Von den 1950er bis zu den 2020er Jahren schuf Kusama riesige Punkt-Kunstwerke und Skulpturen. Später galt sie weltweit als Superstar der Kunstszene.
Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama, weltbekannt für ihre Skulpturen und Installationen, ist im Alter von 97 Jahren gestorben.
Yayoi Kusama ist nach Angaben ihres Ateliers am 14. August in einem Krankenhaus in Tokio gestorben. Die Ursache ihres Todes wurde nicht bekanntgegeben.
„Sie hat bis zu ihren letzten Tagen weiter gemalt, den Pinsel nie aus der Hand gelegt und unablässig die ewige Liebe und die unsterbliche Seele erforscht“, hieß es in der Erklärung des Ateliers. „Wir werden Kusamas Wünsche weitertragen und den Menschen weltweit durch Kunst Hoffnung und Stärke für die Zukunft geben.“
Berühmt wurde Kusama mit farbenprächtigen, psychedelisch wirkenden Arbeiten mit Wiederholungsmustern, besonders ihren charakteristischen Punkten. Ihre Werke wurden in großen Museen rund um den Globus gezeigt.
„Tupfen sind großartig“, sagte Kusama in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press im Jahr 2012. Sie trat mit ihrem typischen orangefarbenen Bob und einem gepunkteten Outfit auf.
„Ich möchte tausend Gemälde schaffen, vielleicht zweitausend Gemälde, so viele, wie ich malen kann“, sagte sie in einem kindlichen, aber nüchternen Ton. „Ich werde weiter malen, bis ich sterbe.“
Sie erklärte, ihre typischen Punkte gingen auf Halluzinationen zurück, die sie seit ihrer Kindheit erlebte. Trotz vieler Jahre in psychiatrischen Kliniken verfolgte sie eine internationale Karriere und zog 1957 nach New York.
Als Kusama nach New York kam, bestimmte das „Action Painting“ die Kunstszene. Ihre eigenwilligen Punkte lagen außerhalb des Mainstreams. Sie lebte jahrelang in Armut und blieb weitgehend unbekannt, entwickelte ihren Stil aber konsequent weiter.
Ende der 1960er Jahre machte sie mit Antikriegs-Happenings auf sich aufmerksam und freundete sich mit Künstlern wie Andy Warhol, Georgia O’Keeffe und Joseph Cornell an.
Zu ihren Arbeiten gehören „Macaroni Girl“, in dem sie die Angst vor dem Essen untersucht, die riesigen Tulpenskulpturen „The Visionary Flowers“ und die Spiegelinstallation „Mirrored Corridor“.
Im späteren Leben erlangte Kusama weltweite Berühmtheit. Sie arbeitete mit Modemarken wie Louis Vuitton zusammen und brachte ihre typischen Motive auf Produkte wie Kleidung, Tassen und Accessoires.
Zu ihren Erfolgen zählt, dass eines ihrer Werke 2008 bei einer Auktion von Christie’s für 5,8 Millionen Dollar (4,9 Millionen Euro) versteigert wurde. 2016 erhielt sie Japans renommierten Kulturorden als Anerkennung für ihre Verdienste um die Kunst.
Kusama, die auch Filme gedreht und mehrere Romane veröffentlicht hat, sagte, sie wisse nicht genau, woher ihre Ideen kommen. Sie nehme einfach den Pinsel in die Hand und beginne zu malen. Der Prozess sei so rätselhaft, dass sie sich manchmal selbst überrasche, sagte sie der AP.
„Ich denke: ‚Oh, das habe ich gemalt? Daran habe ich gedacht‘“, sagte sie.
Kusama, die für ihre ruhige, scheue Art bekannt war, blieb ihrem unverwechselbaren Stil über Jahrzehnte treu und brachte ihre Kunst zu einem weltweiten Publikum.
Kusama nahm die Aufmerksamkeit und Anerkennung für ihre Kunst an, blieb dabei aber eine Mischung aus Verletzlichkeit und Trotz. Sie beschrieb sich selbst als „eine künstlerische Revolutionärin“, räumte zugleich ein: „Ich habe ständig vor allem Angst.“
„Ich habe das Gefühl, dass mir im Leben nur noch wenig bleibt, aber ich kämpfe jetzt noch immer bis zum Äußersten für meine Kunst“, sagte sie. „Ich gebe alles, damit sich viele Menschen auch nach meinem Tod weiter für meine Kunst interessieren.“