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Deutscher Hersteller geht leer aus: Polen kauft 3 U-Boote aus Schweden

HMS Halland und U-Boot HND laufen vom Stapel
Stapellauf der HMS Halland, Ub HND Copyright  Glenn Pettersson/Saab Kockums
Copyright Glenn Pettersson/Saab Kockums
Von Aleksandra Galka Reczko
Zuerst veröffentlicht am
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Polens Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz kündigt an: Am 29. Juni unterschreibt Warschau in Gdynia mit Schweden einen Vertrag über drei moderne U-Boote des Typs A26 Blekinge von Saab.

Das schwedische Angebot sieht die Lieferung von drei U-Booten des Typs A26 Blekinge aus der Werft Saab Kockums vor. Der Kauf der drei Einheiten wird auf rund 10 Milliarden Zloty, umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro geschätzt.

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Die genaue Terminangabe machte Władysław Kosiniak-Kamysz bei einer Pressekonferenz in Madrid. Der Verteidigungsminister hielt sich dort zu einem zweitägigen Besuch auf und traf unter anderem mit der polnischen Gemeinschaft vor Ort, der spanischen Verteidigungsministerin Margarita Robles sowie Vertretern der Rüstungsindustrie zusammen.

„Am 29. Juni unterschreiben wir in Gdynia die Vereinbarung und den Vertrag. Dann ist es nicht mehr nur ein Regierungsabkommen, sondern auch ein Vertrag zwischen Unternehmen über die Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber Polen: die Lieferung von drei U-Booten, eines Übergangsbootes als gap filler, den Aufbau von Fähigkeiten, die Ausbildung der Besatzung sowie den Verkauf unserer Schiffe, etwa eines Rettungsschiffes vom Typ Ratownik an die schwedische Marine“, sagte Kosiniak-Kamysz.

Der Minister betonte, dass es sich um einen "seit 30 Jahren erwarteten Vertrag" handelt, den alle seine Vorgänger versprochen hatten. Er unterstrich, dass "alles in die richtige Richtung läuft".

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Polen bereits im kommenden Jahr ein Übergangsboot (gap filler). Es dient der Ausbildung der Besatzungen und der Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit, bis der Hauptauftrag umgesetzt ist.

In der vergangenen Woche sprach der Minister am Rande des Treffens der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel mit seinem schwedischen Amtskollegen Pål Jonson und kündigte an, den Vertrag noch im Juni abzuschließen. Das genaue Datum nannte er damals jedoch nicht.

Schwedisches Angebot setzt sich durch

Polen entschied sich am 26. November 2025 für das schwedische Angebot. Saab Kockums schlug U-Boote des Typs A26 Blekinge vor und setzte sich damit gegen Konkurrenz aus mehreren Ländern durch, darunter Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Südkorea. Die Boote verfügen über diesel-elektrischen Antrieb und ein luftunabhängiges Antriebssystem (AIP), das ihre Einsatzmöglichkeiten deutlich erhöhen soll.

Die U-Boote A26 sind 66,1 Meter lang und 6,75 Meter breit und haben eine Verdrängung über Wasser von 1.925 Tonnen. Zur Bewaffnung gehören 533-Millimeter-Torpedorohre sowie ein Dock, das unter anderem Operationen mit unbemannten Unterwasserfahrzeugen oder den Transport von Soldaten der Spezialkräfte ermöglicht. Die Boote können bis zu 45 Tage autonom operieren, die Besatzung umfasst standardmäßig 17 bis 26 Personen, mit der Möglichkeit, zusätzliche Passagiere aufzunehmen.

In einem Gespräch mit Euronews im Dezember 2025 bezeichnete Generalleutnant a. D. Jarosław Gromadziński die Kaufentscheidung als "sehr gut". Er hob hervor, dass der Erwerb von drei modernen Einheiten die kontinuierliche Einsatzfähigkeit garantiert und sicherstellt, dass Polen U-Boote mit breitem Anwendungsspektrum behält.

"Ich befürworte den Vertrag mit Schweden, weil das U-Boot A26 eine modulare Konstruktion hat, die sich je nach Bedarf des Auftraggebers konfigurieren lässt. Jede Ausrüstung, die wir kaufen, soll dem Schutz der polnischen Grenzen und der Integrität unseres Territoriums dienen. Dieses U-Boot hat den Vorteil, dass es mit Blick auf die Besonderheiten der Ostsee entworfen wurde", sagte der General.

Zum Vergleich: Das derzeit einzige eingesetzte polnische U-Boot ORP „Orzeł“ (Projekt 877E Pałtus) ist 72,6 Meter lang und hat eine Verdrängung über Wasser von 2.460 Tonnen. Das in der Sowjetunion im Jahr 1985 gebaute Schiff muss häufig repariert werden; ein Abzug aus dem Dienst würde die polnische Marine ohne Ausbildungsplattform für U-Boot-Besatzungen zurücklassen. Deshalb ist die Lieferung eines schwedischen Übergangsboots vom Typ A17, die für 2027 geplant ist, von zentraler Bedeutung. Die Ausbildung der Besatzungen soll bereits 2026 beginnen.

Erstes A26-U-Boot bis 2030 in Polen

Das erste U-Boot A26 soll bis 2030 nach Polen kommen. Derzeit entstehen die ersten Einheiten dieses Typs für die schwedische Marine. Der Auftrag für diese Boote wurde 2015 erteilt, das Programm liegt jedoch hinter dem Zeitplan. Die Auslieferung der ersten U-Boote an Schweden ist nun für die Jahre 2027 bis 2028 vorgesehen.

Der Vertrag, der in Gdynia unterschrieben werden soll, ist ein weiterer Schritt in der polnisch-schwedischen Partnerschaft.

Sie begann mit einem Memorandum, das am 17. Dezember in Warschau von Władysław Kosiniak-Kamysz und dem schwedischen Verteidigungsminister Pål Jonson unterzeichnet wurde. Das Dokument definierte die strategischen Ziele der Zusammenarbeit im Programm „Orka“, darunter die Zahl und den Zeitplan der Bootslieferungen, den Rahmen des künftigen Vertrags sowie umfassende Beschaffungen von Bewaffnung und Logistik für die U-Boote A26.

Władysław Kosiniak-Kamysz, Vizepremier und Verteidigungsminister, und Pål Jonson, Schwedens Verteidigungsminister, unterzeichnen ein Memorandum of Understanding über U-Boote.
Władysław Kosiniak-Kamysz, Vizepremier und Verteidigungsminister, und Pål Jonson, Schwedens Verteidigungsminister, unterzeichnen ein Memorandum of Understanding über U-Boote. Krzysztof Niedziela/MON

Das Memorandum sieht zudem Technologietransfer vor. Es soll die Fähigkeiten der polnischen Industrie bei Wartung, Reparaturen und Inspektionen der U-Boote ausbauen und polnische Firmen in die Produktion von Komponenten für die schwedischen Streitkräfte einbinden. Schweden kündigt Investitionen in polnische Werften an und will auf heimische technische Lösungen zurückgreifen.

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