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Reisebranche erhöht Druck auf EU: Pannenstart des EES schürt Angst vor Grenzchaos

Kritik am EES-Start: Chaos an zahlreichen EU-Reisedrehkreuzen
Start des EES stößt europaweit auf Kritik und sorgt an vielen EU-Verkehrsknoten für Chaos. Copyright  Icarus Chu/Unsplash
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Von Saskia O'Donoghue
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach Auslaufen der Notfallregeln gerät das Einreise-/Ausreisesystem der EU erneut unter Druck. Reiseanbieter warnen vor langen Warteschlangen und verpassten Flügen.

Nach einem Sommer mit langen Schlangen, verpassten Flügen und chaotischen Grenzkontrollen sind die Notfall-Lockerungen der EU für ihr Einreise-/Ausreisesystem (EES) am sechsten September ausgelaufen.

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Die befristeten Regeln erlaubten es den Mitgliedstaaten, Fingerabdruck- und Gesichtsscans in Ausnahmefällen auszusetzen, um Staus an den Grenzen zu verringern.

Branchenverbände fordern nun, die Sonderregelungen über September hinaus zu verlängern. Sie warnen, dass Reisende an Europas Grenzen erneut mit langen Wartezeiten rechnen müssen.

Auslöser sind Wartezeiten von bis zu fünf Stunden im Juli, berichtet der Flughafenverband Airports Council International (ACI).

Besonders betroffen waren die Flughäfen in Lissabon, Mailand, Rom und Krakau im dicht gedrängten Sommerverkehr.

Viele Probleme gehen auf defekte Automaten, zu wenig Personal und Kinderkrankheiten des Systems zurück.

Vertreter von Ryanair kritisieren das EES seit seiner Einführung im Oktober vergangenen Jahres. In dieser Woche sagte der operative Chef Neal McMahon: „Die EU hat das EES vom Start weg zu einem einzigen Chaos gemacht.“

„Fluggesellschaften, Flughäfen und Grenzbehörden haben Brüssel wiederholt gewarnt, dass das System nicht einsatzbereit sei, die Abfertigung länger dauere und überlange Schlangen für Passagiere verursache“, ergänzte McMahon. „Diese Warnungen sind ignoriert worden – und nun sind es EU-Bürgerinnen und Bürger, die ausgebremst und beeinträchtigt werden.“

Er fordert, dass die EU-Kommission die EES-Flexibilität mindestens bis April 2027 verlängert. „Die Passagiere dürfen nicht den Preis für die gescheiterte Einführung des EES zahlen“, sagte er.

Unterdessen übte Matthew Pack, Chef von Holiday Extras (Quelle auf Englisch), scharfe Kritik am EES. Er sagte: „Wenn die EU es nicht klar ausspricht, tun wir es: Diese Grenzsysteme sind gescheitert … das EES funktioniert nicht.“

Er fügte hinzu: „Damit gibt es zwei EU-Grenzen. Die eine existiert in den offiziellen Verlautbarungen, dort läuft das EES angeblich reibungslos und ETIAS liegt im Plan. Die andere erleben die Urlauber vor Ort: Dort stehen sie in der Schlange, Grenzbeamte setzen die Regeln irgendwie durch und alle wissen, was wirklich passiert – nichts funktioniert so, wie vorgesehen.“

„Ein System, das nur mit so viel stiller Improvisation läuft, ist nicht bereit. Ehrlich wäre es, das offen zu sagen, es zurückzunehmen und sauber neu aufzubauen.“

Die Kritik folgt auf eine Erklärung der EU-Kommission, die nahelegt, dass das EES aus ihrer Sicht längst nicht so katastrophal verlaufen ist, wie manche behaupten.

„Das System hat im Sommer im Großen und Ganzen gut funktioniert. Bis zum sechsten September hatten wir zudem die Möglichkeit, die Erfassung biometrischer Daten bei außergewöhnlichen Umständen vorübergehend auszusetzen“, sagte eine Sprecherin der Kommission vergangene Woche.

„Wir stehen mit den wenigen Mitgliedstaaten, in denen Nachbesserungen nötig sind, in engem Kontakt.“

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