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WM-Tickets ab 60 Dollar versprochen, Fans zahlen 4 185: EU-Kommission nimmt FIFA ins Visier

Fußball-Playoffs in Italien
Italien: Fußball-Playoffs Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Rebecca Spezzano
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Euroconsumers und das Netzwerk Football Supporters Europe haben bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt: Sie werfen der FIFA Machtmissbrauch beim Verkauf der WM‑Tickets 2026 vor.

Als alleiniger Organisator des Turniers und einziger autorisierter Verkäufer im Erstmarkt hat die FIFA enorme Macht über die Tickets für die WM 2026.

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Die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers wirft ihr vor, diese Stellung mit überhöhten Preisen und mangelnder Transparenz auszunutzen. Das günstigste noch erhältliche Ticket für das Finale kostet 4 185 Dollar (3 611 Euro) und damit mehr als das Siebenfache des billigsten Finaltickets bei der WM 2022.

Die FIFA teilte Euronews mit, sie habe die Beschwerde bisher nicht offiziell erhalten und könne sie deshalb nicht kommentieren.

Eine Sprecherin ergänzte, der Verband konzentriere sich darauf, bestehenden und neuen Fans einen fairen Zugang zu seinem Spiel zu ermöglichen. Als Non-Profit-Organisation investiere die FIFA die WM-Einnahmen nach eigenen Angaben wieder in ihre weltweit 211 Mitgliedsverbände.

Für viele Fans erzählen die Preise jedoch eine andere Geschichte.

„Es war einer meiner Träume, zur WM in die USA zu fahren“, sagte Jean-Philippe Ducart, ein belgischer Fan, der schon mehr als 200 Spiele seiner Nationalmannschaft besucht hat.

„Leider werde ich dieses Mal nicht dabei sein. Die Preise sind einfach zu hoch.“

Variable Preise: Was dahintersteckt

Bei den Ticketverkäufen setzt die FIFA auf ein Modell, das sie „variable Preise“ nennt und das dem Dynamic Pricing ähnelt. Der Preis, den Kundinnen und Kunden zahlen, kann sich im Laufe des Verkaufsprozesses je nach Nachfrage und Verfügbarkeit ändern.

Eine Recherche des Sportportals The Athletic ergab, dass die Ticketpreise für Spiele in Mexiko und Kanada zwischen den Verkaufsphasen um rund 25 Prozent stiegen.

Auch der Preis für ein Ticket der Kategorie eins, die die teuersten Plätze im Unterrang umfasst, stieg von Oktober auf November um 250 Dollar (232,85 Euro).

Els Bruggeman, Leiterin Politik und Durchsetzung bei Euroconsumers, hält Dynamic Pricing für höchst unfair gegenüber den Fans. Der gezahlte Preis habe oft nichts mit dem tatsächlichen Sitzplatz zu tun.

„So wie das System jetzt organisiert ist, können Sie bei der WM neben jemandem sitzen, der dreimal weniger bezahlt hat als Sie, vielleicht sogar zehnmal weniger. Und das nur, weil die Person drei Sekunden früher in der digitalen Warteschlange war“, sagte sie.

„Zwei und zwei zusammenzählen“

Euroconsumers setzt sich seit Längerem für ein Verbot von Dynamic Pricing bei Live-Veranstaltungen ein. Bei begrenztem Angebot und großer Nachfrage haben Verbraucherinnen und Verbraucher kaum Einfluss.

Als die FIFA ankündigte, bei der WM auf variable Preise zu setzen, löste das in Brüssel Besorgnis aus.

„Wir haben sehr genau verfolgt, wie sich das entwickeln würde. Gleichzeitig haben wir mit Football Supporters Europe zusammengearbeitet, weil sie gehört hatten, dass wir beim Thema Dynamic Pricing sehr aktiv sind“, erklärte Bruggeman.

„Football Supporters Europe bekam die Beschwerden und Erfahrungsberichte der Fans. Und wenn man das alles zusammenzählt, konnten wir auf dieser Grundlage unsere Beschwerde einreichen.“

Mehr als nur horrende Preise

In der Beschwerde geht es jedoch nicht nur um Dynamic Pricing und hohe Preise.

Euroconsumers wirft der FIFA außerdem Lockvogelwerbung vor, die nach EU-Verbraucherrecht verboten ist.

Vor Beginn der ersten Verkaufsphase hatte die FIFA angekündigt, Tickets für die Gruppenphase ab 60 Dollar (51,77 Euro) anzubieten. Tatsächlich konnten laut Pressemitteilung nur wenige Fans Karten zu diesem Preis ergattern.

Wer WM-Tickets weiterverkaufen oder aus zweiter Hand kaufen will, soll dies nach Wunsch der FIFA über den eigenen Resale-/Exchange-Marktplatz tun und nicht über Konkurrenten wie StubHub oder Vivid Seats. Der Verband bewirbt seine Plattform als „offiziellen und sicheren Weg“.

Auf dem FIFA-Marktplatz fällt für Käuferinnen und Käufer ebenso wie für Verkäuferinnen und Verkäufer eine Gebühr von 15 Prozent an. Laut der Beschwerde von Euroconsumers und FSE ist das für die FIFA höchst lukrativ, aber „zum Nachteil der Rechte und Interessen der Verbraucher“.

„Keine Spielchen mehr“, sagt Els Bruggeman, Leiterin Politik und Durchsetzung bei Euroconsumers.

„Wir müssen dieses Dynamic Pricing stoppen. Die FIFA soll klar sagen, wie viele Tickets es noch gibt und für welche Spiele. Und sie soll die Preise von Anfang an vollständig transparent machen.“

Euroconsumers erklärte, man habe die FIFA bereits vor Beginn des Verkaufs kontaktiert, um zu erfahren, wie das System der variablen Preise bei der WM 2026 funktionieren soll. Eine Antwort sei nicht eingegangen.

EU-Kommission: Was sie tun kann

Euroconsumers und FSE fordern die Europäische Kommission auf, die FIFA anzuweisen, Dynamic Pricing für alle verkauften Tickets zu beenden.

Bruggeman hofft auf eine schnelle Entscheidung, denn am zweiten April startet eine weitere Ticket-Auslosung und im Juni beginnt die Weltmeisterschaft.

„Gibt es bis dahin keine Maßnahmen, ist der Schaden für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht mehr gutzumachen“, sagte sie.

Ein Sprecher der Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde und erklärte, man werde sie „nach unseren üblichen Verfahren prüfen“.

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