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Globales Kapital sieht Potenzial in Europa, fordert aber weniger Regulierung

FII-Institute-Gipfel in Rom
FII-Institute-Gipfel in Rom Copyright  David del Valle
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Von David del Valle
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Politische Führungspersönlichkeiten und Investoren fordern auf dem FII-Gipfel in Rom weniger Regulierung und mehr Flexibilität für globale Investitionen und Europas Wettbewerbsfähigkeit.

Europa steht vor einer einmaligen Chance, Investitionen anzuziehen und seine strategische Autonomie zu stärken. Dafür muss der Kontinent jedoch regulatorische Hürden abbauen und Reformen beschleunigen, um mit den USA und Asien mitzuhalten. Das ist eine der zentralen Botschaften des FII-Institute-Gipfels (Future Investment Initiative Institute) in Rom, der politische und wirtschaftliche Führungspersönlichkeiten sowie Investoren aus aller Welt zusammenbringt.

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Der G7-Gipfel stand im Zeichen der Geopolitik, Rom hingegen rückte die Wirtschaft in den Mittelpunkt. Die Staats- und Regierungschefs der führenden westlichen Demokratien diskutierten über Sicherheit, Handel und internationale Konflikte. Parallel dazu hat der Gipfel FII Priority Europe Investoren, Unternehmer und politische Entscheidungsträger zusammengebracht, um zu beraten, wie Europa neue wirtschaftliche Dynamik gewinnen und das Kapital für seine industrielle und technologische Transformation anziehen kann.

Mehr Flexibilität

Richard Attias, Vorsitzender des Exekutivkomitees des FII Institute, richtete eine klare Botschaft an Europas Politik: Der Kontinent verfügt über Talent, Innovationskraft und industrielle Stärke, um die nächste Phase des globalen Wachstums anzuführen. Dafür braucht er jedoch ein investitionsfreundlicheres Umfeld.

„Europa zählt weiterhin zu den attraktivsten Märkten der Welt, doch Anleger erwarten Klarheit, Verlässlichkeit und schnelle Entscheidungen“, sagte Attias in seiner Rede. Er warb für mehr regulatorische Flexibilität und vereinfachte Verwaltungsverfahren, damit mehr Kapital in strategische Bereiche wie Künstliche Intelligenz, digitale Infrastruktur, saubere Energie und Hightech-Industrie fließt.

Richard Attias
Richard Attias David del Valle

Attias warnte, dass Europa im Wettbewerb um weltweite Investitionen nicht nur mit den USA konkurriert. Hinzu kommen Schwellenländer, die ihre Reformen vorantreiben, um Unternehmen und große Industrieprojekte anzuziehen. Aus seiner Sicht besteht die Herausforderung nicht darin, europäische Standards aufzugeben, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Regulierung, Innovation und Wachstum zu finden.

„Die Welt bewegt sich in hohem Tempo – und das Kapital ebenso. Europa hat eine außergewöhnliche Chance, die nächste wirtschaftliche Transformation anzuführen. Doch die Investitionsbedingungen müssen mindestens so wettbewerbsfähig sein wie in anderen Regionen“, betonte er.

Der FII-Institute-Chef ordnete diese Herausforderung in die breitere Debatte über Europas strategische Autonomie ein. Die Fähigkeit des Kontinents, seine Energiewende zu finanzieren, eigene Technologien zu entwickeln und Lieferketten zu stärken, hänge stark davon ab, ob er öffentliches und privates Kapital in großem Umfang mobilisieren könne.

Europa als Langfrist-Investment

Diese Botschaft teilt auch Yasir O. Al Rumayyan, Chef des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) und Präsident von Aramco. Aus seiner Sicht steht Europa an einem Wendepunkt, an dem sich seine Rolle in der neuen globalen Wirtschaft entscheidet. Er betonte, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen sind, damit mehr Kapital in langfristige Projekte fließt. „Europa verfügt über enorme Chancen in Bereichen wie Energiewende, technologische Innovation und strategische Infrastruktur.“

Die Worte Al Rumayyans haben an den internationalen Finanzmärkten besonderes Gewicht: Der PIF verwaltet Vermögenswerte von rund 1,15 Billionen Dollar und gehört damit zu den größten Staatsfonds der Welt. Aramco, der größte Ölkonzern des Planeten, erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 93,5 Milliarden Dollar.

Die Wahl Roms als Tagungsort ist kein Zufall. Für die Organisatoren symbolisiert die italienische Hauptstadt Europas Fähigkeit, sein historisches Erbe mit einer zukunftsgerichteten Reformagenda zu verbinden. Diese Botschaft zog sich durch den gesamten Gipfel: Der Kontinent bleibt für globales Kapital äußerst attraktiv. Er muss jedoch Reformen beschleunigen und seinen Regulierungsrahmen anpassen, wenn er diesen potenziellen Vorteil in dauerhaftes Wachstum verwandeln will.

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