Waldbrände bei Leciñena, Despeñaperros und anderswo halten Rettungsdienste zu Beginn der Hochrisikoperiode in Alarm. Laut EU-Schätzung sind in Spanien 2026 bereits 50.000 Hektar verbrannt.
Spanien tritt in die Phase höchster Brandgefahr ein. Mehrere Feuerherde sind aktiv oder werden eng überwacht. In Aragón bleibt der Brand bei Leciñena (Zaragoza) am kritischsten. Er hat rund 2.200 Hektar verwüstet. Ein weiteres Feuer bei La Fueva (Huesca) führte vorsorglich zur Evakuierung von Morillo de Monclús und Formigales. Die Region startet in den Juli, nachdem innerhalb weniger Tage zwei große Waldbrände gewütet haben: bei Leciñena und bei Tamarite de Litera-Alcampell. Dort brannten rund 4.000 Hektar, drei Orte mussten geräumt werden.
Hinzu kommt ein Waldbrand im Umfeld des Parque Natural de Despeñaperros (Jaén), der an diesem Donnerstag weiter aktiv ist. Der Notfallplan Infoca setzte die Alarmstufe auf operative Lage eins. Nach einer Nacht im Einsatz nehmen Löschflugzeuge und -hubschrauber die Arbeit wieder auf. Der Brand zwang zur vorsorglichen Evakuierung von knapp 200 Menschen, darunter Bewohner von Miranda del Rey und Kinder eines nahe gelegenen Lernbauernhofs.
In Canarias hebt die Regionalregierung die Waldbrandwarnung für Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro ab Donnerstag 8.00 Uhr auf, auch wenn sie eine Vorwarnstufe wegen Waldbrandgefahr aufrechterhält.
Die Lage fällt mit Beginn der Phase höchster Waldbrandgefahr zusammen. Nach Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) hat Spanien im laufenden Jahr 2026 bereits rund 50.000 Hektar verloren. Das spanische Ministerium für den ökologischen Übergang meldet bis zum 21. Juni hingegen 39.700 Hektar. Der Abstand ergibt sich aus unterschiedlichen Methoden: Das Ministerium stützt sich auf offizielle Berichte der Regionen, EFFIS erstellt laufend Schätzungen anhand von Satellitenbildern.
Juni: 15.900 Hektar verbrannt
Der Juni ist bislang der zerstörerischste Monat des Jahres, mit rund 15.900 verbrannten Hektar. Nach Provinzen führt Cantabria die Bilanz an, mit etwa 15.500 betroffenen Hektar, während Álava mit rund 100 verbrannten Hektar auffällt – deutlich mehr als üblich zu diesem Zeitpunkt des Jahres, wie eine Analyse von 'RTVE' zeigt.
Seit Jahresbeginn 2026 verzeichnet Spanien 14 große Waldbrände, also Feuer mit mehr als 500 Hektar verbrannter Fläche. Die jüngsten brannten bei San Bartolomé de la Torre und Villanueva de los Castillejos in Huelva, bei Alcampell in Huesca, bei Obejo in Córdoba und bei Congosto in León.
Auch der europäische Rahmen gibt Anlass zur Sorge. In der gesamten Europäischen Union sind bereits rund 130.400 Hektar, etwa 16 % mehr als üblich zu dieser Jahreszeit verbrannt. Die Zahlen sind vorläufig und können sich ändern, wenn Satellitenschätzungen und offizielle Berichte der Regionen aktualisiert werden.