Ein französischer Teenager ist wegen eines Streichs in Singapur zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte einen abgeleckten Strohhalm zurück in einen Saftautomaten gesteckt. Sein Post ging viral.
Der 19-jährige Didier Maximilien ist an diesem Donnerstag in Singapur zu einer Geldstrafe von 600 Singapur-Dollar (umgerechnet 406 Euro) verurteilt worden. Es hätte auch eine mehrmonatige Gefängnisstrafe werden können.
Der Angeklagte hatte gestanden, ein Video in sozialen Netzwerken veröffentlicht zu haben, das ihn zeigt, wie er einen zuvor abgeleckten Trinkhalm wieder in den Ausgabeschacht eines Automaten für frisch gepressten Orangensaft zurücksteckt.
Maximilien, der in Singapur studiert, stellte das Video seines Streichs mit der Bildunterschrift "city is not safe" auf Instagram online.
Der Clip verbreitete sich kurz danach Mitte März rasant auf Instagram und löste Empörung aus. Die Reaktionen führten zu Maximiliens Festnahme in Singapur. Der Stadtstaat ist für seine strikte Durchsetzung von Regeln zu öffentlicher Ordnung und Hygiene bekannt.
Bei der Urteilsverkündung erklärte die Richterin, angesichts von Maximiliens "Alter und Art des Delikts" kämen Alternativen wie Bewährung oder eine gemeindebasierte Strafe nicht in Betracht.
Die Staatsanwaltschaft stimmte dem Vorschlag der Verteidigung zu, eine Geldstrafe zu verhängen. Die Tat liege am "unteren Ende" der Skala ihrer Schwere, und obwohl die Hygiene beeinträchtigt worden sei, habe niemand aus der Öffentlichkeit den Trinkhalm benutzt, sodass "kein Schaden feststellbar" gewesen sei.
Außerdem habe Maximilien "zum frühestmöglichen Zeitpunkt ein Geständnis abgelegt".
In Singapur drohen wegen öffentlicher Belästigung bis zu 2.000 SG$ (umgerechnet 1.353 Euro) Geldstrafe und bis zu drei Monate Haft.
"Er bereut zutiefst, all diesen Ärger verursacht zu haben", sagte Maximiliens Verteidiger vor Gericht.
iJooz-Verkaufsautomaten sind in den Einkaufsvierteln ein gewohnter Anblick. Sie verkaufen frisch gepressten Orangensaft für 2 SG$ (1,35 Euro) pro Becher. Das Unternehmen ersetzte nach dem Streich des Teenagers alle 500 Trinkhalme im Automaten.
Singapur ist für seinen kompromisslosen Umgang mit öffentlichen Stunts bekannt.
Im vergangenen Jahr wies Singapur einen Australier nach einer neuntägigen Haftstrafe aus, weil er beim Asienstart von "Wicked Teil 2" auf Filmstar Ariana Grande zugerannt war.