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Energiepreisschock treibt Inflation auf 3,3 Prozent: EZB plant Zinserhöhung

EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht nach der Ratssitzung am Donnerstag, 23. Juli 2026, in Frankfurt am Main zu den Medien.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht am Donnerstag, 23. Juli 2026, in Frankfurt am Main nach der Sitzung des EZB-Rats zu den Medien. Copyright  AP Photo/ Michael Probst
Copyright AP Photo/ Michael Probst
Von Eleonora Vasques
Zuerst veröffentlicht am
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Eurozone-Inflation liegt bei drei Komma drei Prozent, Energiepreise steigen. Märkte rechnen am zehnten September mit weiterem EZB-Zinsschritt; Ökonomen sehen sie anders als 2021/22.

Im Euroraum treiben vor allem höhere Energiepreise die Teuerung an. Zu diesem Schluss kommen die EZB-Ökonomen Kristina Barauskaitė Griškevičienė und Claus Brand in einem am Dienstag veröffentlichten Arbeitspapier.

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„Diesmal steht der Energieschock klar im Vordergrund. Nachfrage und staatliche Konjunkturimpulse spielen nur eine Nebenrolle. Diese Unterschiede erklären, weshalb die geldpolitischen Reaktionen auseinandergehen“, schreiben sie.

Der jetzige Schock unterscheidet sich deutlich von der Phase 2021 bis 2022. Er wird nach Angaben der beiden Ökonomen unter anderem durch den Krieg im Nahen Osten und die anschließende Schließung der Straße von Hormus ausgelöst.

„Ungünstige Faktoren auf der Angebotsseite der Energie machten zwischen Januar und Mai 2026 rund 90 % des Anstiegs der Energieinflation aus. In dieser Zeit übten die Geld- und Finanzpolitik nur geringen Druck nach unten auf die Energiepreise aus“, heißt es in dem Papier.

Nach Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten Ende Februar erhöhte die EZB die Zinsen nicht sofort. Die erste Anhebung kam am 11. Juni: Der Einlagensatz stieg von zwei auf 2,25 %, die erste Erhöhung seit drei Jahren, um die Inflation zu dämpfen.

Selbst im damals optimistischsten Szenario der EZB, das ein baldiges Ende des Kriegs unterstellte, sollte die Inflation erst 2027 zum Ziel von zwei Prozent zurückkehren.

Inzwischen tobt der Krieg weiter, und die Inflation lag im August bei 3,3 % nach 2,9 % im Juli. Nach Markterwartungen wird die EZB bei ihrer Sitzung am 10. September die Zinsen erneut anheben, von 2,25 % auf 2,50 %.

Die geldpolitische Antwort falle diesmal „schrittweise“ aus, erläutert die EZB in dem Papier. 2021 bis 2022 habe die Notenbank die Zinsen hingegen „kraftvoll und über längere Zeit“ erhöht, schreiben die Ökonomen.

Der Inflationsschub 2021 bis 2022 hatte andere Ursachen. Damals wirkte „eine Kombination großer und beispielloser Faktoren auf Angebots- und Nachfrageseite“.

Energie spielte dabei zwar eine Rolle, jedoch „keine ausschließliche“, so die EZB.

„Zu den Angebotsfaktoren gehörten weltweite Störungen der Lieferketten und Energieschocks, vor allem infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Auf der Nachfrageseite wirkte ein rascher Nachfrageanstieg nach der Pandemie, verstärkt durch eine lockere Finanz- und Geldpolitik.“

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