Durch den historisch niedrigen Wasserstand sind im Flussbett beim bulgarischen Dorf Ryahovo Knochen eines großen Mammuts aufgetaucht. Experten gehen von einem Wollhaarmammut (Mammuthus primigenius) aus.
Am Ufer der Donau nahe der bulgarischen Kleinstadt Ryahovo sind Überreste eines urzeitlichen Mammuts aufgetaucht. Der Fluss führt wegen der jüngsten Hitzewellen Wasser auf einem Rekordtiefstand. Dadurch wurden Knochen freigelegt, die nach Einschätzung von Forschern des Regionalmuseums für Geschichte in Ruse zu einem Exemplar von "Mammuthus primigenius" gehören, dem bekannten Wollhaarmammut.
Bislang hat das Forschungsteam einen Unterkiefer, Stoßzähne, ein Schulterblatt, Rippen und weitere Knochenfragmente geborgen und identifiziert. Ein Großteil des Skeletts liegt jedoch vermutlich noch im Boden.
Der Kurator des Museums, Krasimir Kirov, erklärte, das Tier sei fast fünf Meter hoch und mehr als sieben bis acht Tonnen schwer gewesen. Es könnte von der Donau an die heutige Fundstelle transportiert worden sein. In dem Fluss haben sich über Jahrtausende hinweg Überreste prähistorischer Tiere angesammelt.
Die Art existierte etwa von 800.000 - 500.000 Jahren vor unserer Zeit bis vor rund 10.000 - 7.000 Jahren. Die Knochen sind also mehrere tausend Jahre alt. Wegen des langen Kontakts mit Wasser werden sie mit größter Vorsicht aus dem Flussbett entnommen, da sie an der Luft besonders anfällig für weitere Verwitterung sind.
Nach der Sicherung und wissenschaftlichen Untersuchung sollen die Funde im Museum von Ruse ausgestellt werden. Die Stadt liegt rund 30 Kilometer vom Fundort entfernt.
Donau-Niedrigwasser: Was der Fluss freigibt
Die Donau, die von Südwestdeutschland bis zum Schwarzen Meer durch zehn Staaten fließt, führt derzeit vielerorts Rekordniedrigwasser. Dadurch kommen Felsen, Sandbänke und alte Schiffswracks zum Vorschein, die früher nicht oder kaum sichtbar waren.
Wracks sind sowohl in Ungarn nahe Mohács als auch in Serbien bei Prahovo vom Niedrigwasser freigelegt worden. Dort wurden deutsche Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar.
Die Funde sind jedoch nicht die einzige Folge des Niedrigwassers der Donau. Ungarn steht unter Druck, weil das Kernkraftwerk Paks wegen des niedrigen Pegels zeitweise abgeschaltet werden musste. Das Flusswasser hätte die Anlage nicht ausreichend kühlen können.