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Genanalyse: Geheimnis um Otto I. im Magdeburger Dom gelüftet

Kaiserin Adelheid und König Otto I.
Kaiserin Adelheid und König Otto I. Copyright  licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Schon wenige Tage nach der Öffnung des Sarges hatten die Forschenden mitgeteilt, dass die Gebeine auf einen etwa 60 Jahre alten Mann schließen lassen. Zudem sei dieser ungewöhnlich groß für das Mittelalter.

An der Nordwand des Meißner Doms befinden sich Skulpturen von Kaiser Otto I. und seiner Gemahlin Adelheid, um 1260 vom Naumburger Meister geschaffen, einem bedeutenden, aber namentlich unbekannten Bildhauer und Baumeister des 13. Jahrhunderts.

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Beigesetzt wurde Otto der Große (912-973) allerdings im Dom zu Magdeburg. "Es passt auch genetisch perfekt", sagte der Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt, Harald Meller, in Magdeburg bei der Vorstellung der aktuellen Untersuchungsergebnisse.

DNA-Proben von den Gebeinen aus Magdeburg wurden mit Proben von Gebeinen aus der Bamberger Dom verglichen, die dem Ottonenkönig Heinrich II. zugeordnet werden. Dabei kam eine von dem beteiligten Archäogenetiker Harald Ringbauer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie entwickelte Methode zur präzisen Bestimmung von Verwandtschaftsgraden zum Einsatz.

Die Analyse ergab eine Verwandtschaft dritten Grades. Diese lässt sich sowohl über eine vollständige Geschwisterbeziehung als auch über gemeinsame Vorfahren in der väterlichen Linie erklären. Das Ergebnis entspricht damit exakt dem historisch überlieferten Verwandtschaftsverhältnis zwischen Otto I. und Heinrich II.

Der Sarkophag Ottos I., der bei der Zerstörung des Vorgängerbaus durch Feuer erhalten blieb, wurde später im Hochchor des "neuen" Doms aufgestellt. Er stammt aus dem Jahr 973.
Der Sarkophag Ottos I., der bei der Zerstörung des Vorgängerbaus durch Feuer erhalten blieb, wurde später im Hochchor des "neuen" Doms aufgestellt. Er stammt aus dem Jahr 973. Foto: Feldstein; Creative Commons Attribution 4.0 International license

Im Zuge der erforderlichen Sanierung des Steinsarkophags in Magdeburg wurden im Jahr 2025 die sterblichen Überreste freigelegt. Schon wenige Tage nach der Öffnung des Sarges im Juni hatten die Forschenden mitgeteilt, dass die Gebeine auf einen etwa 60 Jahre alten Mann hindeuten. Zudem sei dieser mit rund 1,80 Metern Körpergröße für das Mittelalter überdurchschnittlich groß gewesen.

Bereits zu Lebzeiten trug Otto I. die Beinamen "der Große" und "Vater des Vaterlandes". Er festigte das zuvor instabile ostfränkisch-deutsche Königreich und verband es durch die Vereinigung mit dem Königreich Italien erneut mit der römischen Kaisertradition. Daraus entwickelte sich später das "Heilige Römische Reich deutscher Nation", das bis 1806 bestand.

Durch Heiratsbündnisse, die Gründung von Bistümern sowie militärische Erfolge stieg das Herrscherhaus der Ottonen während seiner Regierungszeit zu einer der mächtigsten Dynastien Europas auf.

Otto I. war zunächst mit Edith of England verheiratet, einer Tochter des englischen Königs Edward des Älteren. Nach ihrem Tod heiratete er Adelheid von Burgund, die nach seiner Kaiserkrönung 962 zur Kaiserin wurde und im Reich eine bedeutende politische Rolle spielte.

Der Kaiser hatte eine besonders enge Verbindung zu Magdeburg, das unter seiner Herrschaft zu einem zentralen politischen und religiösen Standort wurde. Die Stadt diente ihm als bevorzugte Kaiserresidenz im Osten seines Reiches und entwickelte sich zu einem wichtigen Machtzentrum.

968 gründete Otto I. dort das Erzbistum Magdeburg, das vor allem der Christianisierung der slawischen Gebiete östlich der Elbe dienen sollte und die kirchliche Bedeutung der Stadt erheblich stärkte.

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