Der Waldbrand im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen hat sich zu einem der schwersten Waldbrände seit Beginn der Aufzeichnungen entwickelt. Auf rund 300 Hektar kämpft die Feuerwehr gegen die Flammen, während der Ortsteil Gey weiterhin evakuiert bleibt.
Auch am Samstagmorgen bleibt die Lage im Hürtgenwald angespannt. Nach Angaben des Kreises Düren hat sich der Brand über Nacht zwar nicht weiter ausgebreitet, betroffen sind aber weiterhin rund 300 Hektar Wald, nach Angaben des WDR der größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Datenaufzeichnungen. 300 Hektar entsprechen drei Millionen Quadratmetern bzw. 420 Fußballfeldern.
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) sagte am Freitag bei ihrem Besuch der Einsatzkräfte: "Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat."
Inzwischen sind rund 1.400 Einsatzkräfte im Einsatz. Neben Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr unterstützen auch Hilfsorganisationen wie das THW, die Malteser, die Johanniter und das Deutsche Rote Kreuz die Löscharbeiten. Zudem sind weiterhin viele freiwillige Helfer vor Ort, insbesondere Landwirte.
Nach der offiziellen Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) waren 2025 in Nordrhein-Westfalen insgesamt 51,7 Hektar Wald von Bränden betroffen – zusammengerechnet über das gesamte Bundesland. Der aktuelle Brand im Hürtgenwald ist damit bereits etwa sechsmal so groß wie die gesamte im vergangenen Jahr verbrannte Waldfläche in NRW.
1.800 Anwohner mussten nur mit dem Nötigsten fliehen
Der Ortsteil Gey bleibt evakuiert. Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, nachdem sich die Flammen der Ortschaft bis auf etwa 150 bis 200 Meter genähert hatten. Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition im Boden erschwert, weshalb bestimmte Bereiche nicht direkt betreten werden können.
Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen US-Truppen und deutschen Wehrmachtseinheiten.
Über Nacht konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers zunächst verhindert werden. Die Löscharbeiten dürften sich jedoch noch über mehrere Tage hinziehen. Zwei Bergepanzer werden eingesetzt, um Schneisen und Zufahrtswege in dem schwer zugänglichen Gelände anzulegen.
Nach Angaben der Behörden wurden bislang fünf Menschen im Zusammenhang mit dem Einsatz verletzt, darunter vier Feuerwehrleute und ein Bewohner, der während der Evakuierung gesundheitliche Probleme bekam.
Um die Leitstelle zu entlasten, hat der Kreis Düren eine Hotline für Fragen und Anliegen rund um den Waldbrand eingerichtet. Sie ist unter 02421/221011999 erreichbar – am Samstag und Sonntag jeweils von 8 bis 18 Uhr. Die Service- und Notfallnummer der Gemeinde Hürtgenwald (02429/3090) ist am Samstag seit 7 Uhr besetzt.