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Russische Drohne trifft Zug von Kyjiw nach Warschau – Merz-Berater evakuiert

Nexta TV/X
Nexta TV/X Copyright  Rosyjski bezzałogowiec uderzył w niedzielę w lokomotywę pociągu pasażerskiego relacji Kijów-Warszawa, który w chwili ataku znajdował się w odległości 2 km od granicy z Polską
Copyright Rosyjski bezzałogowiec uderzył w niedzielę w lokomotywę pociągu pasażerskiego relacji Kijów-Warszawa, który w chwili ataku znajdował się w odległości 2 km od granicy z Polską
Von Tomasz Lezon & Euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ein russischer Angriff nahe der polnische Grenze: Am Sonntag traf eine Drohne die Lok eines Zuges von Kyjiw nach Warschau, Polen ließ Kampfflugzeuge starten. Bei einem anderen Vorfall musste ein Sonderzug, unter anderem mit einem Berater von Kanzler Merz, evakuiert werden.

Am Sonntag hat eine russische Drohne die Lokomotive eines Passagierzuges auf der Strecke Kyjiw–Warschau getroffen. Der Angriff ereignete sich im Gebiet Wolhynien, nur rund 2 km von der polnischen Grenze entfernt.

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Nach Angaben der staatlichen ukrainischen Eisenbahn Ukrzaliznycia wurde niemand verletzt.

Der Betreiber der Bahn sprach von einem weiteren Tag russischer Angriffe auf die ukrainische Bahninfrastruktur. Ukrzaliznycia schrieb auf Telegram: „Bereits den zweiten Tag in Folge greift der Feind die Eisenbahn an. Heute hat er im Gebiet Wolhynien, 2 km von der Grenze zu Polen entfernt, die Lokomotive eines Passagierzuges getroffen.“

Frühe Warnung verhinderte Schlimmeres

Eine Katastrophe blieb auch dank einer frühen Warnung aus. Das Team, das Drohnenangriffe überwacht, erkannte die Gefahr und informierte die Zugbesatzung rechtzeitig. So konnte es Maßnahmen zum Schutz der Fahrgäste und des Bahnpersonals einleiten.

„Wir überwachen die Gefahr aus der Luft fortlaufend, halten den Zugverkehr aufrecht und ergreifen größtmögliche Sicherheitsmaßnahmen für Fahrgäste und Beschäftigte der Bahn“, versicherte Ukrzaliznycia.

Der Angriff nahe der polnischen Grenze war Teil einer größeren russischen Luftoffensive. Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte führte Russland in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen massiven Angriff mit mehr als 450 Drohnen durch, darunter auch mit Strahltriebwerken ausgerüstete Modelle sowie vier Banderol‑Raketendrohnen.

Durch die nächtlichen Angriffe kamen mindestens drei Menschen ums Leben, 36 wurden verletzt. Die russischen Attacken trafen auch Regionen in der Westukraine, die unmittelbar an Polen grenzen.

Das Ausmaß des Angriffs machte eine vorübergehende Einschränkung des Verkehrs an den polnisch‑ukrainischen Grenzübergängen nötig. Der Sprecher der polnischen Grenzschutzbehörde, Major Dariusz Sienicki, erklärte der Nachrichtenagentur PAP, in der Nacht seien die Abfertigungen aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden.

In Dorohusk, Zosin und Dołhobyczów läuft der Grenzverkehr inzwischen wieder normal. Auch in Hrebenne soll die Abfertigung wieder aufgenommen werden.

Der Grenzschutz meldete zugleich keine unmittelbare Gefahr an den polnischen Übergängen. „Wir hatten lediglich die Information aus der Ukraine, dass in etwa 800 Metern Entfernung vom Übergang Jagodzin eine Drohne einen Lkw getroffen und zerstört hat“, sagte Major Sienicki.

