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Internationale Initiativen zur Rettung des Aralsees

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Von Galina PolonskayaSabine Sans
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Am Aralsee spielt sich seit mehr als 50 Jahren eine der größten Umweltkatastrophen der Welt ab. Das riesige Binnengewässer in Zentralasien, verschwindet allmählich.

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Wo früher Wasser war, erstreckt sich jetzt eine endlose Staubwüste. Das Verschwinden des Aralsees ist eine der schlimmsten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophe der Welt. Usbekistan führt in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern Initiativen durch, um das betroffene Gebiet wiederherzustellen.

Verbesserung der Umwelt in der Region

Von der Stadt Muynak geht es ins "Aralkum", eine durch die Austrocknung des Aralsees entstandene Wüste. Im Rahmen eines staatlichen Programms, das 2018 vom usbekischen Präsidenten initiiert wurde, wird dort ein Wald angelegt. 1 Million und 730 Hektar wurden bereits mit salz- und trockenheitsresistenten Baumsträuchern aufgeforstet. Das Ziel ist die Verbesserung der Umwelt in der Region. 

"Die Pflanzenwurzeln verhindern Erosion und binden Salz und Sand im Boden", erklärt Zinovy Novitsky, Chefkurator des staatlichen Programms zur Aufforstung des ausgetrockneten Bodens des Aralsees. "Sie geben Sauerstoff ab und absorbieren Kohlendioxid - auch das ist ein positiver Effekt."

Jedes Jahr wirbeln Sandstürme mehr als 100 Millionen Tonnen Staub und giftige Salze vom trockenen Boden des Aralsees in die Luft. Schwarzer Saxaul, die Schlüsselpflanze des Projekts, übernimmt die Funktion eines natürlichen Schutzschildes. Zinovy Novitsky:

"Saxaul dient als mechanisches Hindernis. Ein solcher Strauch kann eine Tonne giftigen Sand und Salz zurückhalten. Ohne ihn würde all das in die Luft aufsteigen und über weite Strecken verteilt werden."

Das Verschwinden des Aralsees

Der Aralsee verschwindet seit Jahrzehnten, Schuld ist der Mensch und der Klimawandel. Schon zu Stalins Zeiten in der Sowjetunion wurden die Flüsse, die den Aralsee speisen, für Bewässerungsprojekte angezapft. Das hatte dramatische Auswirkungen auf das lokale Klima und alle Aspekte des Lebens in diesem Gebiet. Einst war das Gebiet ein Zentrum der Fischereiindustrie, aber in nur einem halben Jahrhundert sind nur noch 10 Prozent des Sees übrig geblieben.

Der Aralsee, einst der viertgrößte See der Welt, war früher reich an verschiedenen Fischarten. Was jetzt noch übrig ist, wird mit dem Toten Meer verglichen. Im schwindenden westlichen Aralsee ist die Salzkonzentration so hoch, dass es keine Fische mehr gibt. Das Seeufer ist jetzt 150 Kilometer von der einstigen Hafenstadt Muynak entfernt. 

Projekt "My garden in the Aral Sea"

Eine weitere Renaturierungs-Maßnahme ist das Projekt "My garden in the Aral Sea". Eine grüne Oase mit verschiedenen Baumarten liegt nur wenige Autominuten von Muynak entfernt. Über das Internet kann jeder ein Baumpate werden. Das Projekt wird von verschiedenen internationalen Organisationen unterstützt. Das Ziel ist es, 1 Million Bäume zu pflanzen. 

Bäume pflanzen für die Umwelt

Bakhitjan Khabibullaev, Leiter des internationalen Innovationszentrums für das Aralsee-Becken: "Unsere Aufgabe ist es, das Ökosystem dieser Region wiederherzustellen, damit solche Oasen auch an anderen Orten entstehen. Ziel ist es, der Ausbreitung des salzigen Sandes entgegenzuwirken und die Bodenerosion zu verhindern."

Im Rahmen des 1,6-Millionen-Dollar-USAID-Projekts werden im Bezirk Muynak drei Wetterstationen errichtet. USAID arbeitet eng mit Usbekistan und internationalen Wissenschaftlern zusammen, um neue innovative Technologien in der Region zu erproben. Mikaela Meredith, Leiterin der USAID/Usbekistan-Mission: "Die Daten dieser Wetterstationen werden von lokalen Landwirten für den besten Anbau ihrer Pflanzen genutzt, sowie von der wissenschaftlichen Gemeinschaft und den Regierungen, um die ökologischen Probleme in der Aralsee-Region zu bewältigen." 

Angeregt von Usbekistan wurde 2018 ein UN-Treuhandfonds für den Aralsee eingerichtet. Bis heute wurden 16 Millionen Dollar gesammelt. Usbekistan und die EU sind die größten Geber. Ziel ist es, die Anstrengungen in einer gemeinsamen Strategie für die Aralsee-Region zu bündeln.

Uktam Abdurakhmanov, Leiter des technischen Sekretariats des UN-Multi-Partner-Treuhandfonds für menschliche Sicherheit in der Aralsee-Region: "Der Fonds hat viele Projekte umgesetzt, die wichtigsten Bereiche sind die Gesundheitsversorgung, Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, Landwirtschaft, die effiziente Nutzung von Wasserressourcen, Gärten."

Hilfe für die Menschen vor Ort

Menschen vor Ort werden mit wassersparenden Landwirtschafts-Technologien unterstützt. Mit diesem Hydrokultursystem kann Ayjan Boribayeva Futter für ihre Schafe anbauen und Wasser sparen, sie erzählt: "Der Boden ist salzig und schwer zu bewirtschaften. Im hydroponischen System wächst Weizen gut und man kann Platz sparen."

Lösungen für die Probleme der Aralsee-Region können Vorreiter sein, um weltweit die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

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