Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Ölpreis fällt nach Trumps Meldung über produktive Gespräche mit Iran

Archivbild: Aman Patel arbeitet im Handelssaal der New York Stock Exchange in New York, USA. 19. März 2026
Archiv: Aman Patel handelt auf dem Parkett der New York Stock Exchange in New York, USA. 19. März 2026 Copyright  AP Photo/Seth Wenig)
Copyright AP Photo/Seth Wenig)
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump gaben die Ölpreise nach. Die Börsen legten zu, Anleger hoffen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs.

Die Ölpreise sind eingebrochen, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington habe sämtliche Militärschläge gegen iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur um fünf Tage verschoben.

WERBUNG
WERBUNG

Zuvor hatte Trump am Wochenende gedroht, die USA würden Irans Kraftwerke "auslöschen", falls Teheran die Straße von Hormus nicht binnen achtundvierzig Stunden vollständig öffne. Die iranische Regierung kündigte an, auf einen solchen Angriff mit Attacken auf Energie- und Meerwasserentsalzungsanlagen in der Region zu reagieren.

Das iranische Außenministerium bestritt seither jede Form von Dialog mit den USA, wie staatsnahe Medien berichteten.

Trump schrieb am Montag in Online-Netzwerken, die USA hätten am Wochenende "produktive Gespräche" mit Iran geführt, "über eine vollständige und umfassende Beilegung unserer Feindseligkeiten im Nahen Osten".

Der US-Präsident deutete zudem an, dass die Gespräche im Lauf der Woche weitergehen sollen.

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes drehten am Montag nach anfänglichen Verlusten ins Plus. In Frankfurt legte der DAX um mehr als 2,4 % zu, in London stieg der FTSE um 0,4 %, in Paris gewann der CAC 40 fast 1,7 %, nachdem Trumps Äußerungen veröffentlicht worden waren.

Noch am Morgen hatten die Börsen in Europa und Asien deutliche Verluste verzeichnet. Gold-Futures gaben um 8 % nach, die Preise für Rohöl stiegen inmitten der wachsenden Unsicherheit im Nahen Osten weiter.

Nach Trumps Stellungnahme fiel die US-Referenzsorte Rohöl unter 91 Dollar je Barrel, nachdem sie zuvor noch über 100 Dollar gelegen hatte. Brent, die internationale Referenzsorte, verlor rund 10 % und notierte am frühen Morgen in Europa bei knapp 104 Dollar je Barrel, nach mehr als 113 Dollar zu Beginn des Tages.

Der Brent-Preis ist in den vergangenen Wochen stark geschwankt: von rund 70 Dollar je Barrel vor Beginn des Iran-Kriegs bis auf zeitweise 119,50 Dollar.

Schon am Montag hatte die Internationale Energieagentur gewarnt, die Weltwirtschaft stehe wegen des Iran-Kriegs vor einer "sehr, sehr großen Bedrohung" und mindestens vierzig Energieanlagen in neun Ländern seien beschädigt worden.

In Europa fielen die maßgeblichen Erdgas-Futures von 60 auf unter 57 Euro je Megawattstunde.

In Asien schlossen die Börsen deutlich im Minus. Die Unsicherheit über die Krise im Nahen Osten belastete die Kurse. Japans Leitindex Nikkei 225 verlor 3,5 %. In Taiwan gab der Taiex 2,5 % nach, in Südkorea büßte der Kospi 6,5 % ein, in Hongkong rutschte der Hang Seng um 3,8 % ab und der Shanghai Composite sank um 3,6 %.

Die gestiegenen Ölpreise, die bereits am Freitag die Aktienmärkte erschüttert hatten, haben nach Einschätzung von Analysten die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed zunichte gemacht.

Vor Beginn des Kriegs hatten Anleger darauf gewettet, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr mindestens zweimal senken würde. Auch die Zentralbanken in der EU, in Japan und im Vereinigten Königreich haben ihre Leitzinsen zuletzt unverändert gelassen.

Der S&P 500 verlor am Freitag 1,5 % und beendete damit seine vierte Verlustwoche in Folge – die längste Durststrecke seit einem Jahr.

Der Dow Jones Industrial Average gab 443 Punkte oder 1 % nach, der technologielastige Nasdaq Composite sackte um 2 % ab.

An der Wall Street schlossen am Freitag rund drei von vier Werten im S&P 500 im Minus.

Besonders stark traf es die Aktien kleinerer Unternehmen, die unter höheren Zinsen stärker leiden als große Konzerne. Der Russell-2000-Index mit kleineren Werten büßte marktweit führende 2,3 % ein.

Am Anleihemarkt stieg die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe bis Freitag auf 4,38 %, nach 4,25 % am späten Donnerstag und nur 3,97 % vor Kriegsbeginn.

Die Rendite der zweijährigen Papiere, die die Erwartungen an die Geldpolitik der Fed stärker widerspiegeln, kletterte von 3,79 auf 3,88 %.

Am Devisenmarkt verlor der Dollar nach Trumps Äußerungen gegenüber dem Euro. Ein Euro kostete 1,1582 Dollar, das Pfund Sterling legte um 0,3 % zu und wurde mit 1,3380 Dollar gehandelt, während ein Dollar am frühen Nachmittag in Europa 158,75 Yen kostete.

In anderen Anlagen notierte Gold nach den Meldungen bei 4.398 Dollar und damit fast 4 % niedriger.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Gold- und Silberpreis bricht ein und erholt sich nach Trumps Iran-Erklärung

Iran-Krieg: Europas Unternehmensgewinner und -verlierer im Überblick

Diese vier Unternehmen kommen im März neu in den S&P-500-Index