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SK hynix: vom Fast-Kollaps zur Billionen-Dollar-Bewertung und Nasdaq-Notierung

ARCHIV: Modell der High-Bandwidth-Memory-Technologie (HBM) von SK hynix auf der World IT Show im COEX in Seoul, Südkorea, 25. April 2025.
ARCHIV: Ein Modell der HBM-Hochbandbreitenspeichertechnologie von SK hynix auf der World IT Show im COEX in Seoul, Südkorea, am 25. April 2025 Copyright  AP Photo/Ahn Young-joon
Copyright AP Photo/Ahn Young-joon
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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SK hynix, südkoreanischer Chiphersteller, dessen Speicherchips KI-Rechenzentren weltweit antreiben, geht diese Woche an die Nasdaq und krönt mit einem der größten Börsengänge den Aufstieg von der Fast-Pleite zur Billionenbewertung.

Der südkoreanische Chiphersteller SK hynix, bekannt für seine Hochgeschwindigkeitsspeicher, will an der Wall Street rund 28 Milliarden Dollar (24,5 Mrd. €) einwerben. Eine so hohe Summe hat zuletzt nur der Rekord-Börsengang von SpaceX im vergangenen Monat übertroffen.

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Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung für ein Unternehmen, das einst nur durch Stellenabbau und den Verkauf von Vermögenswerten überlebte.

Die Preisfestsetzung ist für Donnerstag geplant. Der Handel soll am Freitag unter dem Kürzel SKHY starten.

SK hynix bringt 17,79 Millionen neue Aktien in Form von American Depositary Receipts (ADRs) auf den Markt. Jeder Schein steht für ein Zehntel einer in Seoul gelisteten Aktie. Ankerinvestoren wie Baillie Gifford und von Coatue Management verwaltete Fonds haben Interesse an Papieren im Wert von bis zu sieben Milliarden Dollar (6,1 Mrd. €) signalisiert.

Das ursprüngliche Ziel lag bei 29,6 Milliarden Dollar (25,9 Mrd. €), wurde aber nach Kursverlusten der Aktie in den vergangenen Wochen leicht gesenkt.

ADRs sind an US-Börsen gehandelte Zertifikate, die ausländische Aktien vertreten. Sie ermöglichen US-Anlegern ein Engagement in einem ausländischen Unternehmen, ohne sich mit Fremdwährungen oder ausländischen Märkten befassen zu müssen.

Anders als bei einem klassischen Börsengang handelt es sich dabei jedoch nicht um das Debüt von SK hynix an der Börse. Die Hauptnotierung bleibt am Kospi in Seoul. Das Nasdaq-Angebot eröffnet Investoren lediglich einen zweiten, auf Dollar lautenden Zugangsweg zur Aktie.

Zum Zeitpunkt der Zweitnotierung ist der Konzern bereits mehr als eine Billion Dollar (876 Mrd. €) wert. Auch die Wettbewerber Samsung Electronics und Micron haben diese Marke in diesem Jahr nach Kursgewinnen von über 200 Prozent überschritten.

Die Erlöse fließen in neue Fertigungsstätten, vor allem in einen großen Komplex im südkoreanischen Yongin, sowie in das erste US-Verpackungswerk des Konzerns im Bundesstaat Indiana.

Der Schritt zielt auch auf eine höhere Bewertung. In Korea notierte Chiphersteller handeln seit Langem mit Abschlag gegenüber US-Konkurrenten. Eine Nasdaq-Notierung bietet die Chance, diese Lücke zu verkleinern.

KI-Speicherboom und seine Risiken

Der Ausbau von KI-Infrastruktur hat die wirtschaftlichen Grundlagen der Branche grundlegend verändert.

Große Cloud-Anbieter investieren derzeit Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren. Die Speicherpreise sind deshalb explodiert: Laut Citi Research verteuerten sich DRAM im vergangenen Quartal um 44 Prozent und NAND-Flash um 53 Prozent. Viele Hersteller haben einen Großteil ihrer Produktion für 2026 bereits verkauft.

SK hynix erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von mehr als 50 Billionen Won (29 Mrd. €) und eine operative Marge von über 70 Prozent – Werte, die in der Chipbranche bislang beispiellos sind. Nach Angaben von Counterpoint Research kontrolliert der Konzern rund 60 Prozent des Marktes für High Bandwidth Memory (HBM).

Der Zeitpunkt bleibt dennoch heikel.

Das Speichergeschäft gilt traditionell als brutal zyklisch. Die von KI getriebene Rally, die SK hynix beflügelt hat, gerät ins Stocken: In der vergangenen Woche brachen Chipaktien in ganz Asien kräftig ein, und Samsung verlor trotz eines Rekordgewinns mehr als 100 Milliarden Dollar (87,5 Mrd. €) an Börsenwert.

Anleger zweifeln zunehmend, ob sich die gewaltigen Investitionen in KI-Infrastruktur jemals rechnen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich stellte diese Frage Ende Juni ausdrücklich und warnte, der Boom könne den Keim für den nächsten Finanzcrash legen.

Aufstieg, Absturz und Neustart

Für SK hynix sind solche Sorgen nichts Neues.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück zu Gukdo Construction, einem Bauunternehmen aus dem Jahr 1949. 1983 stieg die Firma unter dem Namen Hyundai Electronics, als Teil des Hyundai-Konzerns, in die Elektronik ein.

Die Asienkrise der späten neunziger Jahre brachte den Absturz. Im Zuge einer vom IWF unterstützten Umstrukturierung der koreanischen Wirtschaft schluckte Hyundai das Halbleitergeschäft des Rivalen LG. Der neue Riese brach jedoch schnell unter seiner Schuldenlast zusammen.

Die Rettung kam in Etappen.

2001 erhielt der Konzern den Namen Hynix Semiconductor – ein Kunstwort aus „high“ und „electronics“. Das Unternehmen strich Stellen, verkaufte Vermögenswerte und trennte sich von Hyundai. Die Gewinne kehrten zurück, doch die heftigen Ausschläge im DRAM-Markt machten die Firma ständig verwundbar.

Weil frisches Kapital fehlte, sprang 2012 der Telekommunikationskonzern SK Group ein und übernahm die Firma, die fortan SK hynix hieß. Die Übernahme erwies sich als Wendepunkt. SK Group steckte viel Geld in Hochgeschwindigkeitsspeicher – damals eine teure, verlustreiche Technologie, an die nur wenige glaubten.

Heute ist genau diese Speicherart zur knappsten Ressource im KI-Computing geworden. SK hynix beschäftigt inzwischen fast 46.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Weitere Quellen • AFP

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