Europa reagiert auf Trumps Drohungen: Merz warnt vor einer Eskalation und Meloni bezeichnete die Trump-Zölle als Fehler. Was hat das mit Wladimir Putin zu tun?
Deutschland, das Vereinigte Königreich, Dänemark, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Norwegen und Schweden haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der es heißt, dass Trumps Grönland-Drohung eine "gefährliche Eskalation" berge und die transatlantischen Beziehungen untergrabe.
Bundeskanzler Friedrich Merz veröffentlichte die Stellungnahme in den sozialen Medien auf Deutsch und auf Englisch.
Die NATO-Mitglieder erklären weiter, dass sie entschlossen und geeint an der Seite Dänemarks und der Bevölkerung Grönlands stehen. Sie seien bereit, einen Dialog auf der Grundlage der Prinzipien der Souveränität und der territorialen Integrität aufzunehmen.
Die 15 Soldaten der Bundeswehr, die vor zwei Tagen nach Grönland gereist waren, haben die Insel inzwischen wieder verlassen.
Meloni nennt Trumps Zölle einen "Fehler"
Italien ist zur Zeit nicht von Trumps Drohungen betroffen, doch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die als eine der engsten Verbündeten Donald Trumps in der EU gilt, bezeichnete die angedrohten Zölle als "Fehler". Sie sagte auch, sie habe mit dem US-Präsidenten telefoniert.
Der französische Präsident Emmanuel Macron schrieb in den sozialen Medien, dass "keine Einschüchterungen oder Drohungen uns beeinflussen werden, ob in der Ukraine, in Grönland oder irgendwo anders auf der Welt, wenn wir mit solchen Situationen konfrontiert werden". Laut Macron sind Zolldrohungen inakzeptabel und haben in diesem Zusammenhang keinen Platz.
Profitieren Russland und China?
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte in einem Interview, ein Einmarsch der USA in Grönland würde Putin "zum glücklichsten Mann der Welt" machen. Er erklärte, dass jede militärische Aktion der USA gegen Dänemark der NATO schaden und Russlands Krieg in der Ukraine legitimieren würde.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, China und Russland würden von der Spaltung zwischen den USA und Europa profitieren. Sie fügte in einem Post in den sozialen Medien hinzu: "Wenn die Sicherheit Grönlands gefährdet ist, können wir das innerhalb der NATO ansprechen. Zölle machen Europa und die USA ärmer und untergraben unseren gemeinsamen Wohlstand."
Der britische Premierminister Keir Starmer meinte, die Ankündigung der Zölle sei "völlig falsch" und seine Regierung werde "die Angelegenheit direkt mit der US-Regierung besprechen."
Widerstand auch von republikanischen Abgeordneten
In den USA bemühen sich inzwischen auch republikanische Abgeordnete, Trumps Drohung, Grönland einzunehmen, zu vereiteln. Einige von ihnen zeigen ihren Widerstand gegen fast alles, was die Trump-Regierung seit ihrem Amtsantritt durchsetzen will.
In der vergangenen Woche verwiesen mehrere Politiker auf die Bedeutung der NATO und brachten Gesetzesentwürfe ein, die einen Angriff der USA auf Dänemark verhindern sollen. Und mehrere Politiker reisten nach Kopenhagen, um sich mit ihren dänischen Amtskollegen zu treffen.
"Wenn die mächtigste Militärnation der Welt durch ihren Präsidenten immer und immer wieder Ihr Territorium bedroht, fangen Sie an, es ernst zu nehmen", sagte Senator Chris Coons der Agentur The Associated Press.