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Schwere Doppel-Erdbeben in Venezuela: Deutschland schickt Luftwaffe

Ein Mann springt über die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, am Mittwoch, 24. Juni 2026.
Ein Mann springt über die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, am Mittwoch, 24. Juni 2026 Copyright  AP Photo
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Von Malek Fouda
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In Caracas flohen Bewohner aus ihren Wohnungen und suchten im Freien Schutz, als nahegelegene Beben Gebäude erschütterten und laut Präsident Rodríguez schwere Schäden anrichteten.

Zwei schwere Erdbeben kurz nacheinander haben Venezuela am Mittwochabend erschüttert. Sie richteten große Schäden an, ließen Gebäude einstürzen und trieben verängstigte Menschen auf die Straßen. Die Zahl der Opfer war zuletzt immer weiter gestiegen. Am Mittwochmittag waren von Dutzenden Toten die Rede.

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Bundeswehr soll helfen

„Die Nachricht von den vielen Tausenden Toten in Venezuela hat mich tief erschüttert. Jetzt gilt es, schnell Hilfe zu leisten“, so wird Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius in deutschen Medien zitiert. Bis zu sechs Transportflugzeuge vom Typ A400M sollen auf Abruf zur Verfügung gestellt werden. Auch Soldaten bereiteten sich auf eine Abreise vor.

Die Beben der Stärke sieben Komma zwei und sieben Komma fünf erschütterten die Region. In Städten bis in den brasilianischen Amazonas, rund 1.700 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt, wurden Gebäude geräumt.

In einer kurzen Ansprache an die Nation am späten Mittwochabend sagte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez, die Erdbeben hätten in mehreren Bundesstaaten Schäden verursacht. Angaben zu der Zahl der betroffenen Häuser und Gebäude oder zu Verletzten und Toten machte sie nicht.

Die Erdstöße beschädigten den wichtigsten Flughafen des Landes, den internationalen Flughafen Simón Bolívar, so schwer, dass er geschlossen werden musste, sagte sie. Der Unterricht falle für mehrere Tage aus, um die akute Krise zu bewältigen.

„Wir rufen unsere Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben“, sagte Rodríguez. „Wir rufen zu Einheit auf.“

Medizinisches Personal in Alarmbereitschaft

Rodríguez forderte zudem alle Beschäftigten im Gesundheitswesen auf, sich in den Krankenhäusern zu melden, um Verletzte zu versorgen. Das Bildungsministerium kündigte an, einige Schulen in besonders betroffenen Regionen würden als Notunterkünfte und Sammelstellen für Spenden dienen.

Ein eingestürztes Gebäude nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, Mittwoch, 24. Juni 2026
Ein eingestürztes Gebäude nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, Mittwoch, 24. Juni 2026 Adrian Naranjo/Copyright 2026 The AP. All rights reserved

Im Küstenbundesstaat Falcón sagte Gouverneur Víctor Clark, 32 Menschen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden. Mehr als vier Stunden nach dem Beben seien noch immer 15 Personen unter den Trümmern eingestürzter Gebäude eingeschlossen.

Der US Geological Survey (USGS) gab zunächst für das erste Beben eine Stärke von 7,1 an und korrigierte den Wert später auf 7,2.

Sein Epizentrum lag westlich der Küstengemeinde Morón an der Karibikküste des Landes, etwa 168 Kilometer westlich von Caracas. Das Beben ereignete sich in 22 Kilometern Tiefe.

Die Behörde meldete kurz darauf ein noch stärkeres Beben der Stärke 7,5, nur eine Minute später. Dieses zweite Beben hatte eine Tiefe von zehn Kilometern, sein Epizentrum lag 16 Kilometer südwestlich von Morón.

Die Erschütterungen gehörten zu den stärksten, die den südamerikanischen Staat seit mehr als einem Jahrhundert getroffen haben. Sie setzten kurz nach 18 Uhr Ortszeit ein. Menschen verließen schwankende Gebäude in der Hauptstadt Caracas, viele sichtlich geschockt. Sie sahen ganze Mauern, die eingestürzt waren, Möbel waren von der Straße aus sichtbar.

Rettungskräfte suchen in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, Mittwoch, 24. Juni 2026
Rettungskräfte suchen in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, Mittwoch, 24. Juni 2026 Ariana Cubillos/Copyright 2026 The AP. All rights reserved

Über zwei Vierteln der Hauptstadt stiegen Staubwolken auf, dort sind normalerweise Restaurants und andere Geschäfte gut besucht.

Die Menschen blieben noch stundenlang auf den Straßen, auch nach Einbruch der Dunkelheit. Einige saßen auf dem Boden und hielten ihre Haustiere im Arm, während sich Staub um sie legte. Eingestürzte Gebäude, umgestürzte Strommasten und Trümmer versperrten Straßen. Teile der Hauptstadt hatten keinen Strom und kein Mobilfunknetz.

Ein Junge tröstet seine Mutter nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, Mittwoch, 24. Juni 2026
Ein Junge tröstet seine Mutter nach einem Erdbeben in Caracas, Venezuela, Mittwoch, 24. Juni 2026 Pedro Mattey/Copyright 2026 The AP. All rights reserved

„Zuerst war es sanft, dann wurde es nach und nach stärker, und am Ende mussten wir alle unsere Häuser verlassen, nach draußen gehen und uns versammeln“, sagte Héctor Ricci, der in Caracas lebt.

Rodríguez, die den Notstand ausrief, erklärte, die U-Bahn und die Gasversorgung in der Hauptstadt seien ausgesetzt. Sie rief die Venezolaner zudem auf, Schäden über eine Regierungs-App zu melden, damit die Behörden schnell reagieren können.

Weitere Quellen • AP

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