihren Auftaktspielen hatten sie Niederlagen kassiert und lagen in Gruppe A auf den Plätzen drei und vier.

Tschechien trat entschlossen auf, die Chancen auf das Achtelfinale zu wahren. Mittelfeldspieler Michal Sadilek brachte sein Team früh in Führung: Im Strafraum kam er an den Ball und schob ihn platziert ins rechte untere Eck, vorbei an Südafrikas Torhüter Ronwen Williams.

Südafrika jubelt über ein Tor im WM-Gruppenspiel der Gruppe A gegen Tschechien in Atlanta, Donnerstag, 18. Juni 2026
Südafrika jubelt über ein Tor im WM-Gruppenspiel der Gruppe A gegen Tschechien in Atlanta, Donnerstag, 18. Juni 2026 Stew Milne/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Anschließend stellte Tschechien taktisch um und zog sich weit zurück. Über weite Strecken verteidigte die Mannschaft im tiefen Block, um den knappen Vorsprung zu sichern. Südafrika, erstmals seit dem Heimturnier 2010 wieder bei einer WM dabei, suchte nach Lücken für Konter. Auch die Tschechen lauerten auf Umschaltsituationen.

Lange schien der Plan aufzugehen. Doch kurz vor Schluss setzte Südafrikas Thapelo Maseko aus der Distanz zu einem Schlenzer in den linken Torwinkel an. Pavel Sulc blockte den Ball, berührte ihn dabei jedoch mit der Hand. Schiedsrichter und Videoassistent entschieden auf Handelfmeter – sehr zum Ärger der Tschechen.

Tschechiens Lukas Cerv im WM-Gruppenspiel der Gruppe A gegen Südafrika in Atlanta, Donnerstag, 18. Juni 2026
Tschechiens Lukas Cerv im WM-Gruppenspiel der Gruppe A gegen Südafrika in Atlanta, Donnerstag, 18. Juni 2026 Stew Milne/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Tebeho Mokoena blieb eiskalt. In der 83. Minute lief er an und schob den Ball flach ins linke untere Eck, während Torhüter Matej Kovar in die andere Richtung sprang. Südafrika glich aus und holte damit den ersten Punkt bei dieser WM.

Schweiz gegen Bosnien

Bosnien, das sich mit einem Sieg gegen das europäische Schwergewicht Italien für die WM qualifiziert hatte, eröffnete den zweiten Spieltag der Gruppe B gegen die Schweiz. Beide Teams waren bis dahin noch sieglos und wollten nach ihren Auftaktremis erstmals drei Punkte holen.

Die Schweiz erspielte sich früh gute Möglichkeiten, ließ diese jedoch ungenutzt. Stürmer Dan Ndoye setzte in der ersten Halbzeit zu einem spektakulären Fallrückzieher an, der nur knapp am Tor vorbeiging. Ein Treffer wäre wohl ein Kandidat für das Tor des Turniers gewesen.

Der Schweizer Johan Manzambi überwindet Bosniens Torhüter Nikola Vasilj mit einem Schuss zum Führungstor im WM-Gruppenspiel der Gruppe B in Inglewood, Donnerstag, 18. Juni 2026.
Der Schweizer Johan Manzambi überwindet Bosniens Torhüter Nikola Vasilj mit einem Schuss zum Führungstor im WM-Gruppenspiel der Gruppe B in Inglewood, Donnerstag, 18. Juni 2026. Mark J. Terrill/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Trotz mehrerer Chancen blieb es lange torlos. Vieles deutete auf ein Unentschieden hin. Einige Fans verließen ihre Plätze bereits früh, offenbar in der Erwartung, dass auch die Schlussphase so ereignisarm bleiben würde wie weite Teile der Partie. Doch es kam anders.

In der 74. Minute brach die Schweiz den Bann. Eine Hereingabe in den Strafraum konnte Bosnien nicht klären, der Ball landete wenige Meter vor dem Tor direkt vor den Füßen von Johan Manzambi. Der Stürmer nahm ihn volley und jagte ihn ins rechte obere Eck.

Johan Manzambi und weitere Schweizer Spieler winken den Fans nach dem WM-Gruppenspiel der Gruppe B gegen Bosnien in Inglewood, Kalifornien, Donnerstag, 18. Juni 2026
Johan Manzambi und weitere Schweizer Spieler winken den Fans nach dem WM-Gruppenspiel der Gruppe B gegen Bosnien in Inglewood, Kalifornien, Donnerstag, 18. Juni 2026 Gregory Bull/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Zehn Minuten später, rund fünf Minuten nachdem Bosnien nach einer Roten Karte in Unterzahl geraten war, nutzte die Schweiz die zusätzlichen Räume konsequent. Ein schneller Angriff brachte Ruben Vargas im Strafraum in Position. Er bekam den Ball zugespielt und musste nur noch einschieben.

Sechs Minuten später jubelten die Schweizer Fans erneut. Wieder öffneten Angriffe über die Flügel Lücken im Zentrum. In der 90. Minute bediente ein Steilpass Manzambi, der zum dritten Schweizer Treffer vollendete. Innerhalb von 16 Minuten hatte die Nati das Spiel entschieden.

Granit Xhaka applaudiert nach dem WM-Gruppenspiel der Gruppe B gegen Bosnien in Inglewood, Kalifornien nahe Los Angeles, Donnerstag, 18. Juni 2026
Granit Xhaka applaudiert nach dem WM-Gruppenspiel der Gruppe B gegen Bosnien in Inglewood, Kalifornien nahe Los Angeles, Donnerstag, 18. Juni 2026 Gregory Bull/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Bosnien zeigte dennoch Moral und verkürzte. Nach einer Ecke traf Ermin Mahmic mit einem wuchtigen Schuss. Die Schweizer Abwehr hatte den Ball zunächst aus der Gefahrenzone geköpft, doch am Strafraumrand fiel er dem freistehenden Mahmic vor die Füße. Er nahm volley ab und setzte den Ball unhaltbar ins rechte obere Eck – nur noch 3:1.

Den Schlusspunkt setzte ein Routinier: Granit Xhaka, einst Leistungsträger bei Arsenal und Bayer Leverkusen, verwandelte in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Strafstoß. Damit feierte die Schweiz ihren ersten Sieg bei diesem Turnier und steht nun wie Kanada bei vier Punkten.

Kanada gegen Katar

Kanada sorgte für das zweite Torfestival dieses Turniers, nachdem Deutschland in der Vorwoche Neuling Curaçao mit 7:1 überrollt hatte. Die Kanadier feierten beim Heimturnier, das sie gemeinsam mit den Vereinigten Staaten und Mexiko ausrichten, ihren ersten WM-Sieg.

Der Torreigen begann früh. In der 16. Minute ließ Katars Torhüter Mahmud Abunada einen Schuss nach vorn abprallen, Cyle Larin reagierte am schnellsten und drückte den Ball über die Linie.

Kanadas Jacob Shaffelburg schießt während des WM-Gruppenspiels der Gruppe B gegen Katar in Vancouver, British Columbia, Donnerstag, 18. Juni 2026
Kanadas Jacob Shaffelburg schießt während des WM-Gruppenspiels der Gruppe B gegen Katar in Vancouver, British Columbia, Donnerstag, 18. Juni 2026 Abbie Parr/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Gut zehn Minuten später erzielte Jonathan David sein erstes Tor der Partie. In der 29. Minute traf der Stürmer mit einem Volleyschuss aus dem Strafraum ins rechte untere Eck.

Katar wirkte nun völlig verunsichert. In der 33. Minute sah Verteidiger Homam Ahmed Rot. Sein Team lag bereits mit zwei Toren zurück und musste fortan in Unterzahl weiterspielen. Kanada blieb gnadenlos. David legte in der dritten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach, sodass die Gastgeber mit einer komfortablen 3:0-Führung in die Pause gingen.

Für den amtierenden Asienmeister Katar, der erst zum zweiten Mal nach dem Heimturnier 2022 bei einer WM dabei ist, kam es noch schlimmer. In der 53. Minute sah auch Mittelfeldspieler Assim Madibo die Rote Karte. Damit stand Katar vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe.

Kanadas Trainer Jesse Marsch und Katars Trainer Julen Argote geben sich nach dem WM-Gruppenspiel in Vancouver, British Columbia, Donnerstag, 18. Juni 2026, die Hand
Kanadas Trainer Jesse Marsch und Katars Trainer Julen Argote geben sich nach dem WM-Gruppenspiel in Vancouver, British Columbia, Donnerstag, 18. Juni 2026, die Hand Timothy Matwey/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Kanada nutzte die riesigen Räume umgehend. In der 64. Minute erzielte ein kurz zuvor eingewechselter Spieler per Freistoß das vierte Tor. Er schlenzte den Ball um die Mauer ins rechte untere Eck. Auf den Rängen applaudierte Premierminister Mark Carney.

Nur zehn Minuten später unterlief Katar auch noch ein Eigentor. Mohammed Manai wollte den Ball auf der Torlinie klären, bugsierte ihn jedoch ins eigene Netz. Kanada führte nun mit 5:0.

Fans verlassen das BC Place, während sich katarische und kanadische Anhänger nach ihrem WM-Gruppenspiel der Gruppe B in Vancouver, British Columbia, Donnerstag, 18. Juni 2026, gemeinsam auf den Weg machen.
Fans verlassen das BC Place, während sich katarische und kanadische Anhänger nach ihrem WM-Gruppenspiel der Gruppe B in Vancouver, British Columbia, Donnerstag, 18. Juni 2026, gemeinsam auf den Weg machen. Chad Hipolito/The Canadian Press

Doch die Ahornblätter hatten noch nicht genug. Der in New York geborene Stürmer Jonathan David jagte seinem ersten WM-Hattrick hinterher – und vollendete ihn in der 92. Minute. Mit einem cleveren Laufweg verschaffte er sich im Strafraum Platz und ließ dem Torhüter keine Chance.

Der klare Sieg katapultierte Kanada an die Spitze der Gruppe B. Die Nordamerikaner liegen vor der Schweiz, die sie dank der besseren Tordifferenz hinter sich lassen. Am dritten Spieltag treffen beide Teams direkt aufeinander – dann geht es um die Tabellenführung.

Mexiko gegen Südkorea

Mitgastgeber Mexiko steht als erstes Team sicher in der K.-o.-Runde. Die Mannschaft gewann ihr zweites Gruppenspiel gegen Südkorea mit 1:0 und führt Gruppe A mit sechs Punkten an.

Mexikos Luis Romo erzielt das Führungstor im WM-Gruppenspiel der Gruppe A gegen Südkorea in Zapopan bei Guadalajara, Mexiko, Donnerstag, 18. Juni 2026
Mexikos Luis Romo erzielt das Führungstor im WM-Gruppenspiel der Gruppe A gegen Südkorea in Zapopan bei Guadalajara, Mexiko, Donnerstag, 18. Juni 2026 Silvia Izquierdo/Copyright 2026 The AP. All rights reserved.

Mexiko hatte das Turnier in der Vorwoche mit einem 2:0-Erfolg gegen Südafrika eröffnet. Gegen Südkorea, angeführt von Tottenham-Hotspur-Ikone Son Heung-min, setzte sich das Team erneut knapp durch. Luis Romo erzielte in der 50. Minute im Estadio Guadalajara das einzige Tor der Partie.

Nun bereitet sich Mexiko auf das abschließende Gruppenspiel gegen Tschechien in der kommenden Woche vor. Der Gastgeber kann es sich leisten, einige Leistungsträger vor der K.-o.-Phase zu schonen. Für die übrigen Teams der Gruppe geht es dagegen weiter um die verbliebenen Tickets für das Weiterkommen.

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