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WM: Streit um Ägypten-Spiel – Petition gegen Argentinien erreicht 6 Millionen Unterschriften

WM 2026 in Atlanta: Messi jubelt über sein zweites Tor im Achtelfinale Argentinien gegen Ägypten
WM 2026: Messi jubelt über sein zweites Tor im Achtelfinale Argentinien gegen Ägypten in Atlanta Copyright  AP Photo
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Von Ekbal Zein
Zuerst veröffentlicht am
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Einige Profi-Fußballer, nennen es den "Fußball-Diebstahl des Jahrhunderts". Der Chef der FIFA-Schiedsrichterkommission, Pierluigi Collina, verteidigt die Entscheidungen. Laut ihm empfahl der VAR zu Recht, Zicos Tor zu annullieren, weil Marwan Attia im Aufbau Lisandro Martínez gefoult hatte.

Ein Sturm der Empörung nach dem umstrittenen Achtelfinale zwischen Argentinien und Ägypten bei der Weltmeisterschaft 2026 hat sich binnen kurzer Zeit in eine massive Online-Kampagne verwandelt.

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Eine Petition, die den Ausschluss des Titelverteidigers aus dem Turnier fordert, hat bereits mehr als sechs Millionen Unterschriften gesammelt. Im Netz erheben viele zudem den Vorwurf, der französische Schiedsrichter François Letexier habe Argentinien bevorzugt.

Die Petition, veröffentlicht auf der Seite argentinaout.com, richtet direkte Vorwürfe an die FIFA und die Schiedsrichter. Sie unterstellt ihnen, die argentinische Nationalmannschaft und ihren Kapitän Lionel Messi zu unterstützen.

Darin heißt es: „Warum sollen die übrigen Länder überhaupt antreten, wenn der Sieger schon vorher feststeht? Werft Argentinien aus der Weltmeisterschaft und gebt allen eine faire Chance.“

Argentiniens Trainer Lionel Scaloni wies diese Vorwürfe zurück. Manipulationen von Ergebnissen seien im Zeitalter des Videoassistenten (VAR) praktisch unmöglich, betonte er. Die moderne Technik mache es sehr schwer, zweifelhafte Entscheidungen unentdeckt zu lassen.

Vor einer Woche hatte der Titelverteidiger einen Rückstand von zwei Toren gegen Ägypten noch in einen dramatischen Sieg mit drei zu zwei verwandelt. Argentinien erzielte in den letzten 13 Minuten drei Treffer, obwohl Messi in der ersten Halbzeit einen Strafstoß vergab.

Das Ergebnis löste in Ägypten jedoch massive Volkswut aus. Nationaltrainer Hossam Hassan sprach von einer unfairen Spielleitung und deutete an, der Schiedsrichter sei unter Druck gestanden, Argentinien im Turnier zu halten.

Im Mittelpunkt der Debatte stand der Treffer von Mostafa Zico in der zweiten Halbzeit, den der Schiedsrichter wegen eines angeblichen Foulspiels im Aufbau aberkannte. Das ägyptische Team wies dies entschieden zurück und erklärte, das behauptete Foul habe es nie gegeben.

Für Unmut sorgte außerdem, dass kurz vor dem argentinischen Siegtreffer ein Foul an Mohamed Salah ungeahndet blieb. Beobachter warfen dem Referee vor, ein klares Einsteigen gegen den Star des FC Liverpool übersehen zu haben. So erhielt Argentinien die Chance, einen entscheidenden Angriff zu starten, der das Spiel drehte.

Der Vorsitzende der Schiedsrichterkommission der FIFA, Pierluigi Collina, verteidigte die Entscheidungen. Der Videoassistent habe zu Recht empfohlen, Zicos Tor zu annullieren, nachdem er ein Foul von Marwan Attia an Lisandro Martínez im Aufbau erkannt habe, sagte Collina.

Er betonte, der Eingriff sei präzise gewesen und habe den geltenden Protokollen entsprochen. Für Aufsehen sorgte jedoch, dass der französische Referee Letexier aus der Liste der für den weiteren Turnierverlauf vorgesehenen Schiedsrichter gestrichen wurde. Viele sahen darin ein indirektes Eingeständnis, dass es gravierende Fehlentscheidungen gegeben habe.

Die Kritik kam nicht nur aus Ägypten, sondern auch von einigen der größten Namen im Weltfußball. Real-Madrid-Trainer José Mourinho bezeichnete die Partie als „Raub am helllichten Tag“. Er sagte: „Der Videoassistent soll für Gerechtigkeit sorgen, nicht für Verwirrung. Heute hatte man den Eindruck, dass jede wichtige Entscheidung zugunsten Argentiniens ausfiel.“

Der frühere französische Nationalspieler Patrice Evra zeigte sich erstaunt über die Annullierung des Zico-Treffers, den er als außergewöhnlich schön bezeichnete. Er fragte, warum die Unparteiischen zwei Minuten lang eine Szene überprüften, die für viele wie ein reguläres Tor aussah.

Englands Torjäger-Legende Alan Shearer ging noch weiter und sprach von einer „Inszenierung“. Spöttisch fragte er: „Wenn die FIFA den Titel Messi schenken will, soll sie es offen sagen – und alle anderen Spieler können nach Hause fahren.“

Der frühere Manchester-United-Star Paul Scholes sprach von der „größten Fußballraub-Serie“, die er in seiner Laufbahn gesehen habe. Alle strittigen Entscheidungen seien von Beginn an gegen Ägypten gefallen, meinte er.

Liverpools Vereinsikone Jamie Carragher wunderte sich darüber, dass der Videoassistent in eine Szene eingriff, die in den großen Ligen in der Regel nicht als Foul gepfiffen wird. Und Gary Neville, ebenfalls früherer Profi von Manchester United, warf den Unparteiischen zum Abschluss Doppelmoral vor. Hätte Argentinien denselben Treffer erzielt, wäre er seiner Ansicht nach nicht annulliert worden.

Trotz all der Kontroversen bleibt die Online-Petition rechtlich ohne Wirkung. Über Strafen oder einen Ausschluss aus dem Turnier entscheidet ausschließlich die FIFA.

Im Halbfinale wartet nun ein brisantes Duell mit England, das sich nur knapp gegen Norwegen durchgesetzt hat. Die Partie wird heute, am 15. Juli, um 21:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angepfiffen.

Diese Begegnung könnte die Debatte weiter anheizen und die Schiedsrichterfrage bei dieser Weltmeisterschaft erneut auf den Tisch bringen. Viele fürchten, dass sich ein Eindruck von Parteilichkeit in weiteren entscheidenden Spielen verfestigen könnte.

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