Regisseur Wim Wenders’ umstrittener Film „Falsche Bewegung“ zeigt die damals 13-jährige Nastassja Kinski oben ohne. Sie kämpft seit Langem für die Streichung der Szene. Nun hat sich Wenders entschuldigt und will seinen Film von 1975 künftig sperren lassen.
Der renommierte deutsche Regisseur Wim Wenders nimmt seinen Film Wrong Move von 1975 aus dem Verkehr, weil die damals 13-jährige Schauspielerin Nastassja Kinski in einer Szene mit nacktem Oberkörper zu sehen ist.
In einer Erklärung teilte der Regisseur mit: „Streamingdienste, Fernsehsender und Verleihpartner werden angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.“
Die Entscheidung folgt auf Äußerungen Kinskis, die heute 65 Jahre alt ist. Sie hatte der „Süddeutschen Zeitung“ im vergangenen Monat erzählt, sie habe seit 15 Jahren vergeblich versucht, Wenders zu einer Änderung des Films zu bewegen.
„Das war mein erster Film, er war mein erster Regisseur, und er hat mich nicht geschützt“, sagte Kinski der Zeitung. „Auch wenn ich mit 13 noch nicht viel wusste, wusste ich, dass das nicht in Ordnung war.“
Der 80-jährige Wenders entschuldigte sich bei Kinski und erklärte: „Als damals allein Verantwortlicher für Wrong Move, der heute noch da ist, erkenne ich an, dass Nastassja Kinski damals besser hätte geschützt werden müssen. Dafür entschuldige ich mich bei dir, Nastassja, vorbehaltlos, ohne Wenn und Aber.“
Die Wim-Wenders-Stiftung, die die Rechte an Wrong Move hält, will eine breitere Diskussion mit deutschen Filminstitutionen über die Filmbranche und die Zukunft von Wrong Move anstoßen.
„Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist – auch wenn er viel Zeit in Anspruch nimmt – und wir eine gemeinsam vereinbarte Lösung vorstellen können, die Nastassja Kinski einbezieht, werden wir den Film wieder zugänglich machen“, teilte die Stiftung mit.
In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte Christian Schertz, der Anwalt Kinskis, er begrüße die Entscheidung, den weiteren Zugang zu Wrong Move zu sperren, sie komme jedoch „lange überfällig“.
Er fügte hinzu, er bedauere, „dass dies nur unter öffentlichem Druck geschehen ist“, und man müsse nun abwarten, „worin das Dialogangebot von Wenders tatsächlich besteht“.
Wenders ist vor allem für seine preisgekrönten Filme Wings of Desire, Paris, Texas, Buena Vista Social Club und Perfect Days bekannt.
Kinski, Tochter des verstorbenen Fitzcarraldo-Darstellers Klaus Kinski, gab ihr Schauspieldebüt in Wrong Move. Mit Wenders arbeitete sie später auch in Paris, Texas zusammen.