Die Billigfluglinie meldet eine grundsätzliche Einigung mit der US-Beteiligungsgesellschaft Castlelake.
Die Aktien von easyJet sind am Montag deutlich gestiegen, nachdem die britische Billigfluggesellschaft mitteilte, sie habe sich mit der US-Investmentfirma Castlelake grundsätzlich auf die wichtigsten finanziellen Eckpunkte einer möglichen Übernahme geeinigt. Der Deal würde die Airline mit mehr als fünf Milliarden Pfund (5,84 Milliarden Euro) bewerten.
Dem gingen einen Monat lang immer höhere Angebote von Castlelake und Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen voraus.
Ein rechtlich bindendes Angebot von Castlelake liegt jedoch weiterhin nicht vor.
In einer Mitteilung vom Sonntag erklärte easyJet, der Verwaltungsrat und Castlelake hätten sich auf den Preis und zentrale Finanzbedingungen einer möglichen Übernahme verständigt.
Das jüngste Angebot, bereits das fünfte von Castlelake, ging am 4. Juli 2026 beim easyJet-Verwaltungsrat ein und bewertet das Unternehmen mit 6,90 Pfund je Aktie in bar. Castlelake will „sämtliche bereits ausgegebenen und noch auszugebenden Stammaktien von easyJet erwerben, die es noch nicht besitzt – für 6,90 Pfund je Aktie in bar, ergänzt um eine teilweise, nicht börsennotierte Aktienalternative“.
Die easyJet-Aktie lag am Montag gegen 10.30 Uhr MESZ bei rund 6,19 Pfund und damit mehr als zehn Prozent im Plus.
Der Verwaltungsrat erklärte, er sei bereit, den Aktionären ein Angebot zu diesem Preis zu empfehlen, falls Castlelake eine feste Absicht zur Abgabe eines Angebots bekanntgibt und die übrigen Bedingungen geklärt werden.
Die jüngste Entwicklung folgt auf eine Reihe von Vorstößen von Castlelake. easyJet hatte zuvor mehrere Angebote ausgeschlagen, darunter eines über 6,25 Pfund je Aktie.
Ende Mai hatte Castlelake erstmals öffentlich bestätigt, eine mögliche Offerte für easyJet zu prüfen. Die Airline reagierte am 1. Juni mit der Erklärung, der Verwaltungsrat habe zu diesem Zeitpunkt keine Gespräche mit Castlelake geführt und auch kein offizielles Angebot erhalten. Das deutete darauf hin, dass der Prozess mit einer unverlangten Interessensbekundung begann.
Die mögliche Übernahme fällt in eine schwierige Phase für die Luftfahrtbranche, die mit steigenden Kerosinkosten zu kämpfen hat.
Ein Eigentümerwechsel könnte zudem Fragen zur künftigen Strategie von easyJet, zu Arbeitsplätzen und zu den Ticketpreisen aufwerfen.
In der Mitteilung heißt es, Castlelake habe „seinen großen Respekt vor easyJet und den Beschäftigten betont sowie die Absicht, das künftige Wachstum und den Wandel zu einer stärkeren, widerstandsfähigeren europäischen Airline zum Nutzen aller Interessengruppen zu unterstützen, falls die Transaktion zustande kommt“. Das Investmenthaus fügte hinzu, es unterstütze das Flottenmodernisierungsprogramm von easyJet, das es als „zentral für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens“ bezeichnet.
Das mögliche Angebot hängt weiterhin von mehreren Vorbedingungen ab, darunter eine zufriedenstellende Prüfung der Bücher (Due Diligence) und eine Einigung über die endgültigen Vertragsunterlagen.
Castlelake hat nun bis Montag, den 3. August 2026, um 17.00 Uhr Zeit, entweder eine feste Absicht zur Abgabe eines Angebots für easyJet zu erklären oder mitzuteilen, dass es die Pläne nicht weiterverfolgt.
Castlelake bestätigte zudem, dass das Unternehmen in einer möglichen Kooperationsvereinbarung eine „Best-Efforts“-Verpflichtung übernehmen würde, um die für den Abschluss der Transaktion notwendigen behördlichen Genehmigungen und Freigaben zu erhalten.