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200-Prozent-Zölle auf Wein? Branche reagiert auf Trumps Drohung mit "Gelassenheit"

US-Präsident Donald Trump hat gedroht, französische Weine mit Zöllen von 200 % zu belegen.
US-Präsident Donald Trump hat gedroht, französische Weine mit Zöllen von 200 % zu belegen. Copyright  Jeff Chiu/Copyright 2025 The AP. All rights reserved
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Von Peggy Corlin
Zuerst veröffentlicht am
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Nachdem die europäische Weinindustrie 2025 ins Kreuzfeuer der transatlantischen Handelsspannungen geraten war, erklärte sie nach Trumps neuen Zolldrohungen gegen französischen Wein, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Führende Vertreter der europäischen Weinindustrie erklärten am Dienstag, die Drohung von US-Präsident Donald Trump, französische Weine mit Zöllen in Höhe von 200 Prozent zu belegen, müsse "mit Gelassenheit" betrachtet werden. Die Maßnahme hatte Trump für den Fall in Aussicht gestellt, dass Paris dem von ihm vorgeschlagenen "Friedensrat" für den Gazastreifen nicht beitritt. Zugleich betonten die Branchenvertreter, das Thema gehe weit über den Weinsektor hinaus.

Der Wein- und Spirituosensektor steht seit Trumps Rückkehr an die Macht im Jahr 2025 im Zentrum der Handelsspannungen zwischen der EU und den USA. Die Vereinigten Staaten bleiben dabei der wichtigste Exportmarkt für europäische Erzeuger.

Die Verhandlungen über eine Befreiung von den 15-prozentigen US-Zöllen, die im vergangenen Sommer im Rahmen eines Handelsabkommens zwischen der EU und den USA eingeführt worden waren, hatten sich zuletzt hingezogen. Am Wochenende wurde das Abkommen von Europaabgeordneten erneut infrage gestellt, nachdem Trump seine Drohungen im Zusammenhang mit Grönland bekräftigt hatte.

"Dabei handelt es sich um geopolitische Fragen, die über den Wein- und Spirituosensektor hinausgehen", erklärte der französische Verband der Wein- und Spirituosenexporteure Fédération des Exportateurs de Vins et Spiritueux de France (FEVS) in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme.

"Die Handelspolitik fällt in die ausschließliche Zuständigkeit der Europäischen Union. Das Thema muss daher auf europäischer Ebene einheitlich und koordiniert behandelt werden, mit einer gemeinsamen Stimme."

Trump verschärfte die Spannungen am Montagabend und drohte erneut mit 200-prozentigen Zöllen auf französischen Wein und Champagner. Zuvor hatte ein Berater des französischen Präsidenten Emmanuel Macron erklärt, Frankreich habe nicht die Absicht, "eine Einladung zur Teilnahme an dem von Trump vorgeschlagenen Gaza-Friedensrat" anzunehmen.

"Ich werde einen 200-prozentigen Zoll auf seine Weine und Champagner erheben, und er [Macron] wird sich anschließen – aber er muss sich nicht anschließen", sagte Trump vor Reportern.

Die Industrie hofft auf einen Durchbruch in Davos

Die französischen Winzer hoffen, dass die Gespräche, die diese Woche in Davos zwischen den Staats- und Regierungschefs der USA, Frankreichs und Europas stattfinden, zur Entschärfung der Krise beitragen werden.

"Diese Äußerungen des US-Präsidenten müssen ernst genommen werden, aber mit Gelassenheit", sagte Gabriel Picard, Präsident der FEVS.

Vertreter der Branche in Brüssel schlossen sich dieser Haltung an.

"Wenn wir über Wein sprechen, sprechen wir über Terroir-Produkte, sehr bekannte Marken; es ist ein ikonisches Produkt in Frankreich wie auch in Europa", erklärte Ignacio Sánchez Recarte, Generalsekretär des Europäischen Komitees der Weinunternehmen, Euronews und erläuterte, warum der Sektor im vergangenen Jahr ein häufiges Ziel im Handelsstreit zwischen der EU und den USA war.

Bereits im Jahr 2025 hatte US-Präsident Donald Trump die Wein- und Spirituosenindustrie der EU ins Visier genommen, die sich zunehmend als Kollateralschaden der sich verschlechternden transatlantischen Beziehungen sah.

Das im vergangenen Sommer geschlossene Handelsabkommen zwischen der EU und den USA sieht keine Befreiung von den 15-prozentigen US-Zöllen auf Wein und Spirituosen vor, obwohl sich die Europäische Kommission um eine Sonderregelung bemüht.

Der Sektor gilt als strategisch besonders wichtig, da die USA das wichtigste Exportziel für Wein und Spirituosen aus der EU sind.

Sánchez Recarte verwies darauf, dass die Weinausfuhren in die USA im vergangenen Jahr zwar außergewöhnlich hoch gewesen seien – sie machten 29 Prozent der gesamten EU-Ausfuhren aus. Dieser Anstieg sei jedoch teilweise darauf zurückzuführen, dass US-Unternehmen ihre Lagerbestände im Vorfeld der neuen Zölle aufgestockt hätten. Im weiteren Jahresverlauf seien die Entwicklungen deutlich besorgniserregender gewesen.

"Nach dem Handelsabkommen zwischen der EU und den USA ist im Juli und August ein deutlicher Rückgang des durchschnittlichen Werts der ausgeführten Weine zu verzeichnen", sagte er.

Auch die Exporte des EU-Spirituosensektors gingen zurück: Nach Angaben von Eurostat sanken sie zwischen August und November 2025 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 um 25 Prozent.

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