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Trump verspricht: USA holen sich Venezuelas gesamtes Öl

US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses, 31. August 2026
US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses, 31. August 2026. Copyright  AP Photo/Jacquelyn Martin
Copyright AP Photo/Jacquelyn Martin
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das Weiße Haus hat die Bedingungen des Venezuela-Öldeals offengelegt, die zentrale Privatfirma benannt und bestätigt, dass Washington die Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel hält. Trump kündigte an, die USA würden sich „alles“ sichern.

Nur wenige Tage nach der Ankündigung des nach eigener Darstellung größten Ölgeschäfts der Geschichte hat die Regierung von Donald Trump die Details vorgelegt.

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Ein am Montagabend veröffentlichtes Informationsblatt des Weißen Hauses nennt North American Blue Energy Partners (NABEP) als das Unternehmen im Zentrum der Vereinbarung. Es legt erstmals die Eigentümerstruktur offen und beschreibt, was Washington im Gegenzug erhält.

Die venezolanischen Übergangsbehörden haben NABEP Konzessionen mit einer Laufzeit von hundert Jahren für 17 Förderfelder erteilt. Die Vereinbarung wurde vom US-Außenminister Marco Rubio und vom US-Kriegsminister Pete Hegseth unterschrieben.

Die venezolanischen Lagerstätten übertreffen die US-Vorräte deutlich. Die 65 Milliarden Barrel, die von den Konzessionen erfasst sind, stehen rund 46 Milliarden Barrel in den Vereinigten Staaten gegenüber.

Trump nannte die Reserven „unglaubliche Werte, die ungenutzt herumlagen“ und fügte hinzu, die USA würden „das alles holen. Wir werden dieses Öl herausholen“.

Der US-Präsident bekräftigte außerdem, dass die großen US-Konzerne Schlange stehen, um sich an der Übernahme der venezolanischen Ölfelder zu beteiligen.

„Exxon ist dabei, Chevron ist dabei, unsere großen Ölkonzerne gehen hinein, und alle geben Gebote ab“, sagte Trump.

ARCHIV: Ein Fußgänger geht an einem Wandbild mit Ölbohrtürmen in Caracas vorbei, Venezuela, 29. Aug. 2026
ARCHIV: Ein Fußgänger geht an einem Wandbild mit Ölbohrtürmen in Caracas vorbei, Venezuela, 29. Aug. 2026 AP Photo/Pedro Mattey

Was Washington erhält

Im Gegenzug räumt NABEP dem Amt für strategisches Kapital im US-Kriegsministerium eine Beteiligung von 35 Prozent an der Muttergesellschaft ein. Nach Angaben des Weißen Hauses kann diese Beteiligung Hunderte Milliarden wert sein – ohne Kosten für die Steuerzahler.

Das US-Außenministerium sichert sich zudem das Recht, 20 Prozent der Produktion aus allen aktuellen und künftigen NABEP-Feldern zu Herstellungskosten zu kaufen. Ein Teil davon soll die strategische Ölreserve teilweise wieder auffüllen. Für die restlichen 80 Prozent erhält Washington ein Vorkaufsrecht.

Washington bekommt ein Vetorecht bei der Ernennung von Vorstandsmitgliedern. Die Mehrheit der Direktoren muss US-Staatsbürger sein. Die Vereinbarung unterliegt US-Recht und US-Gerichten.

NABEP verpflichtet sich, bis zu 100 Milliarden Dollar (86 Milliarden Euro) in die venezolanische Ölinfrastruktur zu investieren. Das Unternehmen rechnet damit, in den nächsten 25 Jahren rund 200 Milliarden Dollar (172 Milliarden Euro) an Lizenzgebühren und Steuern zu zahlen.

Die meisten Felder betrieben zuvor russische oder chinesische Unternehmen. Das Weiße Haus wertet den Deal als Neuauflage der Monroe-Doktrin.

Unterschriften erwartet, Fragen bleiben offen

Weitere Energieverträge sollen noch in dieser Woche unterschrieben werden. Medienberichte deuten jedoch darauf hin, dass die Vereinbarung ausgerechnet bei den Großkonzernen Unbehagen auslöst, von denen Trump behauptet, sie würden Schlange stehen.

NABEP steht unter der Kontrolle des venezolanischen Unternehmers Alejandro Betancourt. US- und europäische Behörden haben frühere Geschäfte mit der venezolanischen Regierung untersucht, erhoben jedoch nie Anklage. Betancourt bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Nach Medienberichten verlangen die Ölmultis, die über eigene Verträge verhandeln, Zusicherungen, dass sie nicht mit ihm an einem Tisch sitzen müssen.

Exxon und ConocoPhillips zogen sich 2007 aus Venezuela zurück, nachdem ihre Vermögenswerte verstaatlicht worden waren. Beide Unternehmen erklären, ihre Anforderungen an Rechtssicherheit und Vertragsbeständigkeit seien weiterhin nicht erfüllt.

Ehemalige Energieberater der US-Regierung warnen vor politischen Risiken. Eine spätere Regierung in Caracas oder Washington könnte die Bedingungen anfechten. NABEP fördert dem Vernehmen nach zwischen 170.000 und 200.000 Barrel pro Tag und liegt damit unter den privaten Betreibern hinter Chevron auf Platz zwei.

Betancourt sagte, Venezuela sei „gesegnet mit einem Überfluss an natürlichen Ressourcen, fleißigen Menschen und ungenutztem Potenzial“ und der Deal werde „dieses Potenzial freisetzen – zum großen Vorteil sowohl für Venezolaner als auch für Amerikaner“.

Auch Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez unterstützt die Vereinbarung. Sie sieht darin eine Chance, die Branche zu modernisieren, und betont trotz Kritik, das Land gebe nichts von seiner Souveränität ab.

Abgeordnete auf dem Capitol Hill erklärten am Montag, sie wollten weitere Informationen über die Vereinbarung einholen. Die Verhandlungen liefen ohne Beteiligung des Kongresses.

Ob die großen Ölkonzerne das Vertrauen der Trump-Regierung teilen, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen. Dann sollen die Verträge unterschrieben werden.

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