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La Roja gegen Les Bleus: Spanien und Frankreich kämpfen um das WM-Finale

Der Spanier Nico Williams und der Franzose William Saliba kämpfen im EM-Halbfinale am neunten Juli 2024 in München, Deutschland, um den Ball.
Der Spanier Nico Williams und der Franzose William Saliba kämpfen im EM-Halbfinale in München am neunten Juli 2024 um den Ball. Copyright  Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved
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Von Rafael Salido
Zuerst veröffentlicht am
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Spanien und Frankreich kämpfen in Texas um den Einzug ins WM-Finale. Vor dem Halbfinale belasten La Roja lange Reisewege und eine politische Kontroverse um Frankreichs Nationalteam.

Spanien und Frankreich kämpfen an diesem Dienstag im US-Bundesstaat Texas um den Einzug ins Finale der WM 2026. Die Partie steht im Zeichen der vielen Reisekilometer, die La Roja im Verlauf des Turniers bereits gesammelt hat. Gleichzeitig sorgt eine Kontroverse um Spaniens früheren Regierungschef Mariano Rajoy für Spannungen. Rajoy hatte das "sehr hohe Niveau" der französischen Auswahl gelobt, zugleich aber beklagt, sie spiele "ohne Franzosen".

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Das Team von Luis de la Fuente wird erneut von Lamine Yamal angeführt. Didier Deschamps kann auf sein gefährliches Offensivtrio mit Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé zurückgreifen.

In der französischen Abwehr gibt es allerdings Fragezeichen. Das bisherige Stammduo in der Innenverteidigung, Dayot Upamecano und William Saliba, hatte am vergangenen Wochenende für Unruhe gesorgt, weil beide über Beschwerden klagten und nicht trainieren konnten. Upamecano plagt ein Problem am Fuß, Saliba leidet unter Schmerzen im Lendenbereich.

Spanien kann dagegen mit dem kompletten Kader antreten. Die medizinische Abteilung des Athletic Club de Bilbao teilte am Montag mit, der körperliche Zustand von Nico Williams sei "in Ordnung".

Der Einsatz des Flügelspielers, der am Sonntag 24 Jahre alt wurde, ist eine sehr gute Nachricht für De la Fuente. Der Trainer betont zwar stets die Bedeutung der Mannschaft als Ganzes, "ob die Spieler nun zum Einsatz kommen oder nicht". Dennoch will er sein Team vor dem Duell mit der zweifachen Weltmeisterin nicht in falscher Sicherheit wiegen.

"Frankreich hat ein außergewöhnliches Potenzial gezeigt. Wir haben sehr hohe Erwartungen an das nächste Spiel und sind uns der Schwierigkeiten bewusst", sagte De la Fuente am vergangenen Samstag auf einer Pressekonferenz.

Viele Reisekilometer belasten Spaniens Team

Die Begegnung im AT&T Stadium in Dallas beginnt um 21.00 Uhr spanischer Zeit. Dort entscheidet sich, wer im Finale auf den Sieger des zweiten Halbfinals trifft. In diesem stehen sich am Mittwoch Argentinien und England gegenüber.

Spanien geht mit erheblichem körperlichem Verschleiß in das Halbfinale. Hauptgrund sind die logistischen Belastungen des Turniers. Die Auswahl von De la Fuente hat bereits mehr als 16.500 Kilometer zurückgelegt und musste sechs Zeitzonenwechsel verkraften. Reisen zwischen Tennessee, Mexiko, Kalifornien und Texas erschwerten die Vorbereitung zusätzlich zur sportlichen Belastung.

Der Unterschied zu Frankreich ist deutlich. Les Bleus bezogen ein festes Quartier in Massachusetts und reisten zunächst nur zwischen Boston, Philadelphia und New Jersey, bevor es weiter nach Dallas ging. Insgesamt legte das Team rund 5.700 Kilometer zurück, also etwa 10.800 Kilometer weniger als La Roja. Das ermöglichte den Franzosen eine deutlich stabilere Turnierplanung.

Rajoy entfacht unerwartete Kontroverse zwischen Spanien und Frankreich

Historisch standen sich beide Nationalmannschaften 38-mal gegenüber. Die Bilanz spricht für Spanien mit 18 Siegen, Frankreich kommt auf 13 Erfolge. Das Duell gilt dennoch als besondere Begegnung, nicht nur wegen seiner sportlichen Bedeutung, sondern auch wegen eines Kommentars des früheren spanischen Regierungschefs Rajoy, der in Paris für großen Unmut sorgte.

"Was wird passieren? Auf eine solche Frage ist eine Antwort nicht leicht", schrieb der frühere PP-Vorsitzende am vergangenen Samstag in einer Kolumne, die in "El Debate" veröffentlicht wurde. "Man darf nicht vergessen, dass Frankreich zweimal Weltmeister war und im vergangenen Finale stand. Es hat bei dieser WM alle Spiele gewonnen und führt die FIFA-Weltrangliste an. Außerdem verfügt es über einen Kader von sehr hohem Niveau. Allerdings ohne Franzosen. Und die Mannschaft spielt sehr gut. Sie wird ein beeindruckender Gegner sein."

Die Formulierung "ohne Franzosen", offenbar eine Anspielung darauf, dass viele Spieler der Bleus Wurzeln in früheren französischen Kolonien haben, kam in Paris gar nicht gut an. Politikerinnen und Politiker bezeichneten die Äußerung als "rassistisch". In ähnlichem Ton äußerte sich am Montag auch Ministerpräsident Pedro Sánchez. Er hatte bereits am Sonntag in den sozialen Netzwerken kritisiert, es gebe noch immer Menschen, "die Zugehörigkeit nach Nachnamen, Geburtsort oder Hautfarbe" messen.

Für zusätzliche Brisanz sorgt, dass mit Aymeric Laporte ein Spieler für Spanien aufläuft, der in der französischen Stadt Agen im französischen Baskenland geboren wurde. Unweit davon, im benachbarten Anglet, ging Deschamps selbst zur Schule. Der französische Nationaltrainer war zeitweise sogar Pelotari und hat seinen Respekt vor Spanien immer wieder betont.

"Spanien ist der aktuelle Europameister. Wir haben vergangenen Sommer das Nations-League-Halbfinale gegen sie bestritten, also ... Vor dieser WM galten wir als Favorit, aber Favorit ist Spanien", sagte Deschamps in dieser Woche und versuchte damit, den Druck auf den Gegner zu verlagern.

Damit bleibt offen, wer am kommenden Sonntag im Finale der WM 2026 steht: der aktuelle König Europas oder der amtierende Vizeweltmeister.

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