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Wegen Drogenbesitzes: Singapur richtet erstmals seit 20 Jahren eine Frau hin

Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass in Singapur eine Frau hingerichtet wurde.
Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass in Singapur eine Frau hingerichtet wurde. Copyright Vincent Thian/Copyright 2019 The AP. All rights reserved
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Von Euronews mit AP, dpa
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Die 45-jährige Frau war 2018 wegen des Besitzes von knapp 31 Gramm reinen Heroins zum Tode verurteilt worden. Jetzt ist sie trotz Protest von Menschenrechtlern erhängt worden.

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Die 45-jährige Frau war 2018 wegen des Besitzes von knapp 31 Gramm reinen Heroins zum Tode verurteilt worden. Jetzt ist sie trotz Protest von Menschenrechtlern erhängt worden.  

Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass in Singapur eine Frau hingerichtet wurde. Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International und Prominente hatten die Behörden in dem Stadtstaat bis zuletzt gebeten, die Verurteilte zu begnadigen.

Zuletzt war 2004 eine 36-jährige Frau in Singapur gehängt worden, ebenfalls wegen Drogendelikten. 

Extrem strenge Gesetze

Singapur hat extrem strenge Gesetze, wenn es um Vergehen wie Drogenbesitz oder -handel geht. "Das Drogenmissbrauchsgesetz sieht die Todesstrafe vor, wenn die gehandelte Menge Diamorphin (Heroin) mehr als 15 Gramm beträgt", so das Rauschgiftdezernat des Stadtstaats. "30,72 Gramm Diamorphin sind mehr als das Doppelte dieser Menge und reichen aus, um die Sucht von etwa 370 Drogenabhängigen eine Woche lang zu stillen."

Amnesty International erklärte dazu vor wenigen Tagen, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Todesstrafe eine abschreckende Wirkung oder Auswirkungen auf den Konsum und die Verfügbarkeit von Drogen habe.

Bereits am Mittwoch war ein 57-jähriger Mann wegen des Besitzes von etwa 50 Gramm Diamorphin hingerichtet worden. "Es ist beschämend, dass die Regierung Singapurs weiterhin Menschen wegen gewaltloser Drogendelikte erhängen lässt und sich damit Ländern wie Nordkorea und dem Iran anschließt", twitterte der britische Milliardär Richard Branson. "Es ist an der Zeit, dass Singapurs Amoklauf aufhört, bevor sein Ruf dauerhaft geschädigt wird."

Nach dem Ende der Corona-Pandemie, während der Exekutionen ausgesetzt worden waren, hätten die Behörden in Singapur eine neue "Hinrichtungsserie" eingeleitet, schrieb Human Rights Watch (HRW) im vergangenen Jahr. Allein 2022 seien Todesurteile gegen mindestens elf Menschen vollstreckt worden. "Aktivisten und Anwälte wurden systematisch schikaniert und sogar verhaftet und inhaftiert, weil sie sich gegen die Todesstrafe und andere Themen ausgesprochen hatten."

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