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Kraftstoffsteuern in Europa: Wo zahlen die Verbraucher am meisten?

Datei - Kraftstoffpreise werden an einer Tankstelle in Frankfurt, Deutschland, angezeigt. 19. März 2026.
Datei - Kraftstoffpreise werden an einer Tankstelle in Frankfurt, Deutschland, angezeigt. 19. März 2026. Copyright  AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Die Spritpreise steigen europaweit deutlich. In vielen Ländern machen Steuern mehr als die Hälfte des Preises aus. Unterschiede bei den Abgaben sorgen dafür, dass Autofahrer je nach Land teils deutlich mehr zahlen.

Die Spritpreise in Europa steigen weiter – parallel zu den globalen Ölpreisen infolge des Iran-Kriegs und gestörter Lieferketten aus dem Golf. Für Verbraucher macht sich das zunehmend bemerkbar. Denn ein erheblicher Teil des Preises an der Zapfsäule entfällt auf Steuern.

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Die Rohölsorte Brent erreichte seit den ersten gemeinsamen US-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar mehrfach Werte von bis zu 119 Dollar pro Barrel. Die Schwankungen auf den Märkten schlagen nun auf die Verbraucherpreise durch.

Nach Berechnungen auf Grundlage von Daten der Europäischen Kommission machen Steuern – darunter Verbrauchssteuer und Mehrwertsteuer – im Schnitt mehr als die Hälfte des Benzinpreises aus. EU-weit liegt der Anteil bei rund 52,1 Prozent.

Zwischen den Mitgliedstaaten gibt es jedoch deutliche Unterschiede. In Slowenien liegt der Steueranteil bei 57,8 Prozent, in Italien bei 55 Prozent. Auch in Deutschland (54,5 Prozent) und Frankreich (53 Prozent) entfallen mehr als die Hälfte des Preises auf Abgaben.

Am unteren Ende der Skala liegt Bulgarien mit 43,9 Prozent. Insgesamt überschreiten in 20 EU-Ländern die Steuern die Marke von 50 Prozent.

Bei Diesel fällt die Steuerbelastung geringer aus. Im EU-Durchschnitt liegt sie bei 44,6 Prozent. Nur in wenigen Ländern – darunter Malta (54,3 Prozent), Italien (51,1 Prozent), Irland (50,6 Prozent) und Slowenien (50,1 Prozent) – liegt sie über 50 Prozent.

In Ländern wie Estland, Spanien oder Schweden bleibt der Anteil unter 40 Prozent.

Prozentanteil und tatsächliche Kosten

Wie stark Verbraucher belastet werden, hängt jedoch nicht nur vom prozentualen Steueranteil ab. Auch die Preise vor Steuern spielen eine Rolle.

So hat Slowenien zwar den höchsten Steueranteil auf Benzin, mit rund 0,83 Euro pro Liter liegt die tatsächliche Steuerlast aber nur im Mittelfeld der EU.

In absoluten Zahlen zahlen Verbraucher in den Niederlanden mit bis zu 1,24 Euro pro Liter am meisten Steuern. Der EU-Durchschnitt liegt bei rund 0,96 Euro. In Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Dänemark liegt der Wert über einem Euro pro Liter.

Beim Endpreis zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Im EU-Durchschnitt kostet ein Liter Benzin rund 1,84 Euro.

Am teuersten ist Kraftstoff in den Niederlanden (2,26 Euro), Dänemark (2,18 Euro) und Deutschland (2,09 Euro). Auch Finnland und Griechenland gehören zu den teureren Ländern.

Am günstigsten ist Benzin in Bulgarien (1,33 Euro), Malta (1,34 Euro) und Zypern (1,42 Euro). Auch in Slowenien und der Slowakei liegen die Preise deutlich unter dem EU-Durchschnitt. In der Türkei kostet ein Liter derzeit rund 1,22 Euro.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Diesel. Im Schnitt liegt der Preis bei rund 1,87 Euro pro Liter. Besonders teuer ist Diesel in den Niederlanden, Dänemark und Deutschland, wo die Preise ebenfalls deutlich über zwei Euro liegen.

Am günstigsten ist Diesel in Malta, Bulgarien und Zypern.

Die Unterschiede sind politisch gewollt. Zwar legt die EU Mindeststeuersätze fest, die Mitgliedstaaten können diese jedoch erhöhen.

In vielen Ländern enthalten die Abgaben zudem Umweltsteuern, etwa CO₂- oder Energiesteuern, die pro Liter erhoben werden. Ziel ist es, den Verbrauch fossiler Energien zu reduzieren.

Neben den Steuern beeinflussen auch Raffineriekosten, Transport und Margen die Preise.

Klar ist: Solange die Ölpreise hoch bleiben, dürfte auch der Druck auf die Spritpreise in Europa anhalten.

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