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Zapatero: erster angeklagter Ex-Regierungschef Spaniens vor der Audiencia Nacional

Ex-Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero bei seiner Ankunft an der Audiencia Nacional in Madrid am 17. Juni 2026.
Der ehemalige spanische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero trifft am 17. Juni 2026 an der Audiencia Nacional in Madrid ein. Copyright  Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved
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Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Ex-Präsident sagt am Mittwoch und Donnerstag zum Rettungspaket für Plus Ultra und zu Schmuck in seinem Büro in der Calle Ferraz aus, Wert: über eine Million Euro.

Für José Luis Rodríguez Zapatero markiert der heutige Tag einen Wendepunkt. Der ehemalige Regierungschef sitzt als Beschuldigter vor Richter Calama. Er ist damit der erste spanische Regierungschef seit der Transición, der sich in einem Korruptionsfall persönlich verantworten muss.

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Die Vernehmung beginnt heute ab neun Uhr und dauert bis morgen. Sie soll zwei Fronten zugleich klären. Zum einen geht es um die staatliche Rettung von 53 Millionen Euro für die Fluggesellschaft „Plus Ultra“. Zum anderen um den Fund von Luxusjuwelen bei der Durchsuchung seines Büros in der Calle Ferraz. Wegen ihres Werts eröffnete der Richter ein gesondertes Verfahren. Gutachter schätzen die Stücke vorläufig auf 1,3 Millionen Euro. Laut Ermittlungsunterlagen ist ihre Herkunft nicht belegt.

Der Beschluss, auf dem das Verfahren beruht, verweist auch auf das Unternehmen der Töchter des Ex‑Ministerpräsidenten, What The Fav. Die Firma erhielt demnach bis zu 2 Millionen Euro für „Beratungsleistungen“ und Layoutarbeiten. Diese Zahlungen könnten dazu gedient haben, mutmaßliche Schmiergelder zu verschleiern. Der Ermittlungsrichter beschreibt Zapatero als Kopf eines „organisierten Gefüges“ und hört sich heute hinter verschlossenen Türen seine Darstellung an.

Regierung in Woche „horribilis“

Zapatero ist nicht nur ein Ex‑Regierungschef vor Gericht. Er gilt seit Jahren als eine der wichtigsten Galionsfiguren der Sozialisten. Er tritt regelmäßig bei Kundgebungen und Wahlkampfschlussspurt auf. Seit Pedro Sánchez 2018 in den Regierungssitz Moncloa einzog, pflegen beide ein enges Verhältnis. Deshalb trifft dieser Fall den PSOE und die Regierung besonders hart.

Die Verteidigung des Ex‑Regierungschefs unter Leitung von Víctor Moreno Catena versuchte bereits, den Umfang des Verhörs zu begrenzen. Sie beantragte, die Juwelen aus der ersten Sitzung herauszuhalten. Der Richter lehnte ab und verwies darauf, dass es keine „reale Beeinträchtigung seines Verteidigungsrechts“ gebe.

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