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China stützt Staatsbanken und Versicherer mit über 45 Mrd. Euro wegen Flaute

Archivbild: Chinas Vizefinanzminister Liao Min und Zentralbankchef Pan Gongsheng treffen zum G20-Finanzministertreffen in North Carolina ein, 31. August 2026.
ARCHIV: Chinas Vizefinanzminister Liao Min und Notenbankchef Pan Gongsheng kommen zum G20-Finanzministertreffen in North Carolina, 31. August 2026 Copyright  AP Photo/Gerald Herbert
Copyright AP Photo/Gerald Herbert
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Chinas Finanzministerium stellt gemeinsam 360 Milliarden Yuan (46,1 Mrd. Euro) für acht Staatsbanken und Versicherer bereit. Die frische Mittel sollen ihre Bilanzen nach schwachen Krediten, niedrigen Zinsen und Vorgaben zur Stützung des Aktienmarkts stärken.

Beijing greift tief in die Tasche.

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Das chinesische Finanzministerium stellt Unternehmen ein Paket von 360 Milliarden Yuan (46,1 Milliarden Euro) zur Verfügung. Die beteiligten Firmen kündigten die Maßnahme am Sonntag in eigenen Mitteilungen an; die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete darüber. Es ist eine der größten Stützungsaktionen im chinesischen Finanzsystem in diesem Jahr, in dem das Wachstum an Tempo verliert.

Den Löwenanteil erhalten chinesische Banken: rund 290 Milliarden Yuan (37,2 Milliarden Euro). Damit sollen sie ihre Fähigkeit sichern, Kredite zu vergeben, während Beijing sie drängt, die Wirtschaft stärker zu stützen.

Nach Angaben von Xinhua soll die Kapitalspritze die Institute stärken – ihre „stabilen Geschäftsabläufe, Risikotragfähigkeit und Fähigkeit, der Realwirtschaft zu dienen“.

Die Agricultural Bank of China plant eine Privatplatzierung von A-Aktien im Volumen von bis zu 160 Milliarden Yuan (20,5 Milliarden Euro). Die Industrial and Commercial Bank of China will bis zu 100 Milliarden Yuan (12,8 Milliarden Euro) aufnehmen. Zu den Investoren gehört jeweils das Finanzministerium.

Eine Besonderheit: Auch die China National Tobacco Corporation, Betreiberin des staatlichen Tabakmonopols, steigt ein. Zudem erhält die Export-Import Bank of China 30 Milliarden Yuan (3,85 Milliarden Euro).

ARCHIV. Fahnen der China Development Bank wehen neben einer chinesischen Flagge vor einer Filialniederlassung der Bank in Beijing, Januar 2021
ARCHIV. Fahnen der China Development Bank wehen neben einer chinesischen Flagge vor einer Filialniederlassung der Bank in Beijing, Januar 2021 AP Photo/Ng Han Guan

Versicherer erhalten die übrigen 70 Milliarden Yuan (9 Milliarden Euro).

Die China Life Insurance Group, größter Lebensversicherer des Landes, bekommt 35 Milliarden Yuan (4,5 Milliarden Euro). Die China Taiping Insurance Group erhält 7 Milliarden Yuan (900 Millionen Euro).

Die People's Insurance Company of China will über eine Privatplatzierung an das Ministerium bis zu 15 Milliarden Yuan (1,9 Milliarden Euro) einwerben. Die China Export and Credit Insurance Corporation bekommt 10 Milliarden Yuan (1,28 Milliarden Euro), die China Reinsurance Group sammelt 3 Milliarden Yuan (385 Millionen Euro) ein.

Versicherer geraten seit Jahren von zwei Seiten unter Druck. Niedrige Zinsen schmälern ihre Kapitalerträge. Zugleich drängt die Regierung sie, stärker in chinesische Aktien zu investieren.

Auch der Yuan legt zu.

Der chinesische Yuan hat am Montag den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit Januar 2023 erreicht und wurde bei rund 0,149 Dollar gehandelt. Der stärkere Kurs nimmt einer langjährigen amerikanischen Beschwerde über Pekings Währungssteuerung etwas den Wind aus den Segeln – wenige Wochen vor Gesprächen in Washington.

Beijing startet geschäftigen Monat

Die Kapitalspritze ist nicht die einzige Maßnahme, die Beijing in diesem Monat ergreift.

Chinas Präsident Xi Jinping bereitet nach Angaben von Agenturquellen vor, zu seinem Besuch in Washington am 24. September eine große Delegation von Unternehmenschefs mitzunehmen.

Das wäre ein deutlicher Bruch mit der üblichen Praxis.

Xi reist nur selten mit Wirtschaftsführungspersönlichkeiten. Viele von ihnen haben seit den ab 2020 einsetzenden Regulierungsoffensiven gegen Technologie-, Bildungs- und Immobilienkonzerne an Einfluss verloren. Die letzte vergleichbare Delegation begleitete ihn 2015 in die USA – vor mehr als einem Jahrzehnt.

Auch die Reaktion Washingtons fällt bemerkenswert aus.

„Das Weiße Haus verfolgt keine chinesische CEO-Delegation“, sagte ein US-Beamter, ohne zu erläutern, was ‚verfolgen‘ in diesem Zusammenhang bedeutet. Die Aussage blieb damit weder klare Bestätigung noch klare Zurückweisung.

Der Schritt wäre in jedem Fall eine Art Gegenstück.

Als US-Präsident Donald Trump im Mai Beijing besuchte, reiste er mit einer Gruppe amerikanischer CEOs an, darunter Elon Musk, Tim Cook und Jensen Huang. Eine chinesische Managerdelegation in Washington würde die Bereitschaft signalisieren, in den USA zu investieren und zu handeln – und dem Weißen Haus wirtschaftliche Erfolgsmeldungen vor den Zwischenwahlen im November liefern.

Die Erwartungen an den Gipfel selbst bleiben verhalten. Beide Seiten sind sich weiterhin uneins, welche Produkte im Rahmen der Handelsabsprachen als nicht sensibel gelten sollen.

US-Finanzminister Scott Bessent, US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer und Chinas Vizepremier He Lifeng wollen Anfang September zusammenkommen, um konkrete Ergebnisse vorzubereiten.

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