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Nvidia nimmt erstmals seit 2021 über 21,5 Mrd. € mit Anleihe im KI-Wettrennen ein

Besucherinnen und Besucher begutachten Nvidias neue Produkte auf der Messe Computex Taipei in Taipeh, Taiwan, am dritten Juni 2026.
Besucherinnen und Besucher begutachten Nvidias neue Produkte auf der Computex Taipei in Taipeh, Taiwan, am 3. Juni 2026. Copyright  AP Photo/Chiang Ying-ying
Copyright AP Photo/Chiang Ying-ying
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Nvidia kehrt nach fünf Jahren an den Markt für Unternehmensanleihen zurück: Eine Emission über 25 Mrd. Dollar lockt Orders von 85 Mrd. und zeigt die große Anlegernachfrage nach KI.

Der wertvollste Konzern der Welt, der Chipentwickler Nvidia, hat am Montag eine Anleiheemission über 25 Milliarden Dollar (21,5 Milliarden Euro) bepreist. Es ist die erste Anleihe seit 2021 und eine der größten Emissionen eines Technologiekonzerns in diesem Jahr.

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Ursprünglich peilte Nvidia ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar (17,2 Milliarden Euro) an. Laut einer mit der Transaktion vertrauten Person, auf die sich Bloomberg beruft, wurde die Tranche aber ausgeweitet, weil die Nachfrage mehr als das Dreifache des Angebots erreichte.

Die starke Nachfrage der Investoren prägte die Platzierung.

Die Orderbücher wuchsen zeitweise auf bis zu 85 Milliarden Dollar (73,2 Milliarden Euro). Nvidia konnte das Volumen dadurch erhöhen und sich zugleich günstigere Konditionen sichern.

Auch das Timing spielte Nvidia in die Karten.

Die Ankündigung einer Grundsatzeinigung zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts im Nahen Osten beruhigte die Kreditmärkte. Die Risikoaufschläge für Anleihen mit Investment-Grade-Rating fielen auf den niedrigsten Stand seit Anfang Februar, also bevor der Iran-Krieg begann.

Vor diesem Hintergrund konnte sich Nvidia langfristige Finanzierung zu vergleichsweise niedrigen Zinsen sichern.

Günstige Verbindlichkeiten mit langen Laufzeiten senken laut Robert Schiffman, Analyst bei Bloomberg Intelligence, die gewichteten Kapitalkosten von Nvidia. Zugleich finanzieren sie die KI-Investitionen, ohne das AA-Kreditrating zu gefährden.

Ein Unternehmenssprecher erklärte, der Erlös solle für allgemeine Unternehmenszwecke eingesetzt werden, darunter die Rückzahlung und Refinanzierung bestehender Anleihen.

Zuletzt hatte Nvidia im Juni 2021 den Markt für Investment-Grade-Anleihen genutzt. Damals platzierte der Konzern laut Börsenmitteilung Schuldverschreibungen über 5 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) mit vier unterschiedlichen Laufzeiten.

Der Größenunterschied zeigt, wie rasant der Finanzierungsbedarf von Nvidia gewachsen ist – getrieben vom Ausbau der Rechenzentren und der steigenden Nachfrage großer Cloud-Anbieter.

Tech-Giganten im Schuldenrausch

Nvidia reiht sich damit in eine ganze Reihe von Technologieriesen ein, die enorme Summen für ihre KI-Infrastruktur aufnehmen.

Meta und Oracle haben in diesem Jahr jeweils Anleihen im Umfang von 25 Milliarden Dollar (21,5 Milliarden Euro) begeben. Amazon legte eine Einzeltransaktion über 37 Milliarden Dollar (31,8 Milliarden Euro) auf – bis zur Nvidia-Emission am Montag die größte Investment-Grade-Anleihe des Jahres in den USA.

Für Nvidia verhindert die Schuldenaufnahme zudem eine Verwässerung der Aktien und verschafft dem Konzern mehr Spielraum, während die Investitionszusagen steigen. Das Unternehmen hat bislang fünf Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) in Intel gesteckt, bis zu zehn Milliarden Dollar (8,6 Milliarden Euro) für Anthropic zugesagt und 30 Milliarden Dollar (25,8 Milliarden Euro) in die jüngste Finanzierungsrunde von OpenAI eingebracht.

Die Nvidia-Aktie schloss nach der Ankündigung 3,5 % fester bei 212,45 Dollar. Der Börsenwert des Unternehmens stieg damit auf rund 5,14 Billionen Dollar (4,42 Billionen Euro).

Alphabet, die Google-Mutter, wählte dagegen den Weg über den Aktienmarkt. Der Konzern preiste Anfang dieses Monats eine aufgestockte Kapitalerhöhung über 84,75 Milliarden Dollar (73 Milliarden Euro), nachdem er zunächst rund 80 Milliarden Dollar (68,9 Milliarden Euro) angepeilt hatte, wie aus einer Unternehmensmitteilung hervorgeht.

Das Paket, zu dem auch eine Privatplatzierung von zehn Milliarden Dollar (8,6 Milliarden Euro) durch Berkshire Hathaway gehört, gilt als die größte Aktienemission aller Zeiten. Alphabet will damit den Ausbau seiner Kapazitäten für KI-Rechenleistung finanzieren.

Die Unternehmensführung stellt für 2026 Investitionsausgaben von 180 bis 190 Milliarden Dollar (155,1 bis 163,7 Milliarden Euro) in Aussicht.

Die Aktienemission erfolgte jedoch zusätzlich zu einer bereits umfangreichen Schuldenaufnahme. Alphabet hat eigenen Angaben zufolge im ersten Quartal 2026 mehr als 85 Milliarden Dollar (73,2 Milliarden Euro) an Anleihen in sechs wichtigen Währungen und Märkten eingesammelt. Die Gesamtverschuldung kletterte damit auf über 100 Milliarden Dollar (86,1 Milliarden Euro).

Dazu gehörte auch eine Dollar-Anleihe zu Jahresbeginn. Google stützt seine KI-Pläne damit sowohl auf Fremd- als auch auf Eigenkapitalfinanzierung.

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