Kurz vor dem NATO-Gipfel rückt die Türkei wieder stärker ins Zentrum europäischer Diplomatie. In Ankara wirbt die EU um engere Zusammenarbeit mit Präsident Erdoğan – bei Sicherheit, Migration, Energie und der Stabilität an Europas Außengrenzen.
In Ankara laufen die Vorbereitungen für den NATO-Gipfel in der kommenden Woche. Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfing dazu im Präsidialkomplex eine Delegation der Europäischen Union.
An dem Treffen am Dienstag nahmen die stellvertretende EU-Kommissionspräsidentin Kaja Kallas, die für Nachbarschaft und Erweiterung zuständige Kommissarin Marta Kos sowie EU-Kommissar für Inneres und Migration Magnus Brunner teil.
Bei den Gesprächen hinter verschlossenen Türen waren auch Außenminister Hakan Fidan, der Kommunikationschef des Präsidialamts, Burhanettin Duran, sowie Akif Çağatay Kılıç, außen- und sicherheitspolitischer Chefberater des Präsidenten, anwesend.
Kallas betonte, die Türkei sei in den Bereichen Sicherheit, Migration und Energie ein wichtiger Partner und zugleich ein EU-Beitrittskandidat.
Kallas: Türkei leistet wichtigen Beitrag zum Schutz der östlichen NATO-Flanke
"Die Türkei ist nicht nur ein Schlüsselpartner in den Bereichen Sicherheit, Migration und Energie, sondern auch ein EU-Beitrittskandidat. Es war heute ein positives Gespräch mit Präsident Erdoğan über die Vertiefung der Beziehungen zwischen der EU und der Türkei sowie über die Bedeutung guter Nachbarschaft", sagte Kallas. "Wir haben außerdem Russlands Krieg gegen die Ukraine, die Konflikte im Nahen Osten und die Vorbereitungen auf den NATO-Gipfel in Ankara erörtert. Die Türkei leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der östlichen NATO-Flanke."
Kos erklärte, die EU könne von einer engeren Zusammenarbeit mit der Türkei erheblich profitieren.
"Es ist schön, heute in Ankara gemeinsam mit Kaja Kallas und Kommissar Magnus Brunner Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu treffen. Wir wollen Handel und Investitionen ausbauen und die Verkehrs-, Energie- und Digitalverbindungen stärken, die Europa und Asien miteinander verbinden", sagte Kos. "Eine enge Zusammenarbeit zwischen der EU und der Türkei kann für mehr Berechenbarkeit sorgen und die regionale Stabilität fördern."
Brunner hob hervor, dass die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Migration für die EU und die Türkei zu den vordringlichen Themen gehöre.
"Wir sind heute gemeinsam mit Kaja Kallas und Marta Kos in Ankara. Die Zusammenarbeit bei Sicherheit und Migration gehört sowohl für die EU als auch für die Türkei zu den obersten Prioritäten und ist ein Kernthema unserer Agenda. Die aktuelle geopolitische Lage zeigt, dass wir vor gemeinsamen Herausforderungen stehen und gemeinsam handeln müssen."