Die Teuerung im Euroraum ist im August deutlich gestiegen. Laut Eurostat kletterten die Energiepreise um mehr als 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Inflation im Euroraum ist im August 2026 auf drei Komma drei Prozent gestiegen, nach zwei Komma neun Prozent im Juli. Das zeigen Schnellschätzungen von Eurostat, dem Statistikamt der Europäischen Union.
Der Anstieg geht vor allem auf Energie zurück. Weltweit explodieren die Öl- und Gaspreise, seit im Iran Krieg herrscht und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gestört ist. Energie verteuerte sich im Jahresvergleich bis August um vierzehn Komma drei Prozent, nach zehn Komma drei Prozent im Juli.
Leo Barincou, Chefökonom bei Oxford Economics, erklärte: „Der Anstieg geht vor allem auf die wieder gestiegenen Kraftstoffpreise nach der erneuten Schließung der Straße von Hormus zurück, der zugrunde liegende Preisdruck bleibt jedoch begrenzt, da die Dienstleistungsinflation zurückgeht. Die Inflation dürfte auch im kommenden Jahr deutlich über dem Zielwert liegen, weil höhere Gas- und Lebensmittelpreise zusätzlichen Aufwärtsdruck auf den Index ausüben.“
Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak stiegen um ein Komma zwei Prozent und blieben damit gegenüber Juli unverändert.
Die Dienstleistungsinflation – ein zäher Indikator, den die EZB genau beobachtet – sank von drei Komma drei auf drei Prozent.
Im Monatsvergleich legten die Verbraucherpreise im Euroraum im August um null Komma vier Prozent zu. Allein Energie verteuerte sich gegenüber Juli um zwei Komma neun Prozent.
Die Kerninflation, die Energie sowie Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, ging leicht von zwei Komma fünf auf zwei Komma vier Prozent zurück. Das deutet darauf hin, dass die höheren Energiekosten bislang nur begrenzt auf Dienstleistungen und andere Preise durchschlagen.
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Unter den in der August-Schnellschätzung erfassten Euro-Ländern verzeichnete Litauen mit fünf Komma acht Prozent die höchste Inflationsrate, Estland mit ein Komma drei Prozent die niedrigste.
In den größten Volkswirtschaften lagen die Inflationsraten in Frankreich und Deutschland mit zwei Komma sieben beziehungsweise zwei Komma neun Prozent unter dem Gesamtwert des Euroraums. Frankreich verzeichnete allerdings einen deutlichen Anstieg von zwei Komma vier auf zwei Komma sieben Prozent.
Spanien fiel mit einer Inflationsrate von vier Komma fünf Prozent deutlich über dem Euroraumdurchschnitt auf, Italien kam auf drei Komma zwei Prozent.
Die Inflation im Euroraum liegt damit deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank. Die Finanzmärkte rechnen damit, dass die EZB auf ihrer Sitzung am zehn September die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anhebt, um den Preisdruck zu begrenzen.
„Bei weiter zunehmender Inflation ist ein Zinsschritt der EZB bei der Sitzung in der kommenden Woche praktisch sicher und entspricht unseren Erwartungen“, sagte Barincou.
„Anders als die Märkte halten wir es jedoch für zu früh, schon jetzt einen dritten Zinsschritt einzuplanen – zumal der zugrunde liegende Preisdruck derzeit begrenzt bleibt“, fügte er hinzu.