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Vollendung des Binnenmarkts: Scheitern ist für Europa keine Option

Maciej Witucki, Präsident von BusinessEurope, zu Gast bei „The Big Question“.
Maciej Witucki, Präsident von BusinessEurope, zu Gast bei ‚The Big Question‘. Copyright  Euronews
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Von Hannah Brown & Angela Barnes
Zuerst veröffentlicht am
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Der neue Präsident von BusinessEurope drängt auf eine rasche Vollendung des Binnenmarkts: 'Ohne Hoffnung auf die Zukunft wird Europas Politik leiden.'

„Ich finde, wir sollten uns heute auf das konzentrieren, was bereits auf dem Weg ist. Also keine Wunderlösungen suchen, die Pläne liegen vor – wir müssen sie nur umsetzen“, sagte Maciej Witucki, Präsident von BusinessEurope, gegenüber Euronews.

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„Das ist wichtig für die Unternehmen, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger Europas. Sie müssen den Wandel sehen.“

In dieser Folge von The Big Question spricht der neue BusinessEurope-Präsident Maciej Witucki mit Angela Barnes über die bevorstehenden Herausforderungen und die Bedeutung starker internationaler Partner.

Was Europas Unternehmen für Erfolg brauchen

Seit zwanzig Jahren steht Maciej an der Spitze von Unternehmen in Polen. In den vergangenen sechs Jahren leitete er Polens größten Unternehmensverband und arbeitete eng mit BusinessEurope zusammen. Der neue Titel ist neu, die Welt dahinter kennt er längst.

Ganz oben auf seiner Agenda steht das Thema Energie – das zentrale Problem für viele Unternehmen in Europa.

Maciej erklärt, dass die angespannte Geopolitik den Umbau des Energiesystems beschleunigt. Europa erkenne zunehmend, dass Öl und Gas keine verlässliche Basis mehr sind.

Eine teure oder unsichere Versorgung nutzt niemandem.

„Ich glaube, wir haben uns sehr auf die Dekarbonisierung der Wirtschaft konzentriert. Das ist wichtig, denn nach den Hitzeperioden der vergangenen Wochen wird niemand mehr bestreiten, dass es eine globale Erwärmung gibt. Wir müssen den Planeten schützen.“

„Gleichzeitig werden wir das nicht schaffen, wenn wir keine Industrie mehr haben, keine Einnahmen, keine Steuern, mit denen wir all das finanzieren können.“

Maciej Witucki, Präsident von BusinessEurope, war bei „The Big Question“ zu Gast und sprach mit Angela Barnes
Maciej Witucki, Präsident von BusinessEurope, war bei „The Big Question“ zu Gast und sprach mit Angela Barnes Euronews

Sein zweites großes Anliegen ist der Binnenmarkt. Die Idee gibt es seit den achtziger Jahren, doch die EU hat sie bis heute nicht vollständig umgesetzt.

„Nur Europa als Ganzes kann mit den anderen Supermächten der Welt mithalten“, sagt Maciej.

„Darin liegt das enorme, noch nicht ausgeschöpfte Potenzial Europas.

Wir beneiden SpaceX ein bisschen um seine Super-Raketen. Ein echter europäischer Binnenmarkt wäre das SpaceX Europas, das Raumschiff Europas. Solange wir aber all diese Schranken behalten, verlieren wir Milliarden Euro – rund die Hälfte des möglichen Werts“, erklärt er.

Gemeint sind Handelshemmnisse zwischen den Ländern oder „Schutzmaßnahmen, die vor zwanzig, dreißig Jahren für Dienstleistungen geschaffen wurden, die heute oft gar nicht mehr relevant sind“, ergänzt Maciej.

Hat Europa das nötige Talent für Erfolg?

Viele fordern, Europa müsse mehr tun, um neue Talente anzuziehen und das Ökosystem des Kontinents zu beleben. Maciej dagegen ist von den eigenen Talenten Europas überzeugt.

„In Europa gibt es unsere eigenen Elon Musks und wir haben Mark Zuckerbergs. Was uns noch fehlt, sind die SpaceX und Facebooks.

Aber beim Talent, beim Talentpool, haben wir eindeutig alles, was es braucht – und sogar mehr als unsere Wettbewerber. Die Ausbildung ist weiterhin sehr gut, wir haben starke Universitäten. Und wir verfügen über Eigenkapital, Europa ist nach wie vor ein reicher Kontinent.“

Maciej ist überzeugt, dass es vor allem darauf ankommt, dieses Potenzial richtig zu nutzen – mit einer vollendeten Bankenunion, einer Investitions- und Sparunion und weiteren Reformen.

„Beim Talent sind wir der reichste Ort der Welt.“

Was Europa von Polens Boomwirtschaft lernen kann

Vor seiner neuen Aufgabe war Maciej tief in der polnischen Unternehmenswelt verwurzelt.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Polens Wirtschaft zu einer der größten Erfolgsgeschichten Europas entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich mehr als verdoppelt.

Was kann der Rest Europas daraus mitnehmen?

„Wir sind jung, und ich habe keine Angst davor, dass wir das junge Europa sind.“

„Ich würde mir wünschen, dass der Rest Europas ebenfalls jünger denkt und sagt: Ja, wir schaffen das. Denn die Ressourcen sind wirklich da. Wir glauben an unsere Fähigkeiten, wir glauben an unsere Fähigkeit zur Veränderung. Dadurch passen wir uns viel schneller an neue Realitäten an.“

Polen hat durchaus Gründe für Optimismus. Die Wirtschaft ist 2024 um rund drei Prozent gewachsen, getragen vom Binnenkonsum und einem Investitionsboom nach der Pandemie. Ein zentraler Baustein war die Deregulierung.

„Die polnische Regierung hat vergangenes Jahr eine Art Deregulierungsinitiative gestartet. Einer der großen Unternehmer des Landes und der Ministerpräsident trafen sich jeden Monat öffentlich mit Medienvertretern und legten offen, welche Vereinfachungen im polnischen Recht bereits beschlossen waren.“

„Innerhalb von drei bis vier Monaten nach Start der Initiative wurden 160 Gesetze verabschiedet.

Zurück zur Lage in Europa: Wir haben alle nötigen Ressourcen, finanziell und menschlich. Es ist nur die Frage, wie wir sie zusammenbringen“, fasst Maciej zum Schluss zusammen.

The Big Questionist eine Reihe von Euronews Business, in der wir mit Branchenvertreterinnen und -vertretern sowie Expertinnen und Experten über einige der wichtigsten Themen der aktuellen Agenda sprechen.

Sehen Sie sich das Video oben an, um die vollständige Diskussion mit BusinessEurope zu verfolgen.

Weitere Quellen • Edited by Arno Aubert

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