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Mietrenditen 2026: die Top-10-Städte Europas statt London und Paris

Blick auf die Piazza Duomo in Catania auf Sizilien im Süden Italiens.
Blick auf die Piazza Duomo in Catania auf Sizilien im Süden Italiens Copyright  Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Von Piero Cingari
Zuerst veröffentlicht am
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Mietrenditen in der Eurozone: Europas lukrativste Buy-to-let-Standorte liegen nicht mehr in den teuersten Städten – eine Top-zehn-Liste mit überraschendem Spitzenreiter.

Wer eine Karte zeichnet, wohin Europas Immobilienkapital normalerweise fließt, landet bei vertrauten Hotspots: die Boulevards von Paris, der Grachtenring von Amsterdam, Münchens herausgeputzte Viertel.

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Adressen mit Prestige. Hohe Marktliquidität. Immobilienmärkte, in denen die Preise seit Jahrzehnten fast nur eine Richtung kennen.

Auf einer zweiten Karte, die zeigt, wo Vermieter für jeden investierten Euro die höchsten Mieten erzielen, verschwinden viele dieser Städte jedoch wieder.

Neue Daten von Global Property Guide, abgeglichen mit lokalen Immobilienportalen wie Immobiliare.it, Idealista, Fotocasa, Habitaclia und Daft, zeigen: Einige der attraktivsten Buy-to-let-Märkte Europas liegen nicht mehr in den klassischen Hotspots, sondern in übersehenen Regionalstädten, vor allem im Süden Europas.

Hier das Ranking der zehn Städte im Euroraum mit den höchsten Bruttomietrenditen im Jahr 2026. Bruttomietrendite bedeutet: jährliche Miete geteilt durch Kaufpreis, vor Steuern, Instandhaltung, Gebühren und anderen Kosten.

10. Rom: Durchschnittliche Bruttomietrendite 7,12 %

Rom belegt Platz zehn, steht aber exemplarisch für einen der klarsten Gegensätze auf Europas Immobilienmärkten: Prestige gegen Ertrag.

Im historischen Zentrum rund um Pantheon, Piazza Navona und Trastevere konkurrieren internationale Käufer um knappen Wohnraum. Das treibt die Preise hoch und drückt die Renditen.

Eine Einzimmerwohnung im römischen „centro“ kostet 472.500 €, bringt aber nur 2.170 € Miete im Monat. Das entspricht einer Bruttomietrendite von 5,51 % im Jahr.

Außerhalb des historischen Kerns sehen die Zahlen deutlich besser aus.

Im restlichen Stadtgebiet kostet eine Einzimmerwohnung im Schnitt rund 225.000 € und erzielt etwa 1.450 € Miete pro Monat. Die Rendite steigt damit auf rund 7,7 %. Am besten schneidet das kleinste Segment ab: Ein Studio für 149.000 €, das für 1.000 € vermietet wird, kommt auf 8,05 %.

In Rom geht der Postkartenblick also oft zulasten der Mieteinnahmen.

9. Dublin: Durchschnittliche Bruttomietrendite 7,22 %

In Dublin hält die anhaltende Wohnungsknappheit die Mieten auf einem der höchsten Niveaus Europas.

Irlands Hauptstadt - Heimat von Guinness, den georgianischen Türen am Merrion Square und eines Tech-Sektors, der den Mietmarkt dauerhaft angespannt hält - erzielt im Schnitt eine Bruttomietrendite von 7,22 %.

Eine Einzimmerwohnung kostet 295.000 € und lässt sich für 2.000 € im Monat vermieten. Das ergibt eine Bruttomietrendite von 8,14 % und ist die profitabelste Wohnungsgröße der Stadt.

Landesweit haben sich die Hauspreise in Irland seit 2012 in nominaler Rechnung fast verdoppelt, sie stiegen um 99 %. Die Mieten legten im selben Zeitraum um 71 % zu.

8. Neapel: Durchschnittliche Bruttomietrendite 7,22 %

Neapel erzielt eine ähnlich hohe Rendite wie Dublin, ist beim Kaufpreis aber deutlich günstiger. In der Stadt der Pizza Margherita, mit dem Vesuv am Horizont und der Spaccanapoli, die durch die UNESCO-geschützte Altstadt verläuft, kostet eine Einzimmerwohnung 145.500 € und bringt 950 € Miete im Monat - eine Bruttorendite von 7,84 %.