Ukrainischer Außenminister: „Putins Terror klopft an die Türen von EU und NATO“

Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha äußerte sich zu den Vorfällen nahe der polnischen Grenze. Er schrieb am Sonntag auf der Plattform X, die russischen Angriffe hätten sich im Bereich des polnisch‑ukrainischen Grenzübergangs Dorohusk–Jagodzin ereignet.

„Die barbarischen russischen Angriffe in der Nähe des Grenzübergangs Jagodzin zwischen der Ukraine und Polen sind nicht nur ein weiterer Akt der Aggression gegen unsere Staatsgrenzen. Es ist Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der NATO klopft“, schrieb der ukrainische Minister.

„Liebe Partner, die russischen Barbaren stehen vor euren Toren“, so Sybiha.

Der ukrainische Chefdiplomat rief die Verbündeten zugleich zu einer entschlossenen Antwort an Russland auf. Er nannte neue Wirtschaftssanktionen und Einschränkungen für die russische Rüstungsindustrie als mögliche Schritte.

„Sorgen Sie dafür, dass Moskau die Folgen seines Terrors spürt. Gefragt sind keine halbherzigen Maßnahmen, sondern kompromisslose, entschlossene Schritte: ein vollständiges Handelsembargo, ein komplettes Einreiseverbot, umfassende Sanktionen gegen die russische Rüstungsindustrie“, appellierte Sybiha.

Polen lässt Militärflugzeuge starten

Angesichts der russischen Angriffe auf die Westukraine ergriff die polnische Armee Maßnahmen zum Schutz des eigenen Luftraums. Das Operative Kommando der Teilstreitkräfte berichtete über den Einsatz der polnischen Luftwaffe und weitere präventive Schritte.

Die Bewohner der Woiwodschaften Lublin und Karpatenvorland erhielten am Morgen eine Warnmeldung des Regierungszentrums für Sicherheit. Sie warnte vor dem russischen Luftangriff auf das Gebiet der Ukraine und informierte über den Einsatz der polnischen Luftwaffe. Der Alarm wurde gegen 9.00 Uhr aufgehoben, nach etwa fünf Stunden.

Kurz vor 10.00 Uhr teilte das Operative Kommando mit, dass der Einsatz militärischer Luftfahrzeuge im polnischen Luftraum beendet sei. Zugleich wurde betont, dass keine Verletzung des polnischen Luftraums festgestellt wurde.

Der Verteidigungsminister erklärte zudem, polnische Systeme hätten am frühen Morgen einen Angriff von Geran‑5‑Jetdrohnen im Westen der Ukraine registriert. „In den frühen Morgenstunden haben unsere Systeme einen Angriff von rund einem Dutzend Geran‑5‑Jetdrohnen in der Westukraine verzeichnet“, schrieb er auf X. Einer der Drohnen habe demnach etwa ein Kilometer von der polnischen Grenze entfernt eingeschlagen, eine weitere rund fünf Kilometer davon entfernt.

Die Ereignisse vom Sonntag zeigen, dass russische Angriffe auf die Ukraine erneut unmittelbar im Grenzgebiet zu Polen stattfinden. Besonders brisant ist, dass eines der Ziele Bahninfrastruktur war, die ein Passagierzug auf der Strecke nach Warschau nutzt.

Weitere Einschläge erfolgten nahe eines Grenzübergangs zu Polen.

Auch Günter Sautter, einer der engsten Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, war betroffen. Der außen- und sicherheitspolitische Berater im Bundeskanzleramt war in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit einem Nachtzug von Kyjiw in Richtung Polen unterwegs. Gegen fünf Uhr morgens hielt der privat gecharterte Zug unweit der polnischen Grenze; wegen Drohnenangriffen in der Grenzregion wurden Teile des Zuges evakuiert.

Neben Sautter befanden sich auch Sicherheitsberater anderer europäischer Regierungen, Bundestagsabgeordnete, Diplomaten und Wissenschaftler an Bord. Auch der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson fuhr nach der Konferenz mit dem Sonderzug zurück nach Polen.

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