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EU: E-Auto-Verkäufe steigen im März um fast 50 Prozent wegen Iran-Krieg und Energieängsten

Elektroautos erreichen im ersten Quartal 2026 fast zwanzig Prozent Marktanteil in der EU
Elektroautos erreichen im ersten Quartal 2026 fast 20 Prozent Marktanteil in der EU Copyright  Lise Aserud/NTB Scanpix via AP
Copyright Lise Aserud/NTB Scanpix via AP
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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In der EU wächst der Markt für E-Autos immer schneller. Der Krieg mit Iran behindert den Verkehr durch die Straße von Hormus und verknappt Öl und Gas, die Spritpreise schwanken stark.

Die europäische Autoindustrie erlebt einen bemerkenswerten Monat: Im März stiegen die Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) in der EU im Vergleich zum Vorjahresmonat um 48,9 Prozent, wie der europäische Branchenverband ACEA mitteilt.

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Der Aufschwung fällt in eine Phase, in der Europa mit anhaltend hohen Benzinpreisen konfrontiert ist, ausgelöst durch den Iran-Krieg und Störungen der weltweiten Energieversorgung.

Batterieelektrische Autos erreichten im März einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent und von 19,4 Prozent im ersten Quartal. Im ersten Quartal 2025 lag der Anteil noch bei 15,2 Prozent.

Nach Angaben der ACEA trieben neue und überarbeitete Steuervergünstigungen sowie weitere Anreiz- und Förderprogramme in den großen europäischen Ländern diesen Wandel maßgeblich an.

Trotz des rasanten Zuwachses bei Elektroautos bleiben Hybridfahrzeuge (HEV) mit 38,6 Prozent Marktanteil die größte Einzelkategorie. Ihre Neuzulassungen überstiegen im ersten Quartal die Marke von einer Million Fahrzeugen.

Plug-in-Hybride (PHEV) legten ebenfalls zu und erreichten einen Marktanteil von 9,5 Prozent nach 7,6 Prozent ein Jahr zuvor.

Im Gegensatz dazu verlieren Autos mit Verbrennungsmotor (ICEV) weiter an Boden.

Die Neuzulassungen von Benzinern gingen im ersten Quartal EU-weit weiter zurück; ihr Marktanteil fiel deutlich von 28,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Auch Dieselautos verzeichneten Rückgänge, ihr Anteil schrumpfte auf nur noch 7,7 Prozent.

Insgesamt stiegen die Pkw-Verkäufe im ersten Quartal laut ACEA um vier Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025, vor allem wegen neuer und angepasster Steueranreize und Förderprogramme in den wichtigsten europäischen Ländern.

Trotz des starken BEV-Wachstums bleibt die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen robust.

Das stützt einen „technologieoffenen“ Ansatz bei der Dekarbonisierung. Er erlaubt einen schrittweisen Übergang, der unterschiedlichen Kundenbedürfnissen und dem ungleichen Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa Rechnung trägt.

Westeuropas „Große Vier“

Die Entwicklung in den größten Volkswirtschaften des Kontinents, oft als „Große Vier“ bezeichnet, prägte das Gesamtbild entscheidend. Italien, Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich verzeichneten unterschiedliche, insgesamt aber klare Fortschritte bei der Elektrifizierung.

Innerhalb der EU legte Italien am stärksten zu: Die Zahl der BEV-Neuzulassungen stieg im ersten Quartal um 65,7 Prozent.

Frankreich folgte mit einem Plus von 50,4 Prozent, Deutschland kam in dieser Kategorie auf ein Wachstum von 41,3 Prozent.

Auch das Vereinigte Königreich setzte den Trend fort und meldete allein im März mehr als 86.000 neu zugelassene BEV, ein Zuwachs von 24,2 Prozent im Vergleich zum März 2025.

Doch der Umbau des Marktes hat seine Verlierer.

Die Verkäufe von Benzin- und Dieselautos brachen in diesen Schlüsselmärkten ein. In Frankreich war der Rückgang am ausgeprägtesten: Die Neuzulassungen sanken um 40,3 Prozent.

Italien, Deutschland und das Vereinigte Königreich meldeten ebenfalls zweistellige Rückgänge in diesem Segment. Das ist ein Zeichen für den grundlegenden Stimmungs- und Politikwechsel.

Geopolitischer Druck beschleunigt Wandel

Die Elektrifizierung vollzieht sich zudem vor einem unruhigen und teuren geopolitischen Hintergrund.

Der Iran-Krieg und die daraus resultierende Blockade der Straße von Hormus setzen die globalen Energiemärkte dauerhaft unter Druck. Die Folge sind hohe und schwer kalkulierbare Preise für konventionelle Kraftstoffe.

Diese äußeren Faktoren belasten Besitzer von Benzin- und Dieselautos zusätzlich. Die im Vergleich geringeren Betriebskosten von Elektrofahrzeugen werden für viele europäische Autofahrerinnen und Autofahrer dadurch immer attraktiver.

Hält der Konflikt an, dürfte sich der Trend zu Elektroautos bei Neuwagenkäufen fortsetzen, weil die steigenden Kosten viele Verbraucher von konventionellen Antrieben wegtreiben.

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