Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Digitaler Krieg in Echtzeit: deutsch-französische Rüstungsfirma nutzt Lehren aus der Ukraine

KNDS-Medientage 2026 Agence France-Presse-Screenshot
KNDS-Medientage 2026 Agence France-Presse-Screenshot Copyright  Agence France-Presse
Copyright Agence France-Presse
Von Johanna Urbancik & Donogh McCabe mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Auf einem Medientag in München präsentiert der Rüstungskonzern KNDS, wie Daten, Drohnen und vernetzte Systeme das Gefechtsfeld verändern. Die Entwicklungen basieren auf Erfahrungen aus der Ukraine – und sind dem Unternehmen zufolge bereits im Einsatz.

In einer Halle in München reiht sich schweres Gerät aneinander. Haubitzen, gepanzerte Fahrzeuge, unbemannte Systeme. Dazwischen: Bildschirme und Simulationen. Damit will der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS zeigen, wie Krieg künftig geführt werden soll: digital, vernetzt, und in Echtzeit.

WERBUNG
WERBUNG

Die Grundlage dafür liefern Erfahrungen aus der Ukraine.

"Mit wirklich digitalen und technologischen Geräten, sogenannten Edge-Lösungen, berechnen wir in Millisekunden, mehr oder weniger in Echtzeit, Routen, die am Ende genau das liefern, was den Soldaten interessiert", sagt Matthias Nohl, verantwortlich für Digitalisierung bei KNDS während einer Präsentation auf dem diesjährigen KNDS-Medientag in München.

Soldaten sollten auf ihrem Weg von A nach B bestmöglich geschützt zu sein und zugleich ihr Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, so Nohl.

Ein zentrales Element dieser Entwicklung sind Drohnen, die Ziele auf große Distanzen erkennen und eine Vielzahl an Daten gleichzeitig liefern. "Heute haben Sie Drohnen, die in der Lage sind, eine sehr große Anzahl von Zielen über sehr, sehr große Entfernungen zu erkennen", sagt Olivier Fort, Marketingmanager bei KNDS und ehemaliger Artillerieoffizier. "Womit man umgehen muss, ist die Vielzahl von Zielen, die gleichzeitig eintreffen", erklärt Olivier Fort, Marketingmanager bei KNDS und ehemaliger Artillerieoffizier.

Die Herausforderung für Soldaten? Unterscheiden

Fort zufolge muss man unterscheiden können: Handelt es sich um ein echtes Ziel oder ist es eine Täuschung? "Also lohnt es sich, eine Feuermission gegen das gerade erkannte Ziel auszulösen?" fragt der KNDS-Marketingmanager.

Erst danach folgt die nächste Entscheidung: "Dank der visuellen Beobachtung können Sie entscheiden, welche Munition am besten geeignet ist, um das Fahrzeug entsprechend seiner Situation zu bekämpfen."

Bei dem Medientag stehen Systeme wie die in Frankreich entwickelte und hergestellte Haubitze Caesar, der von Rheinmetall und KNDS hergestellte Schützenpanzer Boxer oder das Mehrfachraketenwerfersystem der Bundeswehr Mars 3 auf dem Gelände. Alle drei Systeme sind Teil eines Gefechtsfelds, das zunehmend durch Software gesteuert wird.

"Das System sagt automatisch: Wir haben hier Artilleriesysteme, also kann ein Feuerauftrag ausgelöst werden", erklärt Christoph Muser, zuständig für Missionslösungen bei KNDS. Sollte es jedoch andere Fahrzeuge geben, wie zum Beispiel einen Leopard-Panzer, dann sagt das System: "Der beste Weg wäre entweder Artillerie, weil sie große Reichweite hat, oder weil es sich um ein hochwertiges Ziel handelt", erklärt Muser.

Auch unbemannte Bodensysteme spielen eine wachsende Rolle: Fahrzeuge wie der Centurio X20, ausgestattet mit einer 20-Millimeter-Kanone, wurden laut dem Rüstungsunternehmen auch bereits in der Ukraine getestet.

"Es funktioniert, es wurde bereits in der Ukraine von ukrainischen Soldaten getestet, genau wegen des Interesses an dieser 20-Millimeter-Kanone", sagt Romain Le Berre, Exportdirektor für Robotik bei KNDS. Solche Systeme sollen vor allem in asymmetrischen Situationen eingesetzt werden.

"Darüber hinaus bringt es ihnen natürlich Unterstützung, insbesondere starke Unterstützung in Gefechten, die ungleich sein können", sagt Le Berre. "Zum Beispiel ein leicht gepanzertes oder schwer gepanzertes Fahrzeug, das am Ende einer Gruppe von Infanterie gegenübersteht – und dank dessen können wir diese Art von Bedrohung behandeln."

Der Einsatz solcher Plattformen ist ihm zufolge jedoch neu, da Bodenrobotik dieser Größe vor dem Krieg in der Ukraine überhaupt nicht eingesetzt wurde. "Man sprach eher von kleinen Robotern, entweder zur Minenräumung oder von Robotern unter hundert Kilogramm für punktuelle Entschärfungsmissionen. Dieses System von Plattformen wurde tatsächlich erst vor sehr kurzer Zeit eingesetzt."

Was in München gezeigt wurde, wirkt damit weniger wie eine ferne Zukunft, sondern eher wie eine Entwicklung, die bereits im Einsatz ist – und sich weiter fortsetzt.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Japan statt USA? Pistorius sucht sicherheitspolitischen Schulterschluss im Indo-Pazifik

Die Raketen-Lücke: Warum der Bundeswehr die Reichweite fehlt

Rapunzel mit Tattoos - Neue Regeln für den Look von Bundeswehr-Soldaten?