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Trump-Regierung zahlt TotalEnergies eine Milliarde Dollar für Ausstieg aus US-Offshore-Windprojekt

ARCHIV: Ein Schild des französischen Energiekonzerns TotalEnergies am Hauptsitz im Geschäftsviertel La Défense bei Paris, am 21. März 2025.
Archivbild: Schild des französischen Energiekonzerns TotalEnergies an der Konzernzentrale im Geschäftsviertel La Défense bei Paris, aufgenommen am 21. März 2025. Copyright  AP Photo/Thomas Padilla, File
Copyright AP Photo/Thomas Padilla, File
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Washington entschädigt französischen Energiekonzern für Ausstieg aus US-Offshorewindprojekten – Umweltverbände üben scharfe Kritik.

Die Regierung von Donald Trump will dem französischen Energiekonzern TotalEnergies SE eine Milliarde Dollar (860 Millionen Euro) zahlen. Damit soll das Unternehmen auf zwei US-Pachtverträge für Offshore-Windprojekte verzichten. Zugleich verschärft die Regierung ihren Feldzug gegen Windkraft auf See und andere erneuerbare Energien.

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TotalEnergies hat nach eigenen Angaben einem de-facto-Rückkauf seiner Pachtverträge für Projekte vor den Küsten von North Carolina und New York zugestimmt. Das Geld will der Konzern stattdessen in fossile Energieprojekte stecken.

„Angesichts der Tatsache, dass die Entwicklung von Offshore-Windprojekten nicht im Interesse des Landes liegt, haben wir beschlossen, auf die Entwicklung von Offshore-Windenergie in den Vereinigten Staaten zu verzichten, im Gegenzug für die Erstattung der Pachtgebühren“, erklärte Patrick Pouyanné, Vorsitzender des Verwaltungsrats und Vorstandschef von TotalEnergies.

Die erstatteten Pachtgebühren sollen den Bau einer Anlage für verflüssigtes Erdgas in Texas und den Ausbau der Öl- und Gasaktivitäten des Unternehmens finanzieren. Das sei eine „effizientere Verwendung des Kapitals“ in den USA, so Pouyanné.

Nach Abschluss dieser Investitionen soll TotalEnergies nach Angaben des Innenministeriums bis zur Höhe der bisher gezahlten Pacht für Offshore-Wind entschädigt werden.

TotalEnergies hatte im Jahr 2022 eine Pacht für das Projekt Carolina Long Bay für rund 133 Millionen Dollar (115 Millionen Euro) erworben. Geplant war dort eine Leistung von mehr als einem Gigawatt, genug für etwa 300 000 Haushalte.

Ebenfalls im Jahr 2022 kaufte der Konzern die Pachtfläche vor New York und New Jersey für 795 Millionen Dollar (685 Millionen Euro).

Dieses Vorhaben sollte deutlich größer ausfallen und bis zu drei Gigawatt sauberen Strom liefern, genug, um fast eine Million Haushalte zu versorgen. TotalEnergies ist bereits an großen Offshore-Windprojekten in Europa und Asien beteiligt.

Trump-Regierung verschärft Kurs gegen Windkraftprojekte

Die Regierung von Präsident Donald Trump versucht seit Längerem, den Bau von Offshore-Windparks zu stoppen. Bundesgerichte haben entsprechende Anordnungen jedoch immer wieder aufgehoben.

Im vergangenen Jahr stoppte die Trump-Regierung fünf große Offshore-Windpläne, darunter das Projekt des dänischen Konzerns Ørsted, und verwies dabei auf Gründe der nationalen Sicherheit.

Projektentwickler und betroffene Bundesstaaten klagten, und Bundesrichter erlaubten allen fünf Vorhaben, die Bauarbeiten wieder aufzunehmen. Sie kamen de facto zu dem Schluss, dass die Regierung kein so akutes Risiko belegen konnte, das einen Baustopp gerechtfertigt hätte.

Mit Blick auf die aktuelle Vereinbarung lobte das Innenministerium die „innovative Übereinkunft“ mit dem französischen Energieriesen und erklärte, „das amerikanische Volk werde nicht länger für ideologische Subventionen zahlen, von denen nur die unzuverlässige und teure Offshore-Windindustrie profitiert habe“.

„Wir begrüßen das Bekenntnis von TotalEnergies zu Projekten, die verlässlichen und bezahlbaren Strom erzeugen und damit die monatlichen Rechnungen der Amerikaner senken“, erklärte Innenminister Doug Burgum in einer Mitteilung.

Umweltverbände kritisieren Deal als „Milliardenbestechung“

Umweltorganisationen verurteilen die Vereinbarung als neuen Weg, Windprojekte zu blockieren. Eine Gruppe sprach von einer „Milliardenbestechung“, um saubere Energie zu verhindern.

„Nachdem er mit seinen illegalen Baustopps vor Gericht immer wieder verloren hat, hat Trump einen neuen Weg gefunden, Offshore-Wind zu erdrosseln: Er lässt sich den Ausstieg bezahlen“, sagte Lena Moffitt, Geschäftsführerin von Evergreen Action.

Ted Kelly, Direktor für saubere Energie beim Environmental Defense Fund, nannte den geplanten Deal „einen skandalösen Missbrauch von Steuergeldern, der verhindern soll, dass Amerikaner sauberen, bezahlbaren Strom bekommen, genau in dem Moment, in dem sie ihn am dringendsten brauchen“.

Die Bundesstaaten an der Ostküste bauen Offshore-Windparks, weil sie so das Angebot an günstigem Strom im Netz erhöhen, obwohl die Erdgaspreise steigen, betonte Kelly.

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