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"Make America Go Away" - Amerikaner kaufen Anti-Trump-Hüte aus Grönland

Rote Mützen mit den Aufschriften "Make America Go Away" und "NU DET NUUK" sind zum Symbol für den Widerstand Grönlands gegen Donald Trumps Forderungen geworden
Rote Mützen mit den Aufschriften "Make America Go Away" und "NU DET NUUK" sind zum Symbol des grönländischen Widerstands gegen die Forderungen von Donald Trump geworden Copyright  AP Photo, James Brooks
Copyright  AP Photo, James Brooks
Von Jan Bolanowski
Zuerst veröffentlicht am
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Ein neues, subversives Symbol der politischen Opposition der Grönländer gegen US-Präsident Donald Trump ist im Internet aufgetaucht: rote Mützen mit der Aufschrift "Make America Go Away". Die meisten dieser Mützen werden von US-Kunden gekauft.

Die roten Grönlandmützen sehen aus wie die ikonischen Mützen der Bewegung "Make America Great Again", ihre Botschaft aber ist das genaue Gegenteil des Trump-Slogans.

Die Kampagne wurde in Grönland geboren, wo die Besorgnis über Donald Trumps erneute Ankündigungen, die Kontrolle über diese zum Königreich Dänemark gehörende autonome Insel zu übernehmen, wächst.

Einer der Initiatoren des Mützenverkaufs ist Victor Schøtt, Gründer der Initiative Greenland Support. In einem Interview mit Buisness Insider betonte er, das Projekt richte sich nicht gegen die Amerikaner als Nation, sondern gegen den von Trump vertretenen Stil der Außenpolitik. Wie er sagte, geht es um "das Amerika von Donald Trump, das Grönland übernehmen will", nicht um die US-Bevölkerung als Ganzes.

Der Verkauf der roten Mützen begann vor etwa einem Monat und nahm schnell an Fahrt auf, so dass jetzt jede Woche mehrere hundert Mützen verkauft werden. Die meisten Bestellungen kommen aus den Vereinigten Staaten, die noch vor Dänemark, Deutschland, Irland, dem Vereinigten Königreich und den skandinavischen Ländern liegen. Die Gewinne aus den Verkäufen gehen an eine grönländische Kinderhilfsorganisation, was das Interesse an der Kampagne weiter gesteigert hat.

Neben den "Make America Go Away"-Mützen wurde auch ein Modell mit der Aufschrift "Nu det NUUK" angeboten. - ein Wortspiel mit dem Namen der grönländischen Hauptstadt Nuuk, was frei aus dem Dänischen übersetzt so viel bedeutet wie "Genug davon" (Dänisch - "Nu det nok"). Beide Slogans waren auf den Mützen der Demonstranten bei den Protesten in Nuuk und Kopenhagen zu sehen. Auf diese Weise hat sich eine symbolische Geste zu einem sichtbaren Element einer breiteren Opposition gegen den politischen Druck der USA entwickelt.

Trumps Erwartungen an Grönland

Donald Trumps Interesse an Grönland ist nicht neu - bereits 2019 sprach er offen über die Möglichkeit, die Insel zu kaufen, was internationales Erstaunen und eine starke Ablehnung seitens Dänemarks hervorrief. Grönland ist jedoch von großer strategischer Bedeutung: Es liegt an der Schnittstelle zwischen der Arktis und dem Atlantik, verfügt über reiche Vorkommen an natürlichen Ressourcen (einschließlich seltener Erdmetalle) und ist ein wichtiger Punkt für die Verteidigungs- und Kommunikationssysteme der USA. Auf der Insel befindet sich bereits die US-Raumfahrtbasis Pituffik (ehemals Thule), die für die Luft- und Raumüberwachung wichtig ist.

In einer neuen Wendung von Trumps Rhetorik wird Grönland erneut als Teil der nationalen Sicherheit der USA dargestellt. Donald Trump hat vorgeschlagen, dass Washington eine größere Kontrolle über die arktische Region haben sollte, insbesondere im Zusammenhang mit den zunehmenden russischen und chinesischen Aktivitäten. Äußerungen über möglichen wirtschaftlichen und sogar militärischen Druck wurden in Nordeuropa als besorgniserregende Abkehr von der bisherigen bündnisorientierten Diplomatie wahrgenommen.

Proteste gegen Trump und Verteidigung der grönländischen Autonomie

Die grönländische Öffentlichkeit hat schnell und entschieden reagiert. In den letzten Wochen haben in Nuuk und anderen Städten Demonstrationen stattgefunden, bei denen die Einwohner betonten, dass die Zukunft der Insel allein von den Grönländern gestaltet werden sollte. Die Demonstranten erinnern daran, dass Grönland zwar formell mit Dänemark verbunden ist, aber über eine weitgehende Autonomie verfügt und seit Jahren über eine mögliche Unabhängigkeit debattiert - allerdings zu seinen eigenen Bedingungen und nicht unter dem Druck einer externen Macht.

Die symbolischen Mützen sind also mehr als nur ein Internet-Gadget: Sie sind ein Ausdruck des Widerstands gegen den imperialen Ton der Politik und eine Erinnerung daran, dass Grönland niemandem gehört, der es übernehmen könnte. Die Tatsache, dass die meisten Mützen von Amerikanern gekauft werden, zeigt paradoxerweise, dass auch in den Vereinigten Staaten selbst die Müdigkeit gegenüber Trumps konfrontativer Politik und die Solidarität mit denjenigen, die ihre Souveränität bewahren wollen, wächst.

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