Herausragend ist das Einstiegssegment: Ein Studio für nur 70.000 € bei 700 € Monatsmiete liefert eine Bruttomietrendite von 12 % und damit gemeinsam den Spitzenwert im Ranking.

Starke Studentennachfrage und ein ganzjähriger Tourismus stützen die Auslastung kleiner Wohnungen.

7. Barcelona: Durchschnittliche Bruttomietrendite 7,40 %

Barcelona ist die einzige spanische Stadt im Ranking - Heimat von Gaudís Sagrada Família, der Vermut-Stunde und des FC Barcelona - und kommt über alle Lagen hinweg auf eine durchschnittliche Mietrendite von 7,40 %.

Eine Einzimmerwohnung kostet 240.000 € und erzielt 1.590 € Miete im Monat. Das entspricht einer Bruttomietrendite von 7,95 %. Einzimmerwohnungen sind damit die profitabelste Kategorie der Stadt.

Zugleich prägt Knappheit den Wohnungsmarkt zunehmend.

Das Mietangebot in ganz Katalonien liegt nahe historischen Tiefständen. Die Nachfrage kommt zugleich von Touristinnen und Touristen, Studierenden, Remote-Beschäftigten und ausländischen Bewohnerinnen und Bewohnern.

„Erschwingliche Wohnungen in Barcelona gelten als immer schwerer zu finden, da das Angebot an Mietwohnungen in ganz Katalonien auf historischen Tiefständen verharrt“, sagt Lalaine Delmendo, Marktanalystin bei Global Property Guide.

„Madrid blieb beim Transaktionsvolumen führend, doch das kräftigste Wachstum im Jahresvergleich verzeichneten mehrere andere große Märkte, allen voran Barcelona und Sevilla“, so Delmendo weiter.

6. Riga: Durchschnittliche Bruttomietrendite 7,47 %

Litauens Hauptstadt - bekannt für ihre Jugendstilarchitektur, die Türme der mittelalterlichen Altstadt und einen Zentralmarkt in ehemaligen Zeppelin-Hangars - bietet einige der höchsten Mieterträge Europas, auch wenn die langfristige Preisentwicklung schwach blieb.

Eine Einzimmerwohnung kostet 125.000 € und bringt 750 € Monatsmiete, was einer Bruttorendite von 7,20 % entspricht. Am besten laufen größere Einheiten: Eine Zweizimmerwohnung für 187.000 € erzielt 8,34 %.

Der Preis dafür ist schwaches Wertwachstum. In den vergangenen fünf Jahren sind die realen Preise in Riga um 23,66 % gefallen, nominal legten sie lediglich um 3,77 % zu.

Diese Stagnation ist Risiko und Reiz zugleich: wenig Wertsteigerung, aber Einstiegspreise, die hoch genug sind, damit die Rendite fast vollständig aus der Miete kommt.

5. Turin: Durchschnittliche Bruttomietrendite 7,68 %

Italiens erste Hauptstadt - Stadt der Mole Antonelliana und Geburtsort der Gianduiotto-Schokolade - verbirgt hinter ihrer barocken Kulisse ein Schnäppchen für Buy-to-let-Investoren.

Lange von Mailand überstrahlt, verbindet das frühere Fiat-Industriezentrum niedrige Kaufpreise mit hoher Studentennachfrage, vielen Ingenieurjobs und einer wachsenden Kultur- und Gastroszene rund um die Piazza Castello und das Po-Ufer.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Eine Einzimmerwohnung kostet im Schnitt etwa 99.000 € und bringt rund 850 € Miete pro Monat - genug für eine Bruttorendite von über 10 %.

Solche Werte sind in großen westeuropäischen Städten zunehmend selten.

Im historischen Zentrum dreht sich das Bild allerdings schnell.

Dort schlagen Einzimmerwohnungen mit etwa 255.000 € zu Buche und bringen rund 1.200 € Miete im Monat. Die Rendite sinkt damit auf etwa 5,6 %.

4. Jyväskylä: Durchschnittliche Bruttomietrendite 8,02 %

Die finnische Universitätsstadt Jyväskylä ist die wohl größte Überraschung im Ranking.

Sie liegt in der finnischen Seenplatte zwischen Helsinki und Lappland, besitzt die weltweit größte Sammlung von Bauten des Architekten Alvar Aalto und verwandelt sich im Sommer in eine Bühne für die Motoren der Rallye-Weltmeisterschaft.

Fast ein Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner sind Studierende.

Eine Einzimmerwohnung kostet 90.000 € und erzielt 680 € Monatsmiete. Das ergibt eine Bruttomietrendite von 9,07 %. Einzimmerwohnungen sind klar der renditestärkste Typ im Sample.

Starke Studentennachfrage und vergleichsweise niedrige Kaufpreise machen Jyväskylä zur renditestärksten Stadt Nordeuropas innerhalb der Eurozone.

3. Cork: Durchschnittliche Bruttomietrendite 8,20 %

Irlands zweite Stadt - gebaut auf sumpfigen Inseln im River Lee, stolz auf ihre Markthalle English Market und ihr gewürztes Rindfleisch - landet auf Platz drei.

Cork verlangt deutlich niedrigere Einstiegspreise als Dublin, profitiert aber von einer robusten Mietnachfrage aus der lokalen Wirtschaft.

Die südirische Stadt gewinnt durch Investitionen der Pharmaindustrie, einen wachsenden Technologiesektor und starkes Bevölkerungswachstum.

Eine Einzimmerwohnung kostet 235.000 € und wird im Schnitt für 1.600 € im Monat vermietet. Das entspricht einer Bruttomietrendite von 8,17 %. Größere Wohnungen schneiden noch besser ab: Zweizimmerapartments bringen die höchsten Erträge.

In Irland fällt Cork zunehmend als Markt auf, der primär von Mieteinnahmen und nicht von Prestige-Preisen geprägt ist.

2. Palermo: Durchschnittliche Bruttomietrendite 8,25 %

Siziliens Hauptstadt - eine Stadt normannischer Kathedralen, des Stimmengewirrs auf dem Markt Ballarò und einer Streetfood-Kultur mit Arancine und Panelle - verpasst den Spitzenplatz nur knapp.

Palermo verbindet mediterranen Lebensstil mit Kaufpreisen, die für westeuropäische Verhältnisse ungewöhnlich niedrig sind.

Eine Einzimmerwohnung kostet 85.000 € und bringt 700 € Miete im Monat, was einer Bruttorendite von 9,88 % entspricht.

Auch größere Wohnungen bleiben relativ günstig.

Eine Zweizimmerwohnung kostet im Schnitt 115.000 € und erzielt rund 800 € Monatsmiete, eine Rendite von etwa 8,3 %.

„Teile Siziliens bieten überraschend erschwingliche Häuser. Italien hat zudem Steueranreize für neue Einwohnerinnen und Einwohner, was für ausländische Zuziehende einen Unterschied machen kann“, sagt Mikk Kalmet, globaler Immobilienexperte bei Global Property Guide.

1. Catania: Durchschnittliche Bruttomietrendite 9,17 %

Die höchste Mietrendite in der Eurozone erzielt eine Stadt aus schwarzem Lavagestein im Schatten des Ätna.

Catania - mit barocker Kathedrale und dem morgendlichen Lärm des Fischmarkts Pescheria - führt das Ranking mit einer durchschnittlichen Bruttomietrendite von 9,17 % an.

Die zugrunde liegenden Zahlen sind auffällig: Eine Einzimmerwohnung kostet rund 70.000 € und erzielt 650 € Monatsmiete, was einer Bruttorendite von 11,14 % entspricht.

Noch besser schneidet das Einstiegssegment ab: Ein Studio bringt 12 % Rendite bei einem Kaufpreis von 51.000 € - der niedrigste Einstiegspreis in der gesamten Liste.

Catania liegt zudem nur rund 50 Kilometer von Taormina entfernt, einem der begehrtesten Urlaubsorte am Mittelmeer. Das stützt einen kurzfristigen Vermietungsmarkt, der fast das ganze Jahr über läuft.

Den Daten zufolge ist Catania 2026 der stärkste Buy-to-let-Markt der Eurozone.

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