„Wir wollen beim Atomkonflikt vorankommen und auch beim Waffenstillstand im Libanon Fortschritte erzielen“, sagte US-Vizepräsident JD Vance vor Journalistinnen und Journalisten.
Delegationen aus den USA und aus dem Iran sind in der Schweiz eingetroffen. Sie wollen über die Umsetzung des vorläufigen Friedensabkommens zwischen Washington und Teheran verhandeln, teilte das schweizerische Außenministerium am Sonntag mit.
Die Delegationen reisen weiter zum Bürgenstock im Kanton Nidwalden, wo die Gespräche beginnen sollen. Auch Vertreter Pakistans, das als wichtiger Vermittler zwischen beiden Seiten gilt, sind nach Angaben des Ministeriums bereits im Land.
US-Vizepräsident JD Vance soll an den Gesprächen ebenfalls teilnehmen. Nach Angaben seines Sprechers traf er laut AFP gegen sechs Uhr morgens auf dem Luftwaffenstützpunkt Emmen der Schweizer Luftwaffe ein.
Vor seinem Abflug sagte Vance auf dem US-Militärstützpunkt Joint Base Andrews im Bundesstaat Maryland, er freue sich auf die Gespräche.
„Wir wollen beim Atomprogramm Fortschritte erzielen und bei der Waffenruhe im Libanon vorankommen. Das sind die zwei großen Themen, auf die wir uns konzentrieren werden.“
Das Treffen sollte ursprünglich bereits am Freitag stattfinden. Vance verschob seine Reise jedoch, nachdem die Spannungen im Nahen Osten wegen israelischer Gefechte mit dem Libanon zugenommen hatten.
Die iranischen Streitkräfte erklärten am Samstag, sie hätten die Straße von Hormus wegen israelischer Angriffe auf den Süden des Libanon geschlossen.
Man habe diese Entscheidung „angesichts des schlechten Willens der USA und ihres offenkundigen Bruchs der ersten Klausel des kriegsbeendenden Memorandums sowie als Reaktion auf die unablässige und fortgesetzte Verletzung der Waffenruhe durch das zionistische Regime im Süden des Libanon“ getroffen, hieß es.
Das US-Zentralkommando widersprach jedoch und erklärte, die Wasserstraße sei am Samstag offen geblieben.
„Die sichere Passage durch die internationale Wasserstraße war heute gewährleistet. 55 Handelsschiffe sind durchgefahren und transportierten große Mengen Fracht sowie mehr als 17 Millionen Barrel Öl auf die Weltmärkte“, hieß es in einer Mitteilung.
Israel und die vom Iran unterstützte Miliz Hisbollah hatten am Freitag einer erneuten Waffenruhe zugestimmt. Dennoch startete Israel am Samstagmorgen eine neue Angriffswelle.
Angriffe auf Nabatieh im Süden des Libanon töteten nach Angaben des libanesischen Zivilschutzes 16 Menschen und verletzten zwölf weitere.
Die israelische Armee erklärte, sie habe die Angriffe als Reaktion darauf geflogen, dass ihre Truppen in der Nacht zum Freitag im Süden des Libanon mit mehr als 50 Raketen der Hisbollah beschossen worden seien.
„Unter den Zielen befanden sich Raketenabschusspositionen, Waffenlager und Kommandoposten“, teilte die Armee zu den Angriffen auf den Libanon mit.
Bereits am Freitag hatte Israels Minister für nationale Sicherheit gefordert, „der gesamte Libanon“ solle „brennen“, nachdem das Militär den Tod von vier Soldaten bei Gefechten in dem Land gemeldet hatte.