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Alphabet-Aktie von Google lässt Wall Street einbrechen

ARCHIV - Der „Charging Bull“ steht im Finanzviertel Manhattans in New York, aufgenommen am zehnten Januar 2020. (AP Photo/Mark Lennihan)
ARCHIV: Die Skulptur „Charging Bull“ im Finanzviertel von Manhattan in New York, am zehnten Januar zweitausendzwanzig. (AP Foto/Mark Lennihan) Copyright  AP Photo
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Von Euronews mit AP
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An der Wall Street ging es am Donnerstag abwärts. Nach einem Kurssturz der Alphabet-Aktie von über vier Prozent rutschten die Leitindizes ab, selbst Bitcoin und Gold gerieten unter Druck.

Ein heftiger Kurssturz der Google-Mutter Alphabet hat die US-Börsen am Donnerstag nach unten gezogen. Auch Bitcoin sowie Silber und Gold gaben deutlich nach. Gleichzeitig fielen an den Anleihemärkten die Renditen nach schwachen Signalen vom US-Arbeitsmarkt.

Der S&P 500 sank um 1,2 Prozent und steuert auf den sechsten Verlust in sieben Handelstagen zu, seit er ein Rekordhoch markiert hat. Der Dow-Jones-Industrieindex lag gegen kurz vor elf Uhr Ortszeit 606 Punkte oder 1,2 Prozent im Minus, der Nasdaq Composite verlor 1,5 Prozent.

Alphabet war die größte Belastung für den Markt und brach um 4,3 Prozent ein, obwohl der Konzern und andere Unternehmen im jüngsten Quartal mehr Gewinn auswiesen als von Analysten erwartet.

Alphabet stellte in Aussicht, die Ausgaben für Ausrüstung und andere Investitionen in diesem Jahr auf rund 180 Milliarden Dollar (152 Milliarden Euro) zu verdoppeln. Das liegt deutlich über den von FactSet ermittelten Markterwartungen von weniger als 119 Milliarden Dollar (100,5 Milliarden Euro).

Am Anleihemarkt gaben die Renditen von US-Staatsanleihen nach, nachdem neue Daten einen deutlich stärkeren Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigten, als Ökonomen vorhergesagt hatten. Das könnte bedeuten, dass Unternehmen mehr Stellen abbauen.

Einige Ökonomen sprachen allerdings von statistischem Rauschen. Im historischen Vergleich liegt die Gesamtzahl der Anträge weiterhin relativ niedrig.

Höchste Entlassungswelle seit 2009?

Ein anderer Bericht signalisiert jedoch einen kräftigen Anstieg geplanter Stellenstreichungen. US-Unternehmen kündigten im vergangenen Monat 108.435 Entlassungen an, wie die Outplacementfirma Challenger, Gray & Christmas mitteilte – der höchste Monatswert seit Oktober und die höchste Januarzahl seit 2009.

Ein dritter, von der US-Regierung veröffentlichter Bericht zeigt zudem, dass Unternehmen im Dezember weniger offene Stellen meldeten als im Vormonat und im Vorjahr. Es ist die niedrigste Zahl seit mehr als fünf Jahren.

Die Abkühlung am Arbeitsmarkt könnte die US-Notenbank Fed zu Zinssenkungen bewegen, um die Konjunktur zu stützen, auch auf das Risiko hin, die Inflation wieder anzuheizen. Die Renditen sanken daraufhin über die gesamte Zinskurve hinweg.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel auf 4,21 Prozent, nach 4,29 Prozent am späten Mittwoch.

Metalle und Rohstoffe im Jo-Jo-Modus

An den Rohstoffmärkten fielen die Ausschläge noch heftiger aus.

Der Silberpreis brach um 13,3 Prozent ein – die jüngste heftige Schwankung, seit der Rekordlauf in der vergangenen Woche abrupt endete.

Gold verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 4.838,80 Dollar (4.087,50 Euro) je Feinunze.

Der Goldpreis schwankt heftig, seit er sich innerhalb von zwölf Monaten in etwa verdoppelt hat. In der vergangenen Woche näherte er sich 5.600 Dollar (4.729,70 Euro), am Montag fiel er zeitweise unter 4.500 Dollar (3.800,70 Euro).

Zuvor waren Gold und Silber rasant gestiegen. Viele Anleger suchten angesichts politischer Spannungen, einer nach Meinung von Kritikern überteuerten US-Börse und der hohen Staatsverschuldung weltweit Zuflucht in als sicher geltenden Anlagen.

Doch solche Preisanstiege lassen sich nicht beliebig fortschreiben, und Fachleute warnten schon länger vor einer Korrektur.

Bitcoin rutscht ebenfalls kräftig ab

Auch die Kryptowährung Bitcoin, die Befürworter gern als „digitales Gold“ bezeichnen, gab deutlich nach. Der Kurs fiel unter 68.000 Dollar (57.432 Euro), nachdem er im Oktober ein Rekordhoch von mehr als 124.000 Dollar (104.730 Euro) erreicht hatte.

Der Kursrutsch setzte auch Aktien von Unternehmen aus der Kryptobranche unter Druck.

Die Krypto-Handelsplattform Coinbase Global verlor 8,3 Prozent. Die Firma Strategy, deren Geschäftsmodell im Kauf und Halten von Bitcoin besteht, sackte um 11,9 Prozent ab.

Abseits der Kryptowerte büßte der Chipkonzern Qualcomm 7,2 Prozent ein, obwohl er im jüngsten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten ebenso übertraf wie die Umsatzprognosen.

Die Prognose für den laufenden Zeitraum enttäuschte jedoch: Wegen eines branchenweiten Mangels an Speicherchips streichen einige Smartphone-Hersteller ihre Bestellungen zusammen.

Auch der Kosmetikkonzern Estée Lauder übertraf die Erwartungen der Wall Street und hob seine Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr an. Zugleich rechnet der Konzern jedoch damit, dass zollbedingte Belastungen rund 100 Millionen Dollar (84,5 Millionen Euro) Gewinn kosten dürften. Die Aktien des New Yorker Unternehmens brachen um 21,2 Prozent ein.

Chipwerte profitieren?

Zu den Gewinnern an der Wall Street zählten dagegen Unternehmen, die von den hohen Investitionen von Alphabet und anderen Konzernen in Künstliche Intelligenz profitieren könnten. Der Chipkonzern Broadcom legte 3,7 Prozent zu und bremste damit die Verluste im S&P 500.

Der Gesundheitsdienstleister McKesson sprang um 16,8 Prozent nach oben – der größte Anstieg im S&P 500 –, nachdem er besser als erwartet Gewinne und Umsätze meldete. Zugleich hob das Unternehmen seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an.

Auch an den Börsen in Europa und Asien gaben die Kurse überwiegend nach.

Der britische Leitindex FTSE 100 verlor 0,9 Prozent, nachdem die Bank of England den Leitzins unverändert ließ. In Frankreich gab der CAC 40 um 0,7 Prozent nach, der deutsche DAX fiel um 0,9 Prozent, nachdem auch die Europäische Zentralbank an ihren Zinssätzen nichts änderte.

Der südkoreanische Leitindex Kospi sackte um 3,9 Prozent ab und entfernte sich damit von seinem Rekordhoch. Die Aktien von Samsung Electronics brachen um 6 Prozent ein – nur zwei Tage, nachdem sie noch um 11,4 Prozent gestiegen waren.

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