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Christine Lagarde erwägt frühen Abschied von der EZB für Rolle bei Frankreich-Wahl

EZB-Präsidentin Christine Lagarde (l.) im Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim Arbeitsabendessen des Euro-Gipfels in Brüssel, Oktober 2025.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde (links) spricht mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Arbeitsessen des Euro-Gipfels in Brüssel im Oktober 2025. Copyright  AP Photo/Francois Walschaerts
Copyright AP Photo/Francois Walschaerts
Von Eleonora Vasques
Zuerst veröffentlicht am
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EZB-Präsidentin Christine Lagarde erwägt eine Kandidatur bei den kommenden Wahlen in Frankreich. Im Erfolgsfall würde sie ihr Amt im Bankenwesen vorzeitig abgeben.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde denkt darüber nach, bei der kommenden französischen Präsidentschaftswahl eine Rolle zu übernehmen. Das könnte dazu führen, dass sie ihr Amt vorzeitig abgibt, sagte sie am Donnerstag der französischen Zeitung Les Échos.

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Welche Funktion genau sie sich vorstellt, ließ Lagarde offen. Sie plane derzeit nicht, selbst zu kandidieren, sondern wolle lieber zur inhaltlichen Debatte beitragen und sie mitgestalten.

"Ich bin überzeugt, dass in der französischen Präsidentschaftsdebatte eine europäische Stimme zu hören sein muss", sagte Lagarde. Ein vorzeitiger Abschied aus ihrem Amt sei dabei eine Option.

Französische Präsidentschaftswahlen im Frühling 2027

Die nächste Präsidentschaftswahl in Frankreich ist für April 2027 angesetzt. Das Votum findet in einem zersplitterten politischen Umfeld statt: Die Nationalversammlung ist blockiert, eine stabile Mehrheit fehlt. Regierungen tun sich daher schwer, zentrale Gesetzesvorhaben verlässlich durchs Parlament zu bringen.

Zugleich steht das Land vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, darunter eine hohe Staatsverschuldung und nur begrenzter finanzpolitischer Spielraum für Investitionen in Schlüsselbereiche wie Verteidigung und künstliche Intelligenz. Im Vergleich zu anderen europäischen Partnern ist Frankreich dadurch geschwächt.

Viele mögliche Kandidaten

Mehr als 30 mögliche Bewerberinnen und Bewerber haben bereits Interesse für das Amt des Präsidenten bekundet. Am äußersten rechten Rand des politischen Spektrums dürfte das Rassemblement National, das in Umfragen führt, entweder Marine Le Pen ins Rennen schicken – falls ihre Verurteilung wegen missbräuchlicher Verwendung von EU-Geldern in der Berufung aufgehoben wird – oder Jordan Bardella.

"Frankreich muss eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Zukunft unseres Kontinents spielen. Und ohne dieses europäische Umfeld und diese Verankerung wären unsere wirtschaftlichen Perspektiven mindestens unklar", sagte Lagarde in dem Interview.

Über Lagardes mögliche Amtsaufgabe vor Ablauf ihrer regulären Amtszeit hatte bereits im Februar die Financial Times berichtet. Seitdem wird darüber spekuliert, wer an der Spitze der EZB auf sie folgen könnte.

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