Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Frankreichs Wachstum stockt: Energiepreisschock durch Iran-Krieg bremst Wirtschaft

ARCHIV – Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besichtigt im Eurenco-Werk in Bergerac den Verpackungsbereich für modulare 155‑Millimeter-Geschosssätze. 11. April 2024
Archivaufnahme: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besichtigt den Verpackungsbereich für 155-Millimeter-Munition im Eurenco-Werk in Bergerac am elften April 2024. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die Daten für das erste Quartal zeigen: Frankreichs Wirtschaft wächst nur noch schwach, die Preise ziehen an, die Exporte brechen ein. Der Energieschock des Iran-Kriegs trifft das Land spürbar.

Die französische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 praktisch zum Stillstand gekommen. Das geht aus offiziellen Zahlen hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Grund sind stark gestiegene Energiekosten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, die Haushalte und Unternehmen zunehmend unter Druck setzen.

WERBUNG
WERBUNG

Frankreich und Italien haben ihre Wachstumsprognosen bereits nach unten korrigiert, während Deutschland seine Prognose für 2026 sogar auf null Komma fünf Prozent halbiert hat.

Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte zwischen Januar und März, wie eine erste Schätzung des französischen Statistikamts Insee zeigt. Zuvor war die Wirtschaft im letzten Quartal 2025 noch um null Komma zwei Prozent gewachsen, zudem hatten Analystinnen und Analysten mehr erwartet.

Die Daten zeichnen das Bild einer Wirtschaft, die insgesamt an Fahrt verliert.

Die Konsumausgaben gingen im Quartal um null Komma eins Prozent zurück. Die Gesamtinvestitionen sanken um null Komma vier Prozent, vor allem wegen Einbrüchen im Bau und bei Industriegütern.

Die Exporte brachen um 3,8 Prozent ein und bremsten das Wachstum über den Außenhandel um null Komma sieben Prozentpunkte. Nur der Lageraufbau, der null Komma acht Punkte beitrug, verhinderte, dass die Wirtschaft insgesamt schrumpfte.

Die Inflation zog im April auf zwei Komma zwei Prozent an, den höchsten Stand seit Mitte 2024 und höher als von Analystinnen und Analysten erwartet. Das deutet darauf hin, dass der Preisdruck und das Wachstum in entgegengesetzte Richtungen laufen.

Die Zahlen erfassen nur die ersten Wochen des Konflikts, der am 28. Februar begann. Damals griffen US-amerikanische und israelische Streitkräfte iranische Militärinfrastruktur an und lösten faktisch eine Blockade der Straße von Hormus aus, jener Meerenge, durch die rund 20 Prozent des weltweit per Schiff transportierten Rohöls fließen.

Die höheren Preise schlagen direkt auf die Energierechnungen der Haushalte, die Kosten der Industrie und den Transport durch. Sie schmälern die Kaufkraft in einer Phase, in der französische Verbraucherinnen und Verbraucher ohnehin zurückhaltend waren.

Nach Einschätzung des Thinktanks Chatham House könnte die Wirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal schrumpfen und in der zweiten Jahreshälfte auf der Stelle treten, falls der Konflikt noch mehrere Monate anhält.

Die Zahlen vom Donnerstag bilden den Auftakt zu einer ganzen Welle von BIP-Daten für das erste Quartal aus den großen europäischen Volkswirtschaften. Für die Eurozone insgesamt wird ein stabiles Wachstum von null Komma zwei Prozent erwartet.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Europas Steuergefälle: Deutschland und Frankreich besteuern Arbeit stärker als Großbritannien

US-Notenbank hält Zinsniveau, Powell kündigt Verbleib im Führungsgremium an

Energiepreise treiben Inflation in Deutschland und Spanien vor EZB-Entscheid