Spaniens Ex-Regierungschef Mariano Rajoy sorgte mit seinen Aussagen über die Herkunft einiger französischer WM-Spieler für Kontroversen. Vor dem Halbfinale betonte Lamine Yamal die integrative Kraft des Fußballs.
Die Kolumne, die Mariano Rajoy nach jedem Spiel der spanischen Nationalmannschaft für "El Debate" schreibt, sorgt noch Tage nach ihrer Veröffentlichung für Gesprächsstoff. Der ehemalige Regierungschef hat diese Gewohnheit seit Beginn der Weltmeisterschaft wieder aufgenommen. Bereits vor vier Jahren in Katar kommentierte er die Auftritte der Nationalelf. In seinem neuesten Text lobte er zwar das Spiel der Mannschaft von Luis de la Fuente gegen Belgien, sorgte mit einigen Formulierungen jedoch für mehr Aufsehen als mit seiner sportlichen Analyse.
So schrieb Rajoy, er möge "die Roten" nicht und diese hätten dem Land nie etwas Gutes gebracht. Schon diese Worte entfachten eine Debatte. Die Kontroverse verschärfte sich, als der Ex-Regierungschef die Aufmerksamkeit auf die französische Nationalmannschaft und die Herkunft eines Teils ihrer Spieler lenkte. Er nannte das Team zwar herausragend, behauptete jedoch, es sei "ohne Franzosen", und sagte Spanien einen "formidablen" Gegner voraus.
Die Aussagen kursieren nicht nur in den spanischen Medien, sondern sorgten auch über die Landesgrenzen hinaus für ein großes Echo. In Frankreich gab es sogar eine Reaktion aus der Regierung von Emmanuel Macron.
Lamine Yamal weicht der Debatte aus: "Ich glaube, dafür ist kein Platz"
Am Dienstag erreichte die Debatte die Pressekonferenz vor dem Halbfinalspiel zwischen Frankreich und Spanien. Ein Journalist eines lokalen Mediums richtete seine Frage an Lamine Yamal und erinnerte ihn daran, dass er als Spieler mit vielfältigen Wurzeln in der spanischen Nationalmannschaft mit dieser Diskussion gut vertraut ist.
Der Stürmer aus Rocafonda wich der Frage nicht aus, ließ sich aber auch nicht in die hitzige Debatte hineinziehen. Er sagte, das Spiel am Mittwoch werde "eines der schönsten sein, die man bei einer Weltmeisterschaft bestreiten kann" und betonte die soziale Funktion des Fußballs als Mittel der Integration. Spanien und Frankreich seien dafür gute Beispiele. Zu den Worten Rajoys wolle er sich nicht äußern.