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Chevron schließt Sieben-Milliarden-Dollar-Deal in Venezuela: USA sichern sich Fünftel des Öls

Archivaufnahme: Ein Kunde tankt an einer Chevron-Tankstelle in North Miami, Florida, im Mai 2026.
Archivbild: Ein Kunde tankt an einer Chevron-Tankstelle in North Miami im US-Bundesstaat Florida, Mai 2026. Copyright  AP Photo/Marta Lavandier
Copyright AP Photo/Marta Lavandier
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Chevron kündigt ein Investitionsabkommen über sieben Milliarden Dollar für sein Venezuela-Geschäft an, kurz nachdem das Parlament Washington Kontrolle über ein Fünftel der Ölreserven überträgt.

Der zweitgrößte US-Ölkonzern will im venezolanischen Orinoco-Gürtel zwei weitere Ölfelder erschließen. Das Projekt soll die Förderung innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppeln und hat ein Volumen von sieben Milliarden Dollar.

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Das Gemeinschaftsunternehmen von Chevron und dem Staatskonzern Petroindependencia, an dem Chevron 49 Prozent hält, will zwei unerschlossene Felder nahe bestehenden Anlagen entwickeln. Die Förderung soll dadurch auf rund 600.000 Barrel pro Tag steigen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

US-Energieminister Chris Wright ist am späten Dienstagabend in Venezuela gelandet, um neue Investitionen vorzustellen. Chevron ist der erste Konzern, der auf das Abkommen reagiert, das gerade die Nationalversammlung Venezuelas passiert hat.

Chevron ist der einzige große US-Produzent, der seit der vollständigen Verstaatlichung der Branche durch Hugo Chávez im Jahr 2007 im Land geblieben ist. Der Schritt vertrieb damals Exxon und ConocoPhillips.

Nach seiner Ankunft in Caracas wandte sich Wright sofort an die Medien. „Wenn große Investitionen in dieses Land fließen, entstehen mehr Arbeitsplätze, die Löhne steigen und es eröffnen sich Chancen für den Wohlstand der Venezolaner“, sagte er.

Abstimmung und Streit um das Kleingedruckte

Parallel dazu steht ein weit größerer Coup: ein separates Abkommen, das Washington über einen anderen Betreiber die Kontrolle über ein Fünftel der venezolanischen Ölreserven sichert.

Das venezolanische Parlament billigte das Abkommen am späten Dienstag per Handzeichen. Einige Oppositionsabgeordnete enthielten sich jedoch mit der Begründung, sie kennten die Bedingungen nicht.

„Wir müssen wissen – und sind dazu verpflichtet –, was im Kleingedruckten steht“, sagte der Oppositionsabgeordnete Luis Emilio Rondón.

Der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, hielt dagegen: „Wer profitiert von diesem Öl, wenn es im Boden bleibt?“

In einem auf Spanisch geführten Interview, das am Dienstag online ging, sprach US-Außenminister Marco Rubio Klartext über die Vereinbarung.

„Im Kern ist das jetzt ein Abkommen mit der US-Regierung, konkret mit dem Verteidigungsministerium“, sagte Rubio. Dieses verfüge über ein Sonderkonto, über das es einen bestimmten Anteil der Vermögenswerte übernehmen könne. Die Unterstützung aus Washington solle dem Unternehmen zudem helfen, das private Kapital für die Erschließung der Felder einzuwerben.

Die „große Mehrheit“ der 17 Felder sei zuvor in chinesischer und russischer Hand gewesen, betonte Rubio. Auch das Weiße Haus präsentiert das Abkommen als Wiederbelebung der Monroe-Doktrin.

Die Felder sollen North American Blue Energy Partners Nutzungsrechte für 100 Jahre sichern und enthalten nach Schätzungen 65 Milliarden Barrel Öl. Dafür entsteht ein neues Unternehmen, an dem das Office of Strategic Capital des US-Kriegsministeriums 35 Prozent hält. Das US-Außenministerium erhält zudem das Recht, 20 Prozent der Produktion zum Herstellungspreis abzunehmen.

Im Aufsichtsrat müssen US-Staatsbürger die Mehrheit stellen, und Washington besitzt ein Vetorecht bei Personalentscheidungen.

ARCHIV: US-Präsident Donald Trump liest während eines Treffens mit Ölmanagern im Januar 2026 eine Notiz von US-Außenminister Marco Rubio, um dem Vizechef von Chevron das Wort zu erteilen.
ARCHIV: US-Präsident Donald Trump liest während eines Treffens mit Ölmanagern im Januar 2026 eine Notiz von US-Außenminister Marco Rubio, um dem Vizechef von Chevron das Wort zu erteilen. AP Photo/Evan Vucci

NABEP gehört dem Unternehmer Alejandro Betancourt. Gegen ihn liefen in Spanien und der Schweiz Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche, ohne dass Anklage erhoben wurde; zudem wird ihm eine Verstrickung in ein Korruptionsnetz beim Staatskonzern PDVSA vorgeworfen.

Ein nicht namentlich genannter US-Regierungsvertreter nannte ihn einen „bewährten Macher“ und räumte ein, dass Geopolitik manchmal Geschäfte mit nicht makellosen Personen erfordere.

„Ich möchte hier niemanden heiligsprechen“, sagte der Beamte. „Aber ich sage Ihnen: Diese Person war der US-Regierung in der Vergangenheit hilfreich.“

Abkommen lässt zentrale Fragen offen

Analystinnen und Analysten bezweifeln, dass die Förderung schnell wieder anspringt. Schätzungen reichen von einem bis zu zehn Jahren, bis zusätzliches Öl den Markt erreicht. Die US-Regierung steuert nach eigenen Angaben kein Geld bei, sondern setzt darauf, dass ihre politische Rückendeckung ausreichend Kapital anzieht.

US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag an, dass weitere Firmen dem Beispiel von Chevron folgen könnten.

„Exxon geht rein, Chevron geht rein – unsere großen Ölkonzerne gehen alle rein“, sagte Trump.

Bei Exxon hat sich jedoch offenbar nichts geändert: Ein Sprecher erklärte am Dienstag, es habe sich „nichts geändert“. Konzernchef Darren Woods hatte Venezuela bereits Anfang des Jahres als „nicht investierbar“ bezeichnet.

Für die US-Regierung ist die Lage vor allem innenpolitisch dringlich.

Trump hat sich am Dienstag im Weißen Haus erneut mit Spitzenvertretern der Ölbranche getroffen, während die Spritpreise wegen neuer US-Angriffe auf iranische Ziele nahe der Straße von Hormus stiegen. Anschließend erklärte er online: „Wir entfesseln die amerikanische Energie-Dominanz!“

Billiger Treibstoff hat für Trump Priorität vor den Zwischenwahlen im November, bei denen die Republikaner sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat verlieren könnten.

Weitere Quellen • AP

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