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Mieten in Europas Hauptstädten: Eurostat zeigt teuerste Länder

Maklerschilder sind im Süden Londons zu sehen, Dienstag, 17. Februar 2009.
Im Süden Londons stehen am Dienstag, 17. Februar 2009, Schilder von Immobilienmaklern. Copyright  Copyright 2009 AP. All rights reserved.
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Von Servet Yanatma
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Wohnen verschlingt den größten Teil des Haushaltsbudgets, doch die Mieten unterscheiden sich in Europa enorm. Neue Zahlen von Eurostat zeigen, wo das Leben zur Miete besonders teuer ist und in welchen Städten Mieten noch vergleichsweise erschwinglich bleiben.

Wohnen ist der größte Posten im Haushaltsbudget. Zusammen mit den Nebenkosten macht es fast ein Viertel (23,6 Prozent) der Konsumausgaben in der EU aus, so Eurostat.

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Die Belastung ist für Mieterinnen und Mieter in europäischen Hauptstädten besonders hoch. Die Mieten unterscheiden sich in Europa stark.

Doch wie teuer ist es, eine Wohnung in einer europäischen Stadt zu mieten? Und welche Länder sind am teuersten oder am günstigsten?

Unter vierzig europäischen Städten in achtunddreißig Ländern – darunter EU-Mitgliedstaaten, Kandidaten- und potenzielle Kandidatenländer, EFTA-Staaten und das Vereinigte Königreich – schwankte die durchschnittliche Monatsmiete für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern zwischen 470 Euro in Skopje und 3.350 Euro in Genf, wie Eurostat ermittelt hat.

Teuerste Hauptstadt für Mieten

London ist die einzige Hauptstadt mit einer durchschnittlichen Miete von mehr als 3.000 Euro und liegt damit auf Platz zwei der vierzig Städte. Mieterinnen und Mieter zahlen im Schnitt 3.050 Euro (2.650 Pfund) für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern.

Auch in Dublin (2.650 Euro), Stockholm (2.650 Euro) und Oslo (2.550 Euro) liegen die Durchschnittsmieten über 2.500 Euro. Dublin und Stockholm gelten damit als teuerste EU-Hauptstädte für Mieterinnen und Mieter.

„Der wichtigste Grund für die großen Mietunterschiede in Europa: Wohnungsmärkte sind lokal. In Städten wie Genf, London, Dublin oder Stockholm gibt es eine starke Nachfrage von gut bezahlten Beschäftigten, internationalen Unternehmen, Studierenden und Zugezogenen, während das Wohnungsangebot nicht schnell genug wächst“, erklärte Mikk Kalmet, Immobilienexperte beim Unternehmen Global Property, gegenüber Euronews Business.

Das bedeutet: Wollen mehr Menschen in einer Stadt leben, als Wohnungen vorhanden sind, steigen die Mieten.

Höchste Mieten unter den großen vier EU-Volkswirtschaften

Die Durchschnittsmiete in Paris liegt bei 2.500 Euro. Damit steht die französische Hauptstadt unter den vier größten Volkswirtschaften der EU an der Spitze. Eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern kostet in Berlin 1.750 Euro, in Madrid 1.700 Euro und in Rom 1.650 Euro.

Über 2.000 Euro zahlen Mieterinnen und Mieter auch in Kopenhagen (2.350 Euro), Luxemburg (2.350 Euro), Reykjavik (2.350 Euro), Den Haag (2.150 Euro), Bern (2.150 Euro) und München (2.050 Euro).

Im Bereich von 1.500 bis 1.750 Euro liegen Lissabon (1.750 Euro), Prag (1.650 Euro), Wien (1.600 Euro), Zagreb (1.550 Euro), Helsinki (1.550 Euro) und Athen (1.500 Euro).

Am unteren Ende der Skala folgt Pristina mit 520 Euro dicht auf Skopje (470 Euro). Ankara, die türkische Hauptstadt, ist mit 770 Euro für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern die drittgünstigste Stadt.

Günstigste EU-Hauptstädte für Mieten

In Sofia zahlen Mieterinnen und Mieter im Schnitt 900 Euro, dicht gefolgt von Nikosia mit 910 Euro. Bulgarien und Zypern stellen damit die günstigsten Hauptstädte innerhalb der EU für Mieten.

Auch in Tirana (920 Euro) und Bukarest (930 Euro) liegen die Durchschnittsmieten unter 1.000 Euro.

Mehrere Städte liegen um 1.200 Euro: Belgrad (1.100 Euro), Sarajevo (1.150 Euro), Riga (1.150 Euro), Tallinn (1.150 Euro), Vilnius (1.200 Euro), Warschau (1.300 Euro) und Budapest (1.300 Euro).

Kalmet verwies darauf, dass auch Einkommensniveaus eine Rolle spielen. „Länder mit höheren Löhnen können in der Regel auch höhere Mieten tragen. Das ist ein Grund, warum viele der teuersten Städte in West- und Nordeuropa liegen“, sagte er.

„Gleichzeitig bedeuten niedrigere Mieten in Mittel- und Osteuropa nicht automatisch, dass Wohnen dort erschwinglicher ist, denn auch die Löhne fallen oft niedriger aus. Wer nur auf die Mietniveaus schaut, ohne die Einkommen zu berücksichtigen, kann leicht zu falschen Schlüssen kommen“, ergänzte er.

EU-Hauptstadt im Mittelfeld

Brüssel, Sitz der EU-Institutionen, gilt im Vergleich als relativ erschwinglich. Die Durchschnittsmiete in der belgischen Hauptstadt liegt bei 1.450 Euro. Damit rangiert sie auf Rang 22 von 40 Städten, also ziemlich genau im Mittelfeld.

Kalmet beobachtet, dass die Mieten in weiten Teilen Europas in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Verantwortlich sei eine Kombination aus wieder zunehmender Stadtbevölkerung nach der Pandemie, Bevölkerungswachstum, Migration, steigenden Zinsen und höheren Baukosten.

Er wies außerdem darauf hin, dass die höheren Zinsen den Kauf eines Eigenheims für viele Haushalte erschwert haben. Dadurch weichen mehr Menschen auf den Mietmarkt aus, was die Nachfrage zusätzlich erhöht. „In vielen großen Städten und Hauptstädten kann das Angebot mit diesen Entwicklungen schlicht nicht Schritt halten“, sagte er.

Die Daten von Eurostat berücksichtigen weder zusätzliche Gebühren noch Strom-, Wasser- oder Heizkosten und beziehen sich auf unmöblierte Wohnungen. Die Unterkünfte gelten als von guter bis sehr guter Qualität, jedoch nicht als luxuriös.

So wurden die Daten erhoben

Die Zahlen stammen aus der neuesten Mietpreis-Erhebung von Eurostat und beziehen sich auf die zweite Jahreshälfte 2025. Das Statistikamt der EU erhebt die Daten mit einer harmonisierten Methodik und überprüft sie durch Interviews mit Immobilienmaklerinnen und -maklern in jedem Land. Für die Umrechnung in Euro kamen die Wechselkurse vom Juli 2025 zum Einsatz.

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