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Schweden kauft HIMARS-Raketenartillerie für 630 Mio. Euro

ARCHIV: Ein Startfahrzeug feuert das Raketenartilleriesystem HIMARS von Lockheed Martin bei einer Gefechtsübung im Oktober 2020.
ARCHIV: Ein Startfahrzeug feuert beim Gefechtstraining im Oktober 2020 das von Lockheed Martin produzierte Mehrfachraketensystem HIMARS ab. Copyright  AP Photo/Tony Overman
Copyright AP Photo/Tony Overman
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die schwedische Regierung erlaubt den Streitkräften den Kauf des US-Raketensystems HIMARS von Lockheed Martin für rund sieben Milliarden Kronen und schließt mit Finnland eine Vereinbarung zum gemeinsamen Betrieb der Raketenartillerie.

Stockholm rüstet mit weitreichender Feuerkraft auf.

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Das schwedische Verteidigungsministerium hat am Montag bestätigt, dass die Streitkräfte das High Mobility Artillery Rocket System (HIMARS) von Lockheed Martin anschaffen. Der Vertrag hat ein Volumen von knapp 630 Millionen Euro. Die ersten Systeme sollen 2027 geliefert werden. Die Finanzierung läuft über den regulären Investitionsplan der Streitkräfte.

Im Kern umfasst die Vereinbarung zehn HIMARS-Systeme samt Munition. Damit schließt Schweden eine Lücke in seinen Streitkräften. Das Ministerium bezeichnet den Deal als "passende Anschaffung“.

Raketenartillerie erreicht deutlich größere Reichweiten als herkömmliche Geschütze und ist für präzise Schläge auf große Distanz ausgelegt. Sie ergänzt Schwedens vorhandene Archer-Artillerie und Granatwerfer, ersetzt sie aber nicht.

Zugleich können die schwedischen Streitkräfte damit deutlich größere Gebiete abdecken als bisher. HIMARS ist zudem mit Systemen kompatibel, die viele NATO-Partner nutzen.

Der Kauf ist Teil des schwedischen Gesamtverteidigungsplans für die Jahre 2025 bis 2030. Dieser Ausgabenrahmen gilt, während das Land sich Schritt für Schritt in das Bündnis integriert, dem es kürzlich beigetreten ist. Gleichzeitig erhöhen fast alle europäischen Staaten ihre Verteidigungsausgaben.

Gemeinsames System mit Finnland

Parallel zur Beschaffung haben Schwedens Verteidigungsminister Pål Jonson und sein finnischer Amtskollege Antti Häkkänen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Sie regelt Zusammenarbeit und Abstimmung bei der Raketenartillerie.

Die Vereinbarung umfasst Ausbildung und Training, Fähigkeitsentwicklung, Wartung, Versorgungssicherheit und gemeinsame Produktion. Sie folgt dabei ebenso technischen wie politischen Überlegungen.

ARCHIV: Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen und Schwedens Verteidigungsminister Pål Jonson geben sich nach der Unterzeichnung der Vereinbarung die Hand, 7. Sept. 2026
ARCHIV: Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen und Schwedens Verteidigungsminister Pål Jonson geben sich nach der Unterzeichnung der Vereinbarung die Hand, 7. Sept. 2026 Fredrik Sandberg/TT News Agency via AP

Finnland nutzt bereits das Mehrfachraketenwerfersystem MLRS, das dieselbe Munition und viele identische Komponenten wie HIMARS verwendet. Die beiden Nachbarn können ihre Bestände und die Instandhaltung damit bündeln, statt alles doppelt vorzuhalten.

"Die Einführung von Raketenartillerie zeigt klar, dass Schweden Verantwortung für die Sicherheit in Europa übernimmt“, sagte Jonson. „Gemeinsam entwickeln wir [Schweden und Finnland] wichtige Fähigkeiten für die kollektive Verteidigung der NATO.“

Rüstungskonzern Saab profitiert ebenfalls

Die Vereinbarung hat auch eine industrielle Dimension, von der ein Teil der Wertschöpfung in Schweden bleibt.

Lockheed Martin und der schwedische Rüstungskonzern Saab unterzeichnen zudem eine eigene Erklärung. Sie betrifft die mögliche Integration von Saabs Ground-Launched Small Diameter Bomb in HIMARS sowie die Produktion von Munition für HIMARS und andere Systeme, darunter das Patriot-Luftverteidigungssystem.

Das ist auch über diesen konkreten Vertrag hinaus bedeutsam.

Seit Russlands Angriff auf die Ukraine kaufen europäische Regierungen vermehrt US-Waffen, stehen zuhause aber unter Druck, die eigene Rüstungsindustrie zu stärken. Vor allem die Munitionsproduktion hat sich europaweit zu einem Engpass entwickelt.

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