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Waldbrände in Europa: Wird 2026 zum schlimmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Julian Alonso geht über sein von einem Waldbrand verwüstetes Grundstück in El Encinar del Alberche in der Provinz Madrid in Spanien am Donnerstag, 30. Juli 2026.
Julian Alonso geht über sein von einem Waldbrand zerstörtes Grundstück in El Encinar del Alberche in der Provinz Madrid, Spanien, am Donnerstag, 30. Juli 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Anfang August steht fest: 2026 ist für mehrere europäische Länder das schlimmste Jahr seit 15 Jahren, was die von Waldbränden zerstörte Fläche angeht. Euronews Business blickt auf die am stärksten betroffenen Staaten.

Europa erlebt in diesem Sommer zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In Frankreich und Spanien mussten bis Ende Juli bereits mehr als 320.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Brände halten an; mit dem Näherrücken von Mitte August breiten sich die Hitzewellen weiter aus.

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Die Kosten von Waldbränden zu beziffern ist schwierig. Die verbrannte Fläche lässt sich leicht messen, doch für die wirtschaftlichen und weiteren Folgen braucht es deutlich mehr Aufwand.

„Die Waldbrände in Europa zeigen in diesem Jahr, dass die wirtschaftlichen Schäden weit über die Wiederherstellung der verbrannten Flächen hinausgehen“, sagt Professor Simone Varotto von der Henley Business School der University of Reading.

„Am Ende stehen Rechnungen für zerstörte Häuser, Betriebe und Ernten. Dazu kommen Einbußen im Tourismus und in der Industrie, gesundheitliche Schäden durch Rauch, zusätzliche Belastungen für die öffentlichen Haushalte und möglicherweise höhere Versicherungsprämien.“

Trotzdem zeigt die verbrannte Fläche, wie groß die Brände sind und welche Folgen sie haben können.

Wie viele Hektar sind in Europa im Jahr 2026 bislang verbrannt? Welche Länder verzeichnen die größten Brandflächen? Fällt 2026 für Europa teurer aus als frühere Jahre?

2026: Anfang August viertgrößte Brandfläche in der EU

Anfang August liegt 2026 in der EU bei der kumulierten Brandfläche auf Rang vier. Die Daten stammen von Our World in Data, das auf das Global Wildfire Information System zurückgreift.

Bis zur Woche 31 wurden in der EU 489.826 Hektar zerstört. Nur in den Jahren 2012 (863.122 ha), 2022 (799.040 ha) und 2017 (743.906 ha) lag die Fläche höher.

Im Durchschnitt lag die Brandfläche in den vierzehn Jahren von 2012 bis 2025 zu diesem Zeitpunkt bei 434.711 ha in der EU. Im Jahr 2026 sind es 55.115 ha mehr, also plus 13 Prozent.

Alle Angaben beziehen sich auf denselben Zeitpunkt im Jahr, nämlich das Ende der Woche 31.

Varotto betont, dass die Feuer in Europa vor allem Wälder, Buschland, Weiden und Ackerflächen getroffen haben. Mehrere Brände erreichten aber auch Stadt- und Randgebiete.

38 Prozent der EU-Brandfläche liegen in Spanien

Spanien ist in der EU gemessen an der Fläche am stärksten betroffen. Bis Anfang August 2026 brannten dort 185.948 Hektar. Das entspricht 38 Prozent der gesamten EU-Fläche.

Zwischen 2012 und 2025 lag der Durchschnittswert bis Woche 31 bei 85.626 Hektar in Spanien. 2026 ist die Fläche damit mehr als doppelt so groß.

Bis Woche 31 ist 2026 das drittschlimmste Jahr für die kumulierte Brandfläche in Spanien seit 2012, dem Beginn dieser Vergleichsreihe.

Im Jahr 2022 gingen 258.340 ha in Flammen auf, 2012 waren es 211.350 ha.

Frankreich: 2026 bislang schlimmstes Brandjahr

Frankreich steht mit 99.092 ha im gleichen Zeitraum an zweiter Stelle. Das sind 20 Prozent des EU-Gesamtwertes.

Im Vierzehnjahresschnitt lagen die Brände in Frankreich bei 31.648 Hektar. 2026 ist die Fläche damit mehr als dreimal so hoch.

2026 ist für Frankreich das schlimmste Jahr seit 2012. 2019 verbrannten 86.888 ha, der zweithöchste Wert.

Bis Anfang August 2026 trafen die Brände auch Italien (79.084 ha), Portugal (47.776 ha) und Griechenland (23.839 ha) stark.

Für Italien ist 2026 das fünftschlimmste Jahr der vergangenen 15 Jahre gemessen an der verbrannten Fläche. Dasselbe gilt für Portugal.

Im Vergleich dazu verläuft 2026 für Griechenland bislang weniger dramatisch. In mehreren früheren Jahren waren dort deutlich größere Flächen betroffen.

Mehrere Länder verzeichnen 2026 deutlichen Anstieg

Die kumulierte Brandfläche fällt in manchen Ländern zwar geringer aus, dennoch verzeichnen mehrere Staaten 2026 einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zu ihrem Vierzehnjahresdurchschnitt.

So verlor Österreich bis Anfang August in diesem Jahr 1.687 ha, im Schnitt waren es 513 ha. Dänemark meldet 1.177 ha statt durchschnittlich 404 ha. In Deutschland brannten 6.045 ha gegenüber 3.098 ha. In den Niederlanden waren es 1.677 ha, der Durchschnitt liegt bei 352 ha.

Ähnlich sieht es im Vereinigten Königreich aus, das bislang 22.206 ha verloren hat, bei einem Durchschnitt von 12.311 ha. 2026 ist damit nicht nur für das Vereinigte Königreich, sondern auch für mehrere andere europäische Länder das bisher schwerste Jahr der vergangenen 15 Jahre – wohlgemerkt nur bis Anfang August.

Deutlich entspannter ist die Lage in der Türkei. Dort verbrannten in diesem Jahr bislang 39.556 ha, im Durchschnitt waren es 134.707 ha.

„Brandgefahr ist nicht mehr auf den Mittelmeerraum begrenzt“

Simone Varotto richtet eine Warnung an die Behörden im Vereinigten Königreich. Sie sollten Südeuropa als Frühwarnsignal verstehen.

„Die Hitzewellen und Waldbrände in Südengland in diesem Sommer, die bereits mehr als 20.000 Hektar zerstört haben, zeigen, dass die Brandgefahr nicht mehr auf den Mittelmeerraum begrenzt ist“, sagt er.

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