Die globalen Märkte erholten sich. Der US-Präsident änderte seinen Kurs zur arktischen Insel und erklärte, eine Einigung sei in Arbeit.
Die Börsen weltweit legten am Donnerstag zu, nachdem US-Präsident Donald Trump Drohungen mit Zöllen rund um Grönland zurücknahm.
Beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, erklärte Trump, er habe nach einem Gespräch mit Mark Rutte, dem NATO-Generalsekretär, den Rahmen für ein künftiges Abkommen über Grönland vereinbart.
Er betonte, er werde Grönland Dänemark nicht mit Militärgewalt abnehmen. Zudem strich er Pläne, ab dem ersten Februar zusätzliche Zölle auf europäische Länder zu erheben.
Details zu dem möglichen Deal sind rar. Die Entspannung hob dennoch die Stimmung der Anleger.
Kurz nach Handelsstart in Europa lagen Frankreichs CAC 40, Deutschlands DAX, Spaniens IBEX 35 und Italiens FTSE MIB jeweils rund ein Prozent im Plus. Der britische FTSE 100 gewann knapp ein Prozent. Der breitere STOXX Europe 600 stieg um mehr als ein Prozent.
Weltweit Rückenwind, weil Spannungen nachlassen
In Asien zeigte sich ein ähnliches Bild: Japans Nikkei 225 legte deutlich zu, Chinas SSE Composite nur leicht, Australiens S&P/ASX 200 ebenfalls. In Hongkong bewegte sich der Hang Seng um weniger als ein Zehntel Prozent. Südkoreas Kospi kletterte um knapp ein Prozent, durchbrach erstmals die Marke von fünftausend Punkten und schloss auf dem Rekord von 4.952,53.
In den vergangenen zwölf Monaten war der Kospi der weltweit stärkste Index. Der KI-Boom treibt ihn, Südkorea beherbergt mit Samsung Electronics und SK Hynix zwei zentrale Chiphersteller.
Halbleiterwerte, ohnehin hoch bewertet, legten nach einer Rede von Nvidia-Chef Jensen Huang am Mittwoch in Davos weiter zu. Huang sprach davon, dass der KI-Umbau Billionen US-Dollar an Investitionen erfordere. Das nahm vorerst die Angst vor Überbewertungen.
Der Philadelphia Semiconductor Index, der dreißig US-Halbleiterunternehmen abbildet, schloss am Mittwoch um gut drei Prozent höher.
Auch die Stimmung in den USA war freundlich: Die Futures auf den S&P 500 legten leicht zu, der Dow minimal, der Nasdaq etwas stärker.
Gold und US-Staatsanleihen
Mit der Entspannung zwischen EU und USA ließ die Nachfrage nach sicheren Häfen nach.
Gegen neun Uhr dreißig MEZ lag Gold etwas niedriger bei 4.828,30 US-Dollar je Feinunze, nach einem Rekord von über 4.800 Dollar am Mittwoch.
Gold bleibt gefragt wegen seiner Liquidität und als Schutz vor Inflation. Ein schwächerer Dollar und sinkende US-Zinsen stützen den Markt zusätzlich.
Fällt der US-Dollar, wird Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Das kurbelt Nachfrage und Preise an. Niedrige US-Zinsen machen das Metall attraktiver im Vergleich zu zinstragenden Anlagen, weil Anleger beim Umstieg auf Gold kaum Erträge verpassen.
Der Dollar Index, der den Greenback gegen sechs andere Währungen misst, lag am Donnerstag minimal im Plus bei 98,81.
Die Renditen langlaufender US-Anleihen gaben nach, nachdem sie zu Wochenbeginn angesprungen waren. Auslöser waren die Grönland-Spannungen und Debatten über die Unabhängigkeit der Notenbank, da Trump einen neuen Vorsitzenden ernennen will. Zur Marktbewegung trug auch die Volatilität in Japan bei: Einige Anleger schichteten von US-Werten in höher verzinste japanische Papiere um.
In den kommenden Tagen warten die Märkte auf Details zu Trumps Grönland-Plan. Dänemark betont, dass die Souveränität der Insel nicht verhandelbar ist. Die Staats- und Regierungschefs der EU treffen sich am Donnerstag zu einem Krisengipfel in Brüssel, um die US-Drohung zu beraten